Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von Melcos, 27. März 2009 .

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  1. #1 27. März 2009
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. April 2017
    WAHLKAMPF IM WARTEZIMMER - Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    Von Anselm Waldermann und Christian Teevs

    "Wählen Sie, was Sie wollen. Aber nicht SPD." Dieses Plakat wollen Ärzte in ihren Wartezimmern aufhängen - aus Ärger über die Gesundheitspolitik von Ministerin Ulla Schmidt. Das erklärte Ziel der Mediziner: Die Sozialdemokraten sollen bei der Bundestagswahl maximal 15 Prozent erhalten.

    Hamburg - Lobbyisten kämpfen für ihre Interessen, das ist ihr gutes Recht. Aber eine derart deutliche Wahlempfehlung gibt es selten: "Wer SPD wählt, wählt den Sozialabbau im Gesundheitswesen."

    Mit dieser Aussage wendet sich eine Gruppe von Ärzten an die Öffentlichkeit. Sie haben sich zusammengeschlossen in der "Aktion 15". Der Name ist Programm: Das erklärte Ziel der Gruppe ist es, die SPD bei der Bundestagswahl im September auf 15 Prozent zu drücken.

    WAHLEMPFEHLUNG: ÄRZTE GEGEN DIE SPD

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    Fotostrecke starten: Klicken Sie auf ein Bild (3 Bilder)



    "Wir rufen alle Kollegen auf, ihre Patienten zu informieren, welche Partei die seit mehr als acht Jahren amtierende Gesundheitsministerin stellt, die das deutsche Gesundheitswesen gezielt zerstört und ihre Versorgung massiv gefährdet", sagt Thomas Fix, Gynäkologe und Sprecher der "Aktion 15".

    Gemeint ist Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), die Kampagne der Mediziner zielt direkt auf sie. Dafür sollen in den Wartezimmern der Arztpraxen Plakate aufgehängt werden (siehe Fotostrecke). Über einem wenig schmeichelhaften Foto der Ministerin heißt es: "Wählen Sie, was Sie wollen. Aber nicht SPD."

    Wie viele Ärzte sich der "Aktion 15" bereits angeschlossen haben, ist nicht bekannt. Die Organisatoren koordinieren ihre Kampagne aber über das Ärztenetzwerk Hippokranet, in dem nach eigenen Angaben mehr als 40.000 Nutzer registriert sind. Publik wurde die "Aktion 15" über eine Pressemitteilung des Ärztenachrichtendiensts, einem anerkannten Medium der Branche. Zum Inhalt der Kampagne wollte sich der Ärztenachrichtendienst auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE nicht äußern.

    "Wir geben ausdrücklich keine Wahlempfehlung für eine bestimmte Partei ab", erklärt Initiator Fix, "sondern einzig gegen die SPD." Die Wut der Ärzte richtet sich auch gegen Karl Lauterbach, den Gesundheitsexperten der sozialdemokratischen Bundestagsfraktion. Er sei der "Architekt des Umbaus des Gesundheitssystems". Auf einem eigenen Plakat werden ihm "acht Jahre Politik gegen die freien Arztpraxen" vorgeworfen.

    Interessierte Mediziner können die Plakate kostenlos über Hippokranet beziehen. Die Idee dahinter ist klar: Die Patienten sollen die Wahlempfehlung im Wartezimmer lesen. Der Vorgang ist damit ziemlich einzigartig - selten hat eine Lobbygruppe so offen zur Abwahl einer Partei aufgerufen. Für Ärger sorgt bei Medizinern derzeit vor allem die Honorarreform.

    Allerdings warnen die Ärzte bereits, dass sie auch die Politik von CDU und CSU "aufmerksam beobachten". Je nachdem, was die Unionsparteien in ihre Wahlprogramme schreiben, könne man die "Aktion 15" jederzeit "auch auf die CDU/CSU ausdehnen".

    Lauterbach hofft auf Schub für die SPD

    Lauterbach selbst gibt sich angesichts der Kampagne lässig. Der SPD-Abgeordnete sagte SPIEGEL ONLINE: "Ich erwarte da keine große Wirkung." Seine Forderungen - zum Beispiel nach einer Abschaffung der kassenärztlichen Vereinigungen - teile eine Mehrzahl der Ärzte. Für Lauterbach steht jedenfalls fest: "Die Ärzte in meinem Wahlkreis werden sich diese Plakate nicht aufhängen."

    Lauterbach ist Professor für Gesundheitsökonomie. Er hofft nun gar auf eine positive Wirkung der Plakate für die SPD: "Die Kampagne kann dazu führen, dass Wähler von der Union zur FDP wechseln. Das würde unserem Ziel einer Koalition mit Liberalen und Grünen entgegen kommen." In einer solchen Ampel-Koalition könne die SPD ihre Ziele "besser umsetzen" als in der Regierung mit der Union, sagte Lauterbach.

    Der Abgeordnete ist immer wieder Angriffen ausgesetzt, sie kämen aber nur von einem kleinen Teil der Ärzteschaft, betont er: "Bei Fachärzten stößt meine Aussage, dass es in Deutschland zu viele von ihnen gibt, naturgemäß auf Ablehnung." Lauterbach fordert, Hausärzte zu stärken, die seiner Meinung nach zu wenig verdienen.

    Quelle: Spiegel Online - 27.03.2009

    :: Die CDU/CSU hätten se auch gleich noch dazu aufnehmen können! Gesundheit ist individuell und kann deshalb nicht mit einem Pauschalbetrag pro Patient behandelt werden...
     

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  3. #2 27. März 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    Meine Signatur passt hier doch Perfekt:
    Von daher ist ihr da sein sowieso widersprüchlich wie so vieles in diesem Land. Und wie du schon sagst ist Gesundheit keine generelle Sache, Medizin muss Individuell behandelt werden und dies ist in diesem Land einfach unmöglich was man Beispielweise an der Elektronische Gesundheitskarte erkennt. So können Staat und Krankenkassen genaustens Beobachten welche Heilmethoden der Arzt verwendet und eben diese bei zu hohem Kostenaufwand unterbinden.
     
  4. #3 28. März 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    Krasse Sache!
    Wenn man sich vorstellt, dass Ärzte in ganz Deutschland sich für diese Aktion zusammentun..
    In Wartezimmern ist man immer Ewigkeiten und stiert in die Gegend. Wenn dann solche Plakate da hängen, bekommt das sicher Resonanz. Huiuiui
    Will mir gar nicht ausmalen, wie es aussieht, wenn die FDP mal stärker als die SPD ist. Aber dann müsste die CDU eigentlich genauso abkacken irgendwann.
     
  5. #4 28. März 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    Finde die Aktion Klasse!
    Die Gesundheit ist unser höchstes Gut. Unser Gesundheitssystem war über Jahrzehnte führend und wird von Frau Schmid seit Jahren Stück für Stück demontiert.
    Die Ärzte werden diffamiert, Landarztpraxen müssen schließen und der Patient wird in den Massenabfertigungen der Klinikzentren zum 0815-Kunden... traurig
     
  6. #5 29. März 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    ich finde die aktion unmöglich...
    es mag ja sein, dass bestimmte aktionen der gesundheitsministerin diesesm ärzteverband nicht passen, aber dann gleich mit einer plakataktion den boykott einer ganzen PARTEI zu fordern, halte ich für äußerst fragwürdig.
     
  7. #6 29. März 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    Ist ne gute Aktion. Gerade wurde im Fernsehen gesagt, dass die SPD das gegen Rechtliche Vorgehen will. Aber ich frag mich wie die das machen wollen? Für mich fällt sowas unter Meinungsfreiheit...

    Eigentlich kann man gar keine Partei wählen... die haben alle kein Konzept.
     
  8. #7 29. März 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    Und deren Gesundheitsreform findest du nicht merkwürdig? Was da abgeht ist unterste Schublade. Diese Ulla verbaut da wirklich alles. Gut, dass ich extrem selten zum Arzt gehe. Ich geb mir das alles nicht mehr.
     
  9. #8 29. März 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    Nein, deine Signatur passt überhaupt nicht in das Thema, weil es nicht um den generellen Bestand von Ärzten geht, sondern um gewisse Reformen bzw eben Ulla Schmidt usw.
     
  10. #9 1. April 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    Finde ich ebenfalls super, vorallem, da ich von der SPD eh nichts mehr halte, seit den Ereignissen letzten Jahres: Wortbruch, Drohungen gegen die eigenen Reihen etc.
    Vielleicht kommen die Genossen endlich mal drauf, dass sich ihre Partei in eine falsche, sich selbst untreue, Richtung entwickelt hat.
     
  11. #10 1. April 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    Ich finde diese Aktion auch Super!

    Glaube zwar nicht dass das klappt, aber cool wäre es auf jeden fall!

    Meine nichtstimme bei der SPD habt ihr schonma ;-)
     
  12. #11 3. April 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    Die Aktion ist doch eine bodenlose Frechheit. Wenn man überlegt, dass sich scheinbar studierte diese Sache ausgedacht haben, dann muss man sagen, dass unser Bildungssystem wirklich unterste Schublade ist. Aber gut, damals für Bio musste man ja auch nur stupide lernen und brauchte nicht die hellste Leuchte sein.

    Fakt ist, SPD und CDU haben diese fragwürdige Reform ausgeheckt und durchgezogen. Also gehören beide angeprangert oder keiner.
    Aber vielleicht trauen die sich auch nur nicht an CDU und CSU ran, weil sie Angst vor Schäuble haben, wer weiß?
     
  13. #12 4. April 2009
    AW: Ärzte wollen SPD auf 15 Prozent drücken

    ursachenforschung ist wichtig, die frage ist, ob wirklich die spd allein dafür verantwortlich ist.
    da sind es nämlich eher einzelne personen, es ist nicht der beste weg alle in einen topf zu werfen.

    mein onkel ist selber hausarzt, hat extreme probleme, wegen der verfahrenen gesundheitspolitik und wird wahrscheinlich wenn es so weitergeht bald insolvenz anmelden müssen. er bekommt momentan glaube ich 45% seines gehalts. 45%. bei gleicher patientenzahl, die im 4 stelligen bereich liegt. der durchschnittliche patientensatz eines jeden deutsche arzt soll bei 800-max1000 personen liegen, soweit ich weiß, bin mir aber nicht sicher.

    und ich glaube kaum, dass dies ein einzelfall ist.
    mein onkel hat mehrfach versucht sowohl mit lauterbach als auch mit schmidt auf der suche nach einer zufriedenstellenden lösung zu kommunizieren, es scheint aber nichts bei rumzukommen, weil deren politik, wie auch die anderer, oft keinen blick für unten hat.
    damit will ich nicht sagen, dass sie sich um jeden kleinen mist kümmern sollen, aber durch ignoranz wird selten etwas besser.

    durch statisches standpunkt beharren ist ein ansatz zugunsten der ärzte schwer, wenn nicht sogar unmöglich.
     

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