Aus für elektronischen Dokumentenversand?

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von xxxkiller, 14. Mai 2007 .

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  1. #1 14. Mai 2007
    Der gewerbsmäßige Versand digitalisierter Dokumente per E-Mail ist nicht mehr erlaubt. Elektronische Dokumentenversanddienste wie etwa Subito oder TIB Order stehen deshalb möglicherweise vor dem Aus. Das Oberlandesgericht München hat jetzt entschieden, dass diese Art von Service gegen das Urheberrecht von Verlagen und Autoren verstoße (Az: 29 U 1638/06). Bleibt dieses Urteil bestehen, müssten Subito oder TIB Order die Dokumente künftig wieder per Fax oder per Post an ihre Kunden versenden. "Ein Rückfall ins Mittelalter", bewertet Nicole Petri von der Technischen Informationsbibliothek Hannover (TIB) dieses Urteil verständnislos. Schließlich habe der Bundesgerichtshof (BGH) schon 1999 im Sinne des Fortschritts das Gegenteil verfügt und das Treiben der elektronischen Dokumentenversanddienste erlaubt.

    In Bibliotheken und Katalogen recherchieren, kopieren und verschicken elektronische Versanddienste im Auftrag von Kunden Fachartikel aus Fachzeitschriften und führen im Gegenzug Honorare und Tantiemen an die Verlage ab, aus deren Bestand sie sich bedienen. Die Fachartikel werden digitalisiert und als Dateidokument per E-Mail an die Auftraggeber verschickt. "Das ist ein Service für diejenigen, die nur einen ganz bestimmten Artikel benötigen, sich das teure Abonnement der Fachzeitschrift aber nicht leisten können oder wollen", erklärt Nicole Petri das Wesen ihrer Branche. Denn diese Fachzeitschriften gebe es meist nur im Abo, "insofern ist es schwierig für andere, relativ kostengünstig an dieses Wissen heranzukommen." Die Fachverlage wiederum sehen durch die elektronische Versendung ihrer Artikel durch Dritte ihr Geschäft gefährdet, klagten deshalb gegen Subito, TIB Order & Co., führten dafür das Urheberrecht ins Feld und bekamen nun vom OLG München recht.

    "Wir sind aber der Meinung, dass diese Artikel frei zugänglich sein müssen und deshalb auch elektronisch versandt werden können", fordert Petri und sieht das letzte Wort in diesem Konflikt noch nicht gesprochen. Aller Voraussicht werden ihre Kollegen von Subito in Revision gehen; der Fall wird also abermals vor dem BGH verhandelt. Doch bis es soweit ist, müssen sie die Dokumente einstweilen per Fax oder per Post versenden - beziehungsweise mit den Verlagen jeden digitalen Einzelfall extra aushandeln.

    Quelle: yahoo.de
     

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