BP schließt Alaska- Ölfeld wegen Pipeline- Korrosion

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von xxxkiller, 7. August 2006 .

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  1. #1 7. August 2006
    New York - Die Schließung des größten amerikanischen Ölfelds "Prudhoe Bay" im hohen Norden Alaskas wegen starker Korrosion an Transit-Pipelines sind für den britischen Ölriesen BP der neue Höhepunkt einer nicht endenden Serie von schwerwiegenden Problemen in den USA.

    Durch die Stilllegung fallen vorübergehend 400 000 Barrel (ein Barrel 159 Liter) pro Tag weg oder rund acht Prozent der amerikanischen Gesamtförderung. Das ist angesichts der engen Marktlage an den Ölmärkten ein enormer Brocken und hat die Ölpreise am Montag zeitweise um 2,4 Prozent auf deutlich über 76 Dollar je Barrel in den Höhe getrieben. Die BP-Aktien fielen in New York vorbörslich um 1,89 Prozent auf 71,17 Dollar. Die Schließung kommt zu einer außerordentlich ungünstigen Zeit, denn die amerikanische Sommerreisesaison ist auf ihrem Höhepunkt und der für US-Verhältnisse schon hohe Benzinpreis dürfte damit weiter in die Höhe gehen.

    In dem rund 35 Kilometer langen Prudhoe-Bay-Pipelinenetz hatte es bereits im März einen schwerwiegenden Zwischenfall gegeben, als bei einem Pipeline-Leck rund eine Million Liter Öl ausgelaufen waren und die umliegende Tundra verpestet hatten. BP steht seither unter scharfer Kontrolle der Umweltbehörden. Der britische Konzern musste sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht genug zur Überprüfung und Instandhaltung der Pipelines getan zu haben, die das Öl in die Trans-Alaska-Pipeline transportieren.

    Bei einer schweren Explosion in der BP-Raffinerie in Texas City (US-Bundesstaat Texas) waren im März 2005 insgesamt 15 Beschäftigte umgekommen, und BP steht seither auch aus diesem Grund in den USA unter Druck. Es laufen zahlreiche Schadenersatzklagen, und BP bekam von der amerikanischen Betriebssicherheitsbehörde OSHA wegen Verstößen eine Strafe von 21,3 Millionen Dollar auferlegt.

    Die BP-Tochterfirma BP Products North America wurde im Juni von der für den Warenterminhandel zuständigen US-Aufsichtsbehörde CFTC in einem Bundesgericht in Illinois beschuldigt, versucht zu haben, den Propangas-Markt im Februar 2004 manipuliert zu haben.

    Korrosionsprobleme an Pipelines sind bei der Ölförderung üblich und werden mit Korrosionsschutzmitteln bekämpft. Werden die Leitungswandungen durch die Korrosion zu dünn, kann es zu Öllecks kommen. BP hat bisher nach eigenen Angaben rund 40 Prozent der örtlichen Pipelines inspiziert und wollte ein rund fünf Kilometer langes Leitungsstück ersetzen. Jetzt kommt es aber zu der temporären Schließung des gesamten Ölfelds, um mögliche Umweltprobleme zu vermeiden und die Sicherheit der Pipelines zu garantieren.

    Die schlimmste Umweltkatastrophe hatte es 1989 in Alaska gegeben als der Tanker Exxon Valdex im Prinz-William-Sund auf Grund gelaufen war und eine Ölpest verursacht hatte.

    Das Öl von der Prudhoe Bay und anderen großen Ölfeldern im größten US-Fördergebiet, der "North Slope" von Alaska, wird über die örtlichen "Transit"-Pipelines gesammelt und dann in die rund 1300 Kilometer lange Trans-Alaska-Pipeline eingespeist und zum eisfreien Hafen Valdez im Süden des US-Bundesstaates transportiert. Von dort wird das Öl auf Tanker verladen und vor allem zu Raffinerien an der amerikanischen Westküste in den Bundesstaaten Kalifornien und Washington transportiert.

    BP hatte am 25. Juli angekündigt, dass man eine Milliarde Dollar zusätzlich zu den bereits vorgesehenen sechs Milliarden Dollar für die Verbesserung der Sicherheit in den US-Raffinerien sowie für die Reparaturen und die Erneuerung der örtlichen Ölfeld-Pipelines in Alaska ausgeben wolle.

    Trotz aller amerikanischen Umwelt- und Rechtsprobleme hatte der zweitgrößte Ölkonzern der Welt nach ExxonMobil dank der hohen Öl-, Erdgas- und Benzinpreise im zweiten Quartal 2006 kräftig verdient. BP hatte seinen Gewinn gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit um rund 30 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar erhöht und im ersten Halbjahr 12,9 Milliarden Dollar verdient.

    Quelle: web.de
     

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