Bürgerrechtler warnen vor Googles neuer Desktop-Software

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 10. Februar 2006 .

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  1. #1 10. Februar 2006
    Die US-Bürgerrechtler der Electronic Frontier Foundation sind gar nicht begeistert: Die neuen Features von Google Desktop 3 bedeuteten eine starke Gefährdung für die Privatsphäre der Nutzer.

    Googles neue lokale Suchmaschinensoftware kann nicht nur die lokale Festplatte und das Internet durchstöbern, sondern auch die Google-Indices anderer Rechner. Dazu benötigt der Nutzer zunächst einen Account bei Google. Alle Rechner, auf denen Google Desktop unter diesem Account läuft, können auf Indices der jeweils anderen Rechner zugreifen. Die Indices speichert Google auf einem eigenen Server, damit die Daten auch zur Verfügung stehen, wenn der Rechner abgeschaltet ist.

    Die Datenschützer der EFF sehen die Regierungsbehörden in Vorfreude auf die Datenbasen, auf die sie dadurch möglicherweise Zugriff bekommen, bereits jubeln. Nutzer sollten das neue Feature der Google-Software keinesfalls einsetzen. Die privaten Daten seien durch die Funktion leichter für Verfügungen erreichbar, die Regierungsbehörden oder private Kläger beantragten; man brauche in diesem Fall keinen Durchsuchungsbefehl wie bei der Speicherung auf privaten Rechnern. Betrachte man dies zudem im Licht der Versuche der US-Regierung, an die Log-Dateien von Google heranzukommen, könne man es nur als schockierend bezeichnen, dass Google von den Nutzern erwarte, der Firma ihre privaten Daten anzuvertrauen.

    Die EFF weist darauf hin, dass in den USA der Electronic Communication Privacy Act von 1986 für E-Mails und andere Dateien, die bei Online-Providern gespeichert würden, nur geringen Datenschutz vorsieht, weit weniger, als wenn dieselben Dateien auf den lokalen Rechnern der Nutzer gespeichert sind. Zudem bedeute die Speicherung der Indices bei Google, dass Angreifer eine zentrale Anlaufstelle für die privaten Daten eines Users hätten, sollten sie in den Besitz seines Google-Passworts kommen.


    quelle: heise online
     

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