"Der Libanon ist Israels Hiroshima"

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von z3Ro-sHu, 25. Juli 2006 .

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  1. #1 25. Juli 2006
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    Die arabischen Staaten haben ihre Bemühungen zur Lösung des Nahost-Konflikts verstärkt - allen voran Ägypten und Saudi-Arabien. Denn der Druck aus der eigenen Bevölkerung wird immer größer - verstärkt durch die anti-westliche Berichterstattung der Medien.

    Von Alexander von Uleniecki, ARD-Hörfunkstudio Kairo

    In den vergangenen Tagen ist es erneut zu anti-israelischen Demonstrationen in Ägypten gekommen. Die Größte gab es in Kairo an der Al-Azhar-Moschee. An die 6000 Menschen versammelten sich dort und riefen Israel-feindliche Parolen, es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Dabei wurden drei Menschen verletzt.

    Die Demonstranten zeigten auch Bilder des Hisbollah-Anführers Nasrallah, ebenso Spruchbänder, auf denen die Hisbollah als "Widerstandsgruppe" gefeiert wurde. Zu Kundgebungen kam es auch in Alexandria und in Al Arisch im Nord-Sinai. Es waren insgesamt deutlich mehr Menschen als bei ähnlichen Protesten vor einer Woche. Und auch der Unmut gegenüber den eigenen Machthabern wächst von Tag zu Tag. Viele in der arabischen Bevölkerung vermissen ein hartes und konsequentes Durchgreifen gegen Israel. So waren bei einigen Demonstrationen auch Bilder des ehemaligen ägyptischen Präsidenten Nasser zu sehen. Dieser wird bis heute noch von vielen, gerade bei der einfachen Bevölkerung, als panarabischer Held gesehen, als Wahrer und Beschützer arabischer Interessen gegenüber dem Westen.
    Regierungen werfen Medien Hetze vor

    Zur Stimmung in der Region dürften auch die Medien beigetragen haben. Die Zeitungen in der Region berichten selbstverständlich fast nur noch über den Libanon-Konflikt, kein anderes Thema sorgt derzeit für mehr Emotionen. Und in den Kommentaren sparen die meisten Redakteure nicht mit harscher, teils polemischer Kritik: so Bezeichnet das saudische Blatt "Arab News" den Libanon bereits als "Israels Hiroshima". Die Sprengkraft der israelischen Bomben entspreche der von Atombomben.

    Kaum jemand in der arabischen Welt kann sich derzeit den Bildern der Zerstörung aus dem Libanon entziehen, Nachrichtensender wie Al Arabija oder Al Dschasira laufen fast ununterbrochen in den Cafes, Geschäften und Restaurants. Den gemäßigten pro-westlichen Machthabern in Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien ist das ein Dorn im Auge; sie warfen Sendern wie Al Dschasira bereits vor, die arabischen Massen gegen den Westen und dessen Verbündete aufzuhetzen.
    Radikale Kräfte gewinnen an Popularität

    Man selbst hatte sich bisher mit allzu heftiger Kritik gegenüber Israel zurückgehalten, stattdessen auch der Hisbollah eine Mitschuld am Konflikt gegeben. Und das nicht ohne Hintergedanken: denn innenpolitisch gibt es Auseinandersetzungen mit radikal-islamischen Kräften. Eine Niederlage der Hisbollah, so die stille Hoffnung, könnte auch die Gegner im eigenen Land schwächen. Doch das Gegenteil trat bisher ein: Die Hisbollah und ihre Unterstützer in der arabischen Welt gewinnen an Popularität.

    Und angesichts des zunehmenden Drucks durch die aufgeladene Stimmung in der Bevölkerung, haben nun auch Ägypten und Saudi-Arabien ihre diplomatischen Bemühungen forciert, die Krise rasch zu entschärfen und selbstbewusster gegenüber dem Westen aufzutreten. Schon bei der Visite des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier in Kairo, hatte dessen ägyptischer Amtskollege Abul-Rheit einen sofortigen Waffenstillstand gefordert, ebenso einen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah.

    Erste diplomatische Erfolge

    Ägypten setzt sich außerdem für eine Stationierung der libanesischen Armee im Süden des Landes ein, auch vom Einsatz von Friedenstruppen im Grenzgebiet ist die Rede. Auch Saudi-Arabien sprach sich bei dem Verbündeten USA für eine Waffenruhe aus. Außenminister Prinz Saud al Faisal überreichte US-Präsident George W. Bush einen Brief des saudischen Königs. Darin bat dieser Bush, sich um einen sofortigen Waffenstillstand in der Region zu bemühen. Gleichzeitig wurde aber auch Syrien von Ägypten und Saudi-Arabien aufgefordert, die Unterstützung der Hisbollah zu stoppen. Diese Signale kamen offenbar an: Die USA scheinen ihren Kurs in dem Konflikt zu ändern. Syrien deutete an, dass es bereit sei, die Beziehungen zu den USA zu erneuern.
     

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