Der :mad:-Forscher

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von z3Ro-sHu, 12. September 2006 .

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  1. #1 12. September 2006
    Fünf Jahre lang hat ein US-Juraprofessor die Macht eines Worts erforscht - heimlich. Dann wollte niemand seine Studie drucken, doch im Web wurde «:mad:» der Renner - und kommt nun endlich in eine Fachzeitschrift.

    Der Jurist und Hochschullehrer Christopher Fairmanhat die vielleicht kurioseste wissenschaftliche Arbeit dieses Sommers vorgelegt - die zu einem echten Netzphänomen geworden ist, berichtet Spiegel Online «:mad:», so kurz und prägnant lautet der Titel seines Aufsatzes.

    «Es ist ein so schlimmes Wort, ich kann nicht einmal einen Verleger für meinen Aufsatz finden», hatte Fairman im April in der CBC gesagt. Obgleich «:mad:» als wissenschaftliche Arbeit enormes Interesse auf sich gezogen hat, stiess der Aufsatz bei juristischen Fachzeitschriften auf Ablehnung. Die «Kansas Law Review» etwa brauchte nur 25 Minuten, um die Einreichung zurückzuweisen.

    Nur eine digitale Vorfassung hat Fairman ins Netz gestellt - wo sie seit März für Rekord-Downloads sorgt. Die PDF- Fassung auf dem Social Science Research Network (SSRN) katapultierte Fairman aus dem Stand heraus auf den siebten Platz unter den 1500 meistgelesenen Jura-Autoren. In der Top Ten des Digitalverlegers Berkeley Electronic Press steht der Aufsatz bis heute unangefochten auf Platz eins. Die Titel der übrigen Abhandlungen sind zwar bis zu 34-mal länger, doch kein Aufsatz wurde seit seiner Veröffentlichung häufiger heruntergeladen als Fairmans 74-seitige Studie.

    Fünf Jahre geheime :mad:-Forschung
    Lange hat der Karriere-Jurist gezögert, seine Arbeit zu veröffentlichen. Die Angst, in den USA zwischen die Fronten von politischer Korrektheit und Bigotterie zu geraten, ist nicht ganz abwegig. Erst als er über die Sicherheit einer unkündbaren Anstellung am renommierten Moritz College of Law der Ohio State University verfügte, traute er sich.

    Der Auslöser für das alles war ein Bewertungsbogen gewesen. Im Herbst 2001, am Semesterende seines zweiten Jahres als Juradozent, hatte sich ein Student verstört über Fairman gezeigt: Der Dozent habe im Seminar das F-Wort benutzt. Hatte er auch, allerdings als er aus einer Urteilsbegründung zitierte. Wie konnte ein erwachsener Mensch sich darüber nur aufregen? Fairman wurde bei der Wirkung von :mad: hellhörig - und fand Fälle zuhauf.

    «Ich verbrachte die nächsten Jahre damit, die massive Überschneidung zwischen dem Gesetz und dem Wort :mad: zu erforschen», sagte Fairman. Der Jurist wälzte Gesetze, Bestimmungen und Urteilsniederschriften. Ein unbedachtes :mad:, so sein Ergebnis, kann den gewöhnlichen US-Bürger gleich in vierfacher Hinsicht vor den Kadi bringen:

    - Im Streit um die im ersten Zusatzartikel zur Verfassung verbürgte Meinungsfreiheit,
    - bei Verwendung des Wortes in Radio oder Fernsehen,
    - als Ausdruck sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und
    - im Unterricht an öffentlichen Schulen und Universitäten.

    Nur im ersten Fall stehen die Chancen gut, ungestraft davon zu kommen. Doch in den drei anderen Rechtsgebieten bringt das Wort regelmässig US-Bürger in die Bredouille.


    Warum aber die vier Buchstaben F, U, C und K in der Lage sind, die Gemüter dermaßen zu erhitzen, das konnte sich Fairman allein aus den Paragraphen nicht erklären. Im Kapitel «:mad: History» geht er auf die Spurensuche.

    Altägyptischer Fluch

    Die Geschichte des bewussten Wortes ist nebulös: Ein englisches und ein schottisches Gedicht aus dem späten 15. und frühen 16. Jahrhundert werden als erste Fundstellen in der englischen Schriftsprache gehandelt. Einige Wissenschaftler beziehen :mad: auf das germanische Wort für klopfen, das verwandt ist mit dem Altniederländischen «:love:n» und dem Mittelhochdeutschen «vicken». Ebenso werden italienische, französische und keltische Wurzeln diskutiert.

    Für Rechtsgelehrte besonders interessant dürfte indes ein möglicher Ursprung im Altägyptischen sein, von dem Fairman berichtet. Zur Zeit der letzten Dynastien des Nilreichs seien juristische Schriftstücke mit einer expliziten Verwünschung besiegelt worden: «Wer dies missachtet, soll von einem Esel :love: werden.» Als Hieroglyphe für diesen drastischen Umstand hätten zwei gekreuzte Phalli gedient.

    Quelle:20min.ch
     

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  3. #2 12. September 2006
    AW: Der :mad:-Forscher

    es ist wirklich interessant zu welchen absurden themen heutzutage wissenschaftliche studien verfasst werden! ist die welt jetzt schlauer geworden?
     
  4. #3 12. September 2006
    AW: Der :mad:-Forscher

    LOL
    5 Jahre lang das Wort ":mad:" studiert!!^^
    Wo kann man sich das runterladen? Würde mir die Studie auch gerne mal durchlese^^
     
  5. #4 13. September 2006
    AW: Der :mad:-Forscher

    Hehe :D Würd ich auch mal gerne lesen. Aber hat der Typ nichts anderes zu tun als 5-Jahre lang über das wort :mad: nachzudenken???
     
  6. #5 13. September 2006
    AW: Der :mad:-Forscher

    Er entlarvt damit nur wie lächerlich die US-Gesellschaft im Umgang mit Schimpfwörtern agiert

    Es werden wahrscheinlich jährlich mehr Leute wegen :mad: angeklagt, als wegen Mordes. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, der unbegranzten Zeit, und des unbegrenzten Wohlstands -> np!
     
  7. #6 13. September 2006
    AW: Der :mad:-Forscher

    boa das sowas regt mich auch aber ich finds gut das er die us regierung und so mal lächer lich macht, aber trozdem die sollen sich mal mit wichtigern dingern bescheftigen ich will in meinem leben noch mal ins all :D
     
  8. #7 13. September 2006
    AW: Der :mad:-Forscher

    Voll der geile Forscher...hoffentlich bekommt der dafür den Nobelpreis. Und der Titel ihrer Nobelpreisarbeit lautet...:mad:. Das wär doch mal der Brüller der Nation. Das man darüber ne Arbeit schreiben kann is schon klar....aber das die dann auch noch tausende lesen..wundert mich..aber wahrscheinlich haben die das gleiche gedacht und waren neugierig=)
     
  9. #8 13. September 2006
    AW: Der :mad:-Forscher

    eben! und das kann ich voll nicht verstehen, wenn soviele ":mad:" sagen (die politiker bestimmt nciht ausgeschlossen also inner freizeit oder zu hause nehmen sies wohl auch in den mund) dann solln die damit mal lockerer umgehn.
    ich würd das ja mit dem deutschen wort ":poop:"oder auch ":love:n" vergleichen wobei ich denke, dass es dafür zich übersetzungen gibt...kommt halt drauf an in welchem zusammenhang. und jetzt mal ehrlich, wie oft sagt ihr täglich :poop:^^

    @threadsteller: hast den passenden titel getroffen ;)
     

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