Druckertinte selbst herstellen aus Wodka, Öl und Ruß

Artikel von Jonas Hubertus am 20. März 2019 um 10:40 Uhr im Forum Hardware & Peripherie - Kategorie: Technik

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Druckertinte selbst herstellen aus Wodka, Öl und Ruß

20. März 2019     Kategorie: Technik
Den Gewinn erzielen Druckerhersteller mit dem Verkauf von Druckertinte oder Tonern. Die Geräte sind im Verkauf meist sehr günstig, entsprechend müssen sie teurerer Druckerpatronen verkaufen um Gewinne zu erzielen. Die Gewinnmarge ist bei der Tinte extrem hoch. Dabei besteht zumindest die schwarze Tinte zum größten Teil aus "Ruß". Ein Student hat daher nun eine kostengünstige Alternative entwickelt: Aus Öl, Wodka und Kohlenstoff mischt er seine Druckertinte selbst.


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Druckqualität ist vergleichbar mit Schreibmaschinen
Tinte herstellen ist deutlich kostengünstiger. „Die meisten Leute wissen das nicht, aber die Tinte, die man kauft, ist Nichts. Es ist einfach Ruß gemischt mit einigen Chemikalien und das ist es. Wenn man seine eigene Tinte macht, wären die Kosten definitiv viel, viel geringer“, erklärt der Student.
Sein erster Prototyp kann dabei den Ruß einer brennenden Kerze einziehen und mit den anderen Materialien vermischen. Die so entstehende Tinte wird dann in eine herkömmliche Druckerpatrone gefüllt. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen und ist vergleichbar mit den Texten aus alten Schreibmaschinen.

Bei der Qualität kommt es auf die Partikelgröße an
Ruß ist nicht gleich Kohlenstoff. Denn Ruß ist eine besondere Form, der Kohlenstoff bildet winzige Kügelchen und ist in der Partikelgröße extrem klein, dies macht einen unterschied beim Drucken, denn je feiner und besser separiert sich die Farbe mit der Düse auf das Papier "spritzen" lässt, desto besser das Druckergebnis. Bei farbiger Tinte ist der Kostenaufwand etwas höher, die Pigmente sind hier der teuerste Faktor. Doch mittlerweile werden fast nur noch billige Erdölbasierte Farbstoffe verwendet die nicht Farbecht sind und am Tageslicht ausbleichen. Anders ist das bei Laserdruckern, hier sind die Pigmente meist "Farbecht" und halten damit für die Ewigkeit. Es gibt aber auch hochwertige Tinte mit echten Pigmenten, für den Fotodruck oder ähnliches.

Unterschied von Alternativen und originale Tonern


Der haupt Unterschied liegt im Preis, während alternative Hersteller sich nur auf einen Nachbau konzentrieren müssen und hier von der hohen Gewinnspanne profitieren, können sie Produkt günstiger am Markt anbieten als ein Markenhersteller, der seine Kosten für die gesamte Entwicklung über die höheren Preise kompensieren muss.


Toner-Refill als Alternative


Noch preiswerter als Nachbauten ist es, wenn die Toner günstig neu mit Farbpulver befüllt werden. Das ist in sofern billiger, weil man sich das Material und die Herstellungkosten der Tonerkartuschen spart, zudem schont das die Umwelt, denn normal müssen diese gesondert entsorgt werden. Weshalb es zu bevorzugen ist durch Wiederauffüllen zur Verringerung des Sondermülls beizutragen.
Wir raten Ihnen davon ab, Tonerkartuschen selbst zu befüllen. Auch wenn das Experiment oben gezeigt hat wie einfach die Herstellung wäre. Ein Toner-Refill ohne Erfahrung oder genauer Refill Anleitung kann zum Beispiel Ihren Laserdrucker stark verschmutzen. Der wohl größte Nachteil eines einfachen Toner Refills ist, dass die Verschleißteile der Tonerkartusche nicht gewechselt werden. Viele Druckerhersteller bauen die Verschleißteile einer Tonerkartusche extra "kurzlebig". Daher sollten sie nur Refill-Toner kaufen, bei denen diese Teile auch getauscht wurden.

Die Qualität unterscheidet sich kaum
Die meisten Hersteller haben große Hersteller von Pigmenten als Quelle für ihr Nachfüllpulver, das sollte sich nur wenig von den Originalen unterscheiden. Allerdings kommt es durchaus zu unterschieden, denn die Partikelgröße und Pigmentqualität kann sich durchaus unterscheiden. Daher sollte man nicht all zu billige China Toner kaufen und lieber doch in Deutschland kaufen, wo man ggf. auch Beschwerde abliefern kann oder gar eine Garantie in Anspruch nehmen kann.

Garantie des Druckers bleibt bestehen
Viele glauben, dass die Garantie ihres Druckers erlischt wenn sie alternative Toner/Druckerpatronen verwenden, das stimmt nicht. Dieser Irrtum ist noch immer weit verbreitet, obwohl es inzwischen Hersteller gibt, die offiziell sagen, dass die Garantie unabhängig von den verwendeten Tintenpatronen oder Tonerkartuschen gewährt wird. Einer dieser Hersteller ist Hewlett-Packard (HP), welcher in den Garantiebedingungen schreibt, dass die Nutzung von nachgefüllten, kompatiblen Tonern und Tinten keine Auswirkung auf die Garantie der Drucker-Hardware hat. Aber auch, wenn die Hersteller nicht extra darauf hinweisen, darf die Garantieleistung nicht von den verwendeten Patronen beeinflusst werden.

Kosten: Laser oder Tinte

Generell unterscheiden sich die Betriebskosten von Laserdrucker zu Tintenstrahldrucker enorm, vor allem bei Vieldruck in Schwarz/Weiß sind Laserdrucker mit Toner trotz der deutlich höheren Energiekosten günstiger. Zudem muss man die extrem teuren Toner nicht original kaufen. Heute gibt es aber auch leistungsstarke Tintendrucker, welche dem Laser auch in Sachen Druckgeschwindigkeit nichts nachstehen, doch diese sind in der Anschaffung sehr teuer.


 

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