Eltern "Lan" in Bochum 2008

Dieses Thema im Forum "Schule, Studium, Ausbildung" wurde erstellt von BHfanatico, 29. Dezember 2008 .

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  1. #1 29. Dezember 2008
    Part #1

    Eltern/Lehrer-LAN Bochum - Aus unserer Sicht: Die Veranstaltung

    Der Spiegel berichtete am 4.11.08 über eine der ersten der Eltern/Lehrer LAN 's, eingeleitet hatte der Kollege Johannes Gernert seinen Bericht mit der Spiegelroten Überschrift "Killen wie im Kinderzimmer", im weiteren Verlauf des Berichts wurde deutlich gemacht welchen Eindruck man dem Leser vermitteln will, mit prägnanten Absätzen wie "Pädagogen an der Pixelknarre" krönte man das Ganze in dem man dem PR Mann der
    Turtle Entertainment GmbH Epilepsie attestierte. Auch das Fernsehen hielt es nicht anders, Computerspiele verteufeln, teilnehmenden Eltern, Lehrern und dem Veranstalter auf Teufel komm raus, mit Teilzitaten die Worte im Mund verdrehen. Auch wird immer wieder gern von der 'grossen Presse' und 'weltverschlossenen Politkern' behauptet, das gerade junge Initiativen wie zum Beispiel Spielraum 'geschmiert' sind, da sie Unterstützung in Form von Fördermitteln durch die Spieleindustrie erhalten. Woher soll das Geld denn kommen, im Hinblick auf 'leere' Staats- und Länderkassen? Das zum Beispiel EA (Electronic-Arts) Mitspracherecht über Berichterstattung oder Abläufe der Initative hätte wird unterstellt. Nachfragen bleiben unbeantwortet, Beweise das dem so ist werden nicht erbracht.

    Fern von demagogischer Berichterstattung und haltlosen Unterstellungen versuchen wir nun unseren Eindruck der Eltern/Lehrer-LAN die in Bochum am 28. November 2008 stattfand objektiv rüber zu bringen, ob es uns gelingt, dass zu entscheiden überlassen wir unserer geehrten Leserschaft. Dafür war es uns wichtig, kritische Fragen an die Veranstalter, die Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit der Electronic Sports League (ESL), den Spieleratgeber-NRW des Vereins ComputerProjekt Köln und an Spielraum, das Institut zur Förderung von Medienkompetenz der Fachhochschule Köln, aber auch an die teilnehmenden Pädagogen und Eltern zu richten.

    Dazu war es notwendig unseren Eindruck der Veranstaltung sacken zu lassen, einen Schritt zurück zu treten und das Bild als Gesamtes zu sehen. Deshalb auch unsere relativ späte, aber dafür umfangreiche Berichterstattung, die wir Ausnahmsweise auf drei Artikel verteilen, damit euer Scrollrad schonen und unabhängiger Berichterstattung Rechenschaft tragen.

    Eingeleitet wurde die Veranstaltung in einem Nebenraum der Bochumer RuhrCongress mit der Begrüssung durch Arne Busse von der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Mitherausgeber von spielbar.de.

    Die Teilnehmer sollten als erstes durch Punkteverteilung auf einer Zielscheibe angeben, warum sie der Einladung gefolgt sind. Jeder hatte 8 Punkte zu vergeben, auf dem Bild wird damit auch deutlich das die Teilnehmerzahl des noch jungen Projekts Eltern LAN relativ gering ist. Eltern, die in der Jugenderziehung erster Ansprechpartner für die Mündel sind, immer noch in der Minderheit. Ausgebildete und angehende Pädagogen zeigen mehr Interesse und scheinen sich mehr damit auseinander zu setzen was ihre Kids 'daddeln'.
    Danach waren die Eltern und Pädagogen dran Counter-Strike 1.6 anzutesten. Die Aufgabe: Alle laufen auf der Map 'de_dust2' ohne zu schiessen zum Bombenblatz A und schauen was zu tun ist, Team Terrorist legt die Bombe, Team Counter-Terrorist entschärft sie sogleich. Das Ergebnis sah dann allerdings etwas anders aus: Einer fängt an zu schiessen, danach ertönen Feuersalven. Ergebnis: Ein Überlebender mit nur noch wenigen Healthpoints. Auch im nächsten Anlauf nach dem Rundenstart gab es virtuelle Verletzte, aber Ziel und damit Sinn des Spiels wurde nun allen deutlich. Danach ging es ins Match 5on5, nach und nach wurden die Teilnehmer erfahrener, der Sportgeist und Ehrgeiz war in allen geweckt.

    Spielend verbrachte man die Zeit von kurz nach 16.00 Uhr bis um 18.00 Uhr mit Counter-Strike. Danach kam es in den Nebenräumen der Halle zum Gespräch mit dem ESL-Moderator Dennis Gehlen, wo auch wir unsere User-Fragen sowohl an die ESL, als auch an die Teilnehmer und Veranstalter richten konnten, die wir euch morgen in der Fortsetzung unseres Artikels mitsamt den Antworten präsentieren.

    Im Anschluss nach dem Interview, gab es für die teilnehmenden Eltern und Lehrer eine pädagogische Beurteilung und Nachbesprechung, die, da sie sicher auch sehr persönliche Inhalte hatte, ohne die Presse stattfand. Wir nutzten dieses Zeitfenster für unsere 'little' Intel Friday Night Game Coverage.

    Für den morgigen Dienstag dürft ihr dann unseren Artikel Eltern/Lehrer-LAN Bochum - Aus unserer Sicht: Fragen, Antworten und Hintergründe und für Mittwoch Eltern/Lehrer-LAN Bochum - Aus unserer Sicht: Resümee erwarten.
     

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  3. #2 29. Dezember 2008
    AW: Eltern "Lan" in Bochum 2008

    Part #2
    +Interview

    Eltern/Lehrer-LAN Bochum - Aus unserer Sicht: Fragen, Antworten und Hintergründe #Update 15.00 Uhr-Diagramm

    Wir berichten gestern in unserem ersten Artikel über die Eltern/Lehrer-LAN am letzten Wochenende in Bochum, dabei schilderten wir den Ablauf der Veranstaltung in seinen Grundzügen.

    Heute nun setzen wir unsere dreiteilige Reihe fort und präsentieren die Antworten auf die Fragen die ihr an uns vor und während der Veranstaltung richten konntet. Aber auch die Hintergründe der Eltern/Lehrer LAN werden noch feiner herausgearbeitet, wissenschaftliche Studien vorgestellt um damit das Ganze mit Zahlen und Fakten zu untermauern.

    User und Redaktion fragen - Veranstalter, Teilnehmer und Spieler antworten

    el_papp: Wie warst oder bist du in der Schule?

    Dennis (22 J.): Ich war in der Schule immer recht gut, allerdings sank in der 8. Klasse mein Noten-Durchschnitt soweit ab das ich eine Klasse wiederholen musste. Damals spielte ich schon professionell in der ESL, aber den größten Teil meiner Freizeit verbrachte ich auf dem Fussballfeld, wohl gemerkt nicht beim virtuellen Fussball, sondern organisiert im Verein. Mein Abitur habe ich dann trotz Wiederholung geschafft. Heute, nachdem ich mich vom profesionellen, aktiven eSport zurückgezogen habe in dem ich herausragende Erfolge hatte, bin ich Moderator des ESL-TV und kann von meinen Gehalt sehr gut leben.

    Youngmo: Was hältst du von der Eltern LAN und hattest du früher Probleme mit deinen Eltern, haben sie dich unterstützt?

    Dennis: Die Eltern LAN ist eine interessante Veranstaltung, neben wenigen weiteren Initativen, ist die Eltern LAN eine der ersten Projekte die versucht Eltern und Lehrern Medienkompetenz zu vermitteln.
    Probleme mit meinen Eltern hatte ich keine, trotz 'Ehrenrunde' in der 8. Klasse haben sie immer an mich geglaubt. Durch dieses tiefe Vertrauen haben sie mich am meisten unterstützt.

    Darkseal: Ich würde gern wissen wie sich deine Eltern fühlen, da du mit eSport dein Geld verdienst und wie sie darüber denken?

    Dennis: Als ich damals auf der CeBit im Rahmen der WWCL Finals 2004 als Gewinn einen Smart Roadster nach Hause brachte haben sie schon ganz schön gestaunt. Auch habe ich zu der Zeit schon Geld damit verdient. Den eSport noch mehr anerkannt haben sie nachdem ich bei der Turtle Entertainment GmbH als Moderator eingestellt wurde. Ich glaube aber das sie nicht wirklich verstehen was Computer-Spieler da tun.

    Steel: Sehen sie als Pädagoge auch Vorteile darin wenn Kinder zocken? Wenn ja welche?

    Gerhard (46 J.): Bei jedem Spiel kann man lernen, dies sind unter anderem Geschick, Augen-Hand Koordination. Ausserdem ist spielen, neben weiteren Aktivitäten wie zum Beispiel Sport, eine gute Ablenkung und Freizeitgestaltung. Ich möchte aber auch betonen dass übermässiger Medienkonsum, wie jeder andere masslose Konsum negative Folgen haben kann.

    Redaktion: Erhalten sie Unterstützung durch Länder-, Bundes- oder EU-Regierung? Wie sieht die Unterstützung aus?

    BpB: Die Bundeszentrale für politische Bildung ist eine Institution des Bundes, wie man am Namen schon heraushört. Wir werden durch Steuergelder finanziert. Aber auch das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt uns in dem Projekt Eltern LAN, Armin Laschet der Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW hat die Schirmherrschaft übernommen.

    Redaktion: Fördert ihr auch Jugendliche unter 16 Jahren?

    ESL: Durch das Spiel FIFA09, das ohne Altersbeschränkung ist, haben wir die Möglichkeit bekommen auch für die noch sehr junge Generation der unter 16 Jahre alten etwas zu tun. Dafür bieten wir den noch sehr jungen Spielern Turniere an.

    Redaktion: Was macht ihr für den Jugendschutz? Habt ihr einen Jugendschutzbeauftragten?

    ESL: Neben der ständigen Prüfung unserer Webinhalte durch unseren Jugendschutzbeauftragten Ibrahim Mazari, der auch mein Chef ist, bieten wir unseren Spieler die ESL Playercard an, sie beseitigt für uns die Anonymität im Internet, wir prüfen durch Verfikation damit Identität des Spielers. Das sieht so aus: Die Spieler beantragen die Playercard, sie müssen danach einen Unkostenbeitrag in Höhe von 5,- € überweisen, danach werden sie per Post angeschrieben, das Schreiben enthält einen Verfikationsschlüssel den sie auf unserer Webseite eingeben müssen. Danach bekommen sie die Playercard, die zwei Jahre gilt, zugeschickt. Erst dann erhalten sie einen Trusted-Status und können an Turnieren teilnehmen.

    Wir bedanken uns bei Dennis Gehlen (ESL-TV Moderator und EX Pro-Gamer), Gerhard Engmann (Jugendberater), Arne Busse (Bundeszentrale für politische Bildung) und Adrian Weiß (ESL PR Manager) für die Beantwortung der Fragen.

    Die Hintergründe zur Eltern/Lehrer-LAN - Zahlen und Fakten:

    Wenn man bedenkt das allein die Electronic Sports League (ESL) über 880.000 Mitglieder hat, dabei über 440.000 Teams angemeldet sind, monatlich in der ESL circa 190.000 Matches gespielt werden und man berücksichtigt das die ESL weltweit nur eine von vielen Ligen ist und noch mehr Spieler bzw. Clans unorganisiert Matches, sogenannte FUN-WAR's austragen, wird eins deutlich: Der eSport hat den herkömmlichen Sport schon um Längen geschlagen.

    Damit und gerade im Hinblick auf den asiatischen Raum, in dem der eSport in den meisten dortigen Ländern schon offiziell anerkannt ist, muss man von Schätzungen ausgehen die selbst unserer Vorstellungsvermögen sprengen. Ein sehr hoher Anteil der Weltbevölkerung spielen am Computer oder der Konsole, allein in Ligen sind das mehr als 2 Millionen Menschen die spielend, wir hoffen neben noch weiteren Aktivitäten, ihre Freizeit verbringen!

    Wie viele von den Spielenden minderjährige Jugendliche sind lässt unseres Erachtens nur abschätzen, aber die Veranstalter der Eltern/Lehrer-LAN haben uns Studien zu diesem Thema gezeigt, eine davon ist die JIM Studie, sie wird seit 1998 vom Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest durchgeführt, der MPFS befragt dazu jährlich 1.000 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren. Die ausführliche Studie des Jahres 2008 findet sich beim MPFS hier als PDF-Datei. Wir zitieren wörtlich aus der JIM Studie: "Die Zahl der Computernutzer unter den Jugendlichen stagniert seit einigen Jahren auf sehr hohem Niveau – aktuell beschäftigen sich 97 Prozent der 12- bis 19-Jährigen mindestens einmal im Monat mit einem Computer. Unterschiede hinsichtlich Geschlecht, Alter oder Bildungshintergrund gibt es im Gegensatz zur ersten Erhebung aus dem Jahr 1998 so gut wie nicht mehr."
     

  4. Videos zum Thema
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