Ermittlungen gegen Commerzbank-Chef Müller

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von Schweppes, 14. August 2005 .

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  1. #1 14. August 2005
    Ermittlungen gegen Commerzbank-Chef Müller

    Die Ermittler der Staatsanwaltschaft verdächtigen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Bank wegen internationaler Geldwäsche. Die Affäre soll sich bis in höchste Moskauer Kreise ziehen



    Frankfurt/Main - Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Geldwäsche nun auch gegen Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller. Das bestätigte die Commerzbank am Samstag in Frankfurt am Main, machte zugleich aber deutlich, daß Aufsichtsrat und Vorstand „kein Verständnis für die Erweiterung des Verfahrens“ hätten. Die Bank gehe von einer „vollständigen Entlastung“ von Vorstandschef Müller aus. Die Bank sei zuversichtlich, daß auch die Prüfung der Finanzaufsicht (BaFin) dazu beitragen werde. Aus Sicht der Juristen handle es sich bei der Erweiterung des Ermittlungsverfahrens um einen „rechtlichen Formalakt“.

    Die Ermittler verdächtigen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der internationalen Geldwäsche. Über Konten der Commerzbank sollen sie in den 90er Jahren veruntreutes Geld aus dem Verkauf staatlicher russischer Telekommunikationsunternehmen gewaschen haben. Im Juli war bereits Commerzbank-Personalchef Andreas de Maizière wegen der Ermittlungen zurückgetreten. Nur einen Tag später hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume der Bank durchsucht. De Maizière verantwortete damals das Mittel- und Osteuropageschäft. Müller war bis 1999 für das Rußlandgeschäft seines Kreditinstituts verantwortlich. Die BaFin interessiert sich bereits seit dem vergangenen Jahr für die Vorfälle.

    Medienberichten zufolge zieht sich die Geldwäscheaffäre bis in höchste Moskauer Kreise. Hintergrund ist ein jahrelanger Streit zwischen der russischen Alfa-Gruppe und der Sankt Petersburger Telecominvest (TCI) um ein 25prozentiges Aktienpaket an dem russischen Mobilfunkanbieter Megafon. TCI wird Berichten zufolge über einen dänischen Anwalt von dem russischen Telekommunikationsminister Leonid Reiman kontrolliert. Mitarbeiter der Commerzbank sollen ihm geholfen haben, Geld in dubiose Fonds eines verzweigten Netzes aus Scheingesellschaften umzuleiten. In den 90er Jahren hielt die Commerzbank treuhänderisch die Mehrheit an der First National Holding (FNH) in Luxemburg, die wiederum an der russischen TCI beteiligt war. Die Beteiligung sollte ursprünglich an die Börse gebracht werden, wurde aber Ende 2001 an den Treuhänder zurückgegeben.

    Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete am Samstag vorab aus seiner neuen Ausgabe, Bankchef Müller habe sich mindestens einmal, im Juli 1998, mit Reiman und dem dänischen Anwalt zu einem Essenstermin getroffen. Die Fahnder interessierten sich nun dafür, wie viel Müller über die Geschäfte der FNH wußte. Fahnder in Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein gingen dabei der Frage nach, ob Mitarbeiter der Commerzbank dabei geholfen haben, über die FNH Millionenbeträge aus dubiosen russischen Quellen zu waschen.

    Unterdessen durchsuchten Fahnder laut „Spiegel“ auch die Wohnung eines Unternehmensberaters im Hamburger Stadtteil Blankenese. Ermittler des Bundeskriminalamtes hätten dabei Akten und Aufsichtsratsprotokolle sichergestellt. Der Mann, der bislang nicht zu den Beschuldigten zählt, fungierte demnach seit 1997 als Aufsichtsrat der FNH.

    Quelle: WELT.de
     

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