EZB: Inflationsrate zu niedrig - möglicher Investitionsstau?

Dieses Thema im Forum "Finanzen & Versicherung" wurde erstellt von raid-rush, 29. August 2014 .

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  1. #1 29. August 2014
    Inflationsrate so niedrig wie zuletzt 2009
    Die Preise in der Euro-Zone steigen kaum noch. Im August betrug die Inflationsrate nur noch 0,3 Prozent, wie das EU-Statistikamt auf Grundlage erster Berechnungen mitteilte.

    Grund für die niedrige Inflationsrate sind insbesondere sinkende Energiekosten. Sie fielen im Durchschnitt um 2,0 Prozent.

    EZB ist besorgt: Trotz der niedrigen Leitzinsen zu niedrige Teuerungsrate.

    Eine zu geringe Inflation kann unter anderem dazu führen, dass Unternehmen nur zögerlich investieren, weil sich Investitionen nicht rentieren, und Verbraucher in der Hoffnung auf weiter sinkende Preise Anschaffungen zurückstellen. Das würde das Wirtschaftswachstum hemmen. Die EZB strebt daher eine Inflationsrate von etwa zwei Prozent an.

    Ob es eine weitere Leitzinssenkung geben könnte ist noch spekulativ. Trotz Ukraine und Nahost-Krise sind die Märkte auf gutem Kurs.
     

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  3. #2 29. August 2014
    AW: EZB: Inflationsrate zu niedrig - möglicher Investitionsstau?

    Eine weitere Leitzinssenkung? Kriegt man demnächst also zusätzlich Geld, wenn man sich Geld leiht? Allein die schwachsinnige Quasi-Schenkaktion durch die Leitzinssenkung hat nichts gebracht, sondern allenfalls eine mögliche Rezession allenfalls weiter in die Zukunft verlagert.

    In der allgemeinen Tagespresse liest es sich im Übrigen ganz minimal anders. Danach hat insbesondere die Krise in der Ukraine dem ifo-Geschäftsklimaindex wohl etwas aufs Gemüt geschlagen.
     
  4. #3 29. August 2014
    AW: EZB: Inflationsrate zu niedrig - möglicher Investitionsstau?

    der € fällt im Vergleich zum $, also wäre ein Ziel der EZB erreicht. Der Export (und Investitionen) werden billiger für Nicht-EU Unternehmen bzw Kaufermärkte.
     
  5. #4 29. August 2014
    AW: EZB: Inflationsrate zu niedrig - möglicher Investitionsstau?

    Ja das Russlandgeschäft was Neuaufträge angeht ist eingebrochen, zumindest in bestimmten Sparten (besonders Lebensmittel Produzenten).

    Abgesehen von den Sanktionen werden EURO Produkte im inflationärem Rubel-Raum immer teurer.

    Auch wenn die Differenz zum Dollar etwas geschmälert wurde ist der EURO mit über 1,3 immer noch zu teuer.

    Deutschland muss seine Löhne steigern, das fordert auch die EZB weil das die Investitionsblockade löst und für die anderen Länder in der Euro-Zone Vorteilhaft/Fair ist. Immerhin ist der EURO-Binnenmarkt der wichtigste.

    Derzeit müssen Banken schon Strafzinsen zahlen wenn sie ihr Geld parken... eine weitere Senkung würde das verschärfen, dass ist auch für Sparkassen ein Problem.

    Die zu steigernde Eigenkapitalerhöhung bei Banken verliert bei den niedrigen Zinsen natürlich auch an Emotion. Investitionen werden also da getätigt wo bei höherem Risiko was zu holen ist, ein Großteil pumpt dabei in den Markt während in der Realwirtschaft noch zu wenig vom EZB Geld verwendet wird.

    Zumindest für die angeschlagenen Staaten und Banken war es eine deutliche Hilfe, der Rest wird Folgen.

    Die Krisen und US-Fraking sind für den Investitionstau und die niedrigen Ölpreis und Produktionsüberschuss mit verantwortlich. Bei dem Wirtschaftswachstum eine Deflation, das könnte wie du sagst eine Rezession begünstigen. Also könnte eine weitere Zinssenkung auf 0,15 schon realistisch sein.
     
  6. #5 30. August 2014
    AW: EZB: Inflationsrate zu niedrig - möglicher Investitionsstau?

    Automobil und Maschinenbau Sparte auch!


    Um Banken würde ich mir keine Sorgen machen!

    Beteiligungen : Warum Porsche ein Milliardenvermögen hortet - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT
    Trifft bestimmt nicht für jedes Unternehmen zu, aber inzwischen wird schon genau überlegt, ob Investiert wird oder nicht. Und das trotz der niedrigen Zinsen.

    Das ausbleibenden Lohn Erhöhungen sind nicht erst seit 5-10Jahren das Problem. Seit 1980 verdienen Ingenieure Inflationsbereinigt +-0. Alle anderen Kosten steigen Kontinuierlich (Energie, Wohnen), aber das muss ich hier keinem sagen.
    Aktionäre/Investoren freut das, aber das ist nur die kleine Masse.

    Wie schon Ford sagte, Arbeiter brauchen Zeit & Geld zum Konsumieren, fehlt eines, geht es allen schlecht.
     
  7. #6 30. August 2014
    AW: EZB: Inflationsrate zu niedrig - möglicher Investitionsstau?

    Die Banker weinen und machen sich Sorgen ?
    Öhhmmm merkt hier jemand noch was ?

    Wieso ruft keiner Hurra, scheints bekommen wir Lebensstandard und Inflation bzw.
    Bewusstsein zu Geld Vs. Leben in den Griff ?

    Kann es nicht sein, das wir tatsächlich mal Gesellschaftlich gesehen einen Quantensprung machen ?

    Ich hoffe doch mal, daß ich nicht der einzige bin, der eine solche Nachricht von einer ganz anderen Seite beleuchtet.

    In diesem Sinne

    grüz
    KK
     
  8. #7 2. September 2014
    AW: EZB: Inflationsrate zu niedrig - möglicher Investitionsstau?

    Ja das ist genau das "Schlimme" die weinen nicht sondern die haben schon den Sektkorken halb geöffnet. Jede fast vorhersehbare Indiz macht die Spekulation (wenn es denn noch eine ist) zum Goldrausch der Banken.

    Erkennbar ist das auch daran das nur noch weniger als 40% des Handels überhaupt mit dem Angebot-Nachfrage-Prinzip des eigentlichen Kapitalismus laufen. Der Rest besteht nur noch aus Algorithmen Ping-Pong der Börsen-Colocations.

    Damit verbunden auch die ganzen Probleme und Risiken. Müsste jeder Order noch von Bankern gemacht werden die vorher selbst beim Kunden das Geld abholen, wie früher, wäre alles in Butter.

    Die globale Politik muss sich über diese Art des Handels dringend Gedanken machen, gerade Handelsplätze in NY und London deren Anteil an Hochfrequenthandel über 70% liegt, müssen Sanktioniert werden.

    Durch den Zeitvorteil entstehen unausgeglichene Vorteile gegenüber den normalen Brokern und Anlegern.

    Die Banker gehen zu 90% davon aus das am Donnerstag die EZB neue Maßnahmen ergreift.
     
  9. #8 14. Mai 2016
    AW: EZB: Inflationsrate zu niedrig - möglicher Investitionsstau?

    Die Zentralbanken werden das "gloable" Wachstumsproblem alleine nicht lösen können. Warum?

    1. Das Geld der EZB geht nur über Banken in den Markt und landet nur selten beim "Nachfrager".
    2. Sparer geben ihr Geld trotz niedrig Zinsen nicht für Konsum aus sondern suchen ebenfalls Anlagen mit Rendite, das bedeutet ebenfalls Investition auf der "Anbieter" Seite.

    Das Problem was ich hier sehe ist ein Ungleichgewicht, da die Anbieter Seite überfinanziert ist, auf der anderen Seite fehlt aber der Anreiz auf der Nachfrager-Seite um die Erwartungen (den Verkauf von Ware/Dienstleistung) der Anbieter zu erfüllen.

    Klar jeder legt sein Geld lieber bei Unternehmen an die Gewinne machen, als bei Konsumenten die zwar auch Zinsen zahlen aber letztendlich steigt deren "Wert" nicht an.

    Das zeigt die Entwicklung im Bankensektor deutlich. Die Zahl der Investmentbanken ist von Jahr zu Jahr gestiegen, während sich immer mehr Banken aus dem klassischem Kundengeschäft zurückziehen.

    Und genau hier liegt auch das Risiko, die Investitionen werden immer Einseitiger und damit steigt das Spekulationsrisiko.

    Dieses Problem lässt sich auch nicht direkt lösen, denn Konsum ist endlich mit den Ressourcen bzw der Umweltzerstörung. Das Prinzip von steigender Produktivität bei sinkenden Preisen um immer mehr Nachfrager zu erreichen ist nicht Zielführend.

    Die Technologie ist nicht Umweltschonen genug um diese Wachstumsprognosen durchzusetzen. Abgesehen davon das sich Produktivität und Arbeitsplätze widersprechen. Wie soll ein Wirtschaftssystem aussehen in dem nur noch Maschinen Arbeiten? Wer verdient dann noch Geld für Konsum?

    Wir benötigen also immer weniger menschliche Arbeitskraft für Konsumgüter. Die Dienstleistung wird dies nur Teilweise ausgleichen und auch nicht Langfristig. Denn auch Dienstleistung wird stark rationalisiert.

    Folglich wird die Weltbevölkerung rückläufig werden. Der Konsum weniger müsste durch Technologien aufrecht erhalten sein, denn die Quantität an Produkten wäre dann nicht mehr nötig. Also die Voraussetzungen würden deutlich Ansteigen, und die Technologie würde komplett neu ausgerichtet werden und damit auch eine andere Politik.
     

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