Firma verspricht 100% Tauschbörsenverseuchung durch Fakes

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 17. April 2005 .

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  1. #1 17. April 2005
    Blockingservice für die Medienindustrie (knapp) vorgestellt

    Die finische Firma Viralg verspricht, mittels neuartiger Technik Filesharing von urheberrechtlich geschütztem Material zu 99% verhindern zu können - im Kleingedruckten wird sogar von 100% geredet.

    Damit scheint vorerst einfach der nächste Schritt des Kampfs zwischen Fakefiltern für Filesharing und entsprechender Gegenmaßnahmen gekommen zu sein, das Konzept verdient jedoch ein wenig nähere Betrachtung.

    Anders als beispielsweise Overpeer, die v.a. das Fasttrack - Netz (KaZaA und Ableger) mit Massen von kompletten Fakedateien füllen, arbeiten Viralg mit Filesegmenten, die mit einem gefakeden hash-Wert ausgezeichnet werden. So ist nicht mehr notwendig, dass man ein komplettes File aus der falschen Quelle (wie bei Overpeer) zieht, sondern nur, dass einzelne gefakede Dateisegmente aufgrund des gefakedem Hashwert in einen ansonsten echten Download finden - beim Download von mehreren Usern reicht so nur eine gefakede Quelle, um Downloads unbrauchbar zu machen.

    Während das Problem der gefakeden Hashes bei einem Netzwerk wie FastTrack/KaZaA schon länger bekannt ist und damit KaZaA mittlererweile kein wirklich nützliches und brauchbares Netz mehr ist, behaupten Viralg, mitels ihrer neuen Technik auch Protokolle mit stärkeren Hashing - Algorithmen überlisten zu können wie beispielsweise Ares.

    Hashalgorithmen sind ständigen Angriffen ausgesetzt: letztens wurde eine theoretische Verwundbarkeit sogar des als bislang stark geltenden SHA1 entdeckt, ebenso gilt MD4 nicht mehr als sicher. Da der Angriff von Viralg nicht auf dem echten Imitieren von Hashwerten gültiger Dateifragmente durch Fakes basiert, sondern auf einfacher Falschangabe des Hashwerts, dürften modernere Tauschbörsen anders als KaZaA hiervon wenig betroffen sein - korrupte Dateisegmente werden von einer alternativen Quelle bei Bedarf nachgeladen. Vielsagend ist auch die Aussage, auf BitTorrent sei die Software noch nicht getestet.

    Im Torrent liegen beispielsweise Albenreleases in der Regel als Rar-Dateien vor. Wie Viralg - wie ebenfalls versprochen - in gepackten Dateien urheberrechtlich geschützte Werke automatisch erkennen will, kann in diesem Fall nicht nachvollzogen werden. Dasselbe gilt für User-to-User-Clients wie DirectConnect oder Soulseek - lädt man ein File tauschbörsenbedingt nur aus einer einzigen Quelle, wie dies bei Soulseek der Fall ist, ist Viralgs Ansatz von vorneherein zum Scheitern verdammt.

    Insofern bleibt allenfalls unklar, inwieweit die neuen Methoden allenfalls zum Ende ohnehin schlecht konzipierter Tauschnetze beitragen werden. Sicher scheint bislang nur eines: weder die versprochenen 100%- noch die 99%-Erfolgsquoten dürften einen Realitätsabgleich unbeschadet überstehen.


    quelle: gulli untergrund news
     

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