Flachbild-TV: Verwischt und verwaschen

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 12. Juni 2006 .

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  1. #1 12. Juni 2006
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. April 2017
    TV-Geräte: Es lebe die Röhre!

    Von Marcel Rosenbach

    Erst wurden die Programme immer flacher, dann die Fernseher. In den vergangenen Monaten deckten sich Hunderttausende mit schicken LCD- und Plasma-Geräten ein. Doch viele Verbraucher stellen nun ernüchtert fest: Die Bildqualität ist oft schlecht - besonders bei Sportübertragungen.

    Er steht in 98 Prozent aller hiesigen Haushalte. Statistisch gesehen verbringt jeder Zuschauer täglich dreieinhalb Stunden vor und mit dem Ding. Auch deshalb ist er wohl das beliebteste Alltags-Accessoire. Und trotzdem scheint er ein Auslaufmodell zu sein - jedenfalls in seiner bisherigen Form.

    [​IMG]
    {img-src: http://www.spiegel.de/img/0,1020,322418,00.jpg}

    Flachbild-TV-Präsentation (auf der Funkausstellung 2003 in Berlin): Der klassische Konsumenten-Kater kommt zu Hause​

    Der Bildröhren-Fernseher mit seinem charakteristischen kastenförmigen Gehäuse ist wohl schon bald ein Fall fürs Technikmuseum. Und das, obwohl seit seiner Einführung hierzulande mehrere Hundert Millionen Stück verkauft wurden. Doch längst folgen die Gerätehersteller in ihren Designentwürfen konsequent den Programminhalten: Ihre Produkte werden immer flacher.

    Der Trend zu den schlanken Monitoren ist nicht mehr zu übersehen. Große und kleine Elektromärkte überbieten sich mit flirrenden Wänden aus LCD- und Plasma-Bildschirmen - und mit Sonder-, Werbe- und Rabattaktionen.

    Rechtzeitig zum WM-Trubel gibt es ein neues Statussymbol - fast wie einst der Farbfernseher bei der letzten Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land 1974. Der Ball ist noch rund, aber die neue TV-Welt eine Scheibe.

    Plasma oder LCD? Das ist das Expertenwissen, mit dem man in vielen Kneipen derzeit wirklich punkten kann. Zumal die Dinger meist auch dort schon hängen.

    Die WM, so wurde den Kunden suggeriert, hat erst auf einem flachen Schirm das Zeug zum wirklich eleganten Spektakel. Und wer schon keine Tickets hat, braucht wenigstens einen neuen Fernseher. Möglichst groß, und vor allem: möglichst flach. "Lieber Sofa als Stadion", lockte es in Prospekten, Anzeigen und Werbespots, "Imagine the Beauty of Football" oder "There's more to see".

    Zwar verkündeten einige Branchengrößen Ende vergangener Woche fast schon beleidigt, dass sich der Absatz in den letzten Vor-WM-Wochen nicht ganz so bombastisch entwickelt habe wie erwartet. Aber das kann auch damit zu tun haben, dass hiesige Händler schon 2005 1,5 Millionen Flachfernseher verkauft haben - ein Plus von 150 Prozent zum Jahr davor.

    Bis Ende 2006 dürften die schlanken Neulinge endgültig ihre alten Röhren-Brüder überholt haben. Panasonic will sein Esslinger Bildröhren-Werk schließen, die Produktion ruht schon seit Februar. Bei Loewe lief Ende Mai das letzte Röhrengerät vom Band. Die Firma macht derweil wieder Gewinn - vor allem dank Flach-TV.

    Endlich mal wieder eine Erfolgsgeschichte also, ein kollektiver Technik-Taumel? Einerseits ganz offenkundig: ja.

    Andererseits gibt es immer mehr Menschen, deren anfängliche Begeisterung bereits Ernüchterung gewichen ist. Es geht nicht darum, dass die neue Generation Glotze sonderlich kompliziert zu bedienen wäre. Es geht auch nicht unbedingt um den Preis, obwohl der noch immer bei vielen Geräten happig ausfällt. Große Heimkinomodelle auf fernsteuerbaren Standfüßen kommen schnell in die Kosten-Regionen koreanischer Kleinwagen.

    Es geht um etwas viel profaneres: das Bild. Denn das ist oftmals deutlich schlechter als früher bei der vielleicht ein bisschen vorschnell totgesagten Röhre.

    Die Karriere eines Flachbildkäufers läuft oft nach dem gleichen Schema ab: Sie beginnt mit einem Aha-Erlebnis in einem Elektro-nikmarkt, wo auf den Schirmen mit Vorliebe Grashalme präsentiert werden, die sich gestochen scharf im Wind wiegen - oder kristallklare Wasserperlen auf nackter Haut.

    Wenn es überhaupt noch weiterer Überzeugungsarbeit bedarf, argumentieren Verkäufer gern mit der Zukunftssicherheit. Auf allen Geräten prangt mittlerweile das Signet "HD ready" (sprich: "äjtsch die reddi") - was heißen soll, dass sie fit sind fürs kommende hochauflösende Fernsehen.

    Der klassische Konsumenten-Kater stellt sich dann zu Hause ein, kurz nach dem Einstöpseln des Fernsehkabels. Viele trauen dann ihren Augen nicht mehr: Sie sehen grisselige Bilder, komische Klötzchen, seltsam flache Farben. Schnelle Bewegungen oder Kameraschwenks wirken bisweilen verwischt und verwaschen - besonders bei schnellen Sportübertragungen wie etwa einem Fußballspiel.

    Da kann der Ball dann schon mal einen Schweif nach sich ziehen. Mitunter sind nicht einmal die Rückennummern der Spieler klar zu erkennen. Wenn es ganz hart kommt, brummt auch noch das Netzteil nervig laut.

    Meist folgt dann der bange Griff zur Bedienungsanleitung. Manchmal lindern ein neues Scartkabel oder das Herumspielen an den Filtereinstellungen die Not ein wenig. Manchmal. Ein wenig.

    Immer aber fällt die grundsätzliche Erklärung für das Phänomen schlicht aus: Die flachen Dinger sind für den ganz normalen analogen Fernsehempfang über den Pal-Standard nicht gemacht. Sie müssen dessen "Zeilen" aufwendig in Pixel umrechnen. Das Problem ist: Etwa 80 Prozent der TV-Haushalte empfangen ihr Signal noch genau so - analog und in Pal.

    Hochauflösende Signale setzen die schlanken Neulinge denn auch in den meisten Fällen in hervorragende Bilder um. Nutzer von Computerspielkonsolen sind deshalb in aller Regel auch daheim noch begeistert. Auch die Eigentümer neuester DVD-Player haben meist nichts zu meckern. Die Silberlinge liefern zunehmend hohe Datenraten und damit auch scharfe Bilder. Deshalb wird in den Geschäften fast immer eine Demo-DVD gezeigt statt des normalen Fernsehprogramms. Und auch wer die ersten HDTV-Pionierprogramme empfängt, wird nicht klagen. Es gibt nur kaum welche.

    Der Bezahlsender Premiere bietet gegen zusätzliche Gebühr drei HD-Kanäle an. ProSieben und Sat.1 strahlen seit Oktober testweise Sendungen auch hochauflösend aus. Das ZDF will frühestens zu den Olympischen Spielen 2008 in China mit HDTV-Ausstrahlungen beginnen, die ARD erst 2010, auch RTL hat es nicht eilig. Im Übrigen braucht es zum Empfang trotz des Signets "HD ready" meist noch eine zusätzliche Empfangsbox.

    Auch der Ton ist meist nicht so doll. Wie auch: In die schlanken Gehäuse passen kaum ordentliche Mitteltöner, geschweige denn Bassboxen. Ausgelegt sind sie für externe Surround-Anlagen, die natürlich auch noch mal ordentlich extra kosten.

    Die Hysterie um HD und Flachbildfernseher kommt also reichlich früh. Statt "zukunftssicher" müsste es eigentlich und ehrlicher heißen: ihrer Zeit voraus.

    Das sagen auch Experten wie Hubertus Primus, Chefredakteur des "test"-Magazins der Stiftung Warentest. "Nach unseren aktuellen Tests kann ich sagen, die Flachbildschirme stecken eher noch in den Kinderschuhen." Die Röhrengeräte seien "billiger und schneiden bei der Bildqualität eher besser ab".

    Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Testberichte in Magazinen wie "c't". Dort finden sich für die vielen unerwünschten visuellen Flachschirmeffekte inzwischen Fachbegriffe wie "Sägezahnkanten" oder "Kamm-Artefakte". Immer wieder ist von "ferkelrosa Farbstichen" in Hauttönen die Rede, von "unschönen Flecken" und "grünpixeligen Störungen" oder der "längeren Leuchtspur", die "ein rasch durchs Bild hüpfender Ball" hinterlasse.

    Und dies alles in Preiskategorien jenseits der 1000-Euro-Schallmauer. Wo also bleibt der Aufschrei? Wo der Ansturm bei den Verbraucherschutzzentralen?

    Die meisten Konsumenten scheinen eher still zu leiden. Manche beichten ihren Flachseh-Frust anonym, in einem der etlichen Internet-Foren zum Hightech-Jammer-Thema Nummer eins. Wie zum Beispiel bei digitalfernsehen.de, wo ein gewisser berry2 angesichts "total pixeliger" Bilder schon um sein WM-Vergnügen bangt: "Meine 'alte Röhre' ist nämlich schon verkauft."

    Der Rest an Fassungslosigkeit wird von der wachsenden Flachfernsehgemeinde erstaunlich geräuschlos geschluckt. Vielleicht, weil man sich sonst selbst eingestehen müsste, dass man im Überschwang des Kaufrauschs doch ein bisschen naiv war oder allzu technik- und reklamegläubig?

    Eine Rückgabe der Geräte kommt schon deshalb eigentlich nicht in Frage - obwohl in den USA angeblich massenhaft Geräte zurückgebracht werden.

    Und das Ding sieht ja auch wirklich nicht übel aus. Wenn es da so hängt. An der Wand. Schlank und schön. Ausgeschaltet.


    quelle: Spiegel Online
     

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  3. #2 12. Juni 2006
    Also wir haben im Moment nur eine alte Röhre aus den 80zigern die sogar über Stereo verfügt. Wir haben sie verstaut bei uns gefunden und benutzt nachdem die "alte" Röhre den Geist aufgab. Meine Großeltern hingegen haben schon einen LCD-Fernseher. Leider ist die Schaltgeschwindigkeit nicth gerade akzeptabel (ca. 3 Sekunden für den Senderwechsel). Jedoch ist der Fernseher perfekt wenn man den PC anschließen will, da er sogar DVI-Anschluss und nen Flashcardreader hat! Am besten wäre es wenn man sich nen kleinen BarebonePc mit LCD-Tv gönnt. :) Die Auflösung ist ok mit 1280 x 800, aber halt nicht direkt fürs Arbeiten gedacht.
     
  4. #3 12. Juni 2006
    Ich habe immer noch einen Röhrenfernseher und hatte nie Probleme mit dem Bild. Aber ein Kumpel von mir hat auch einen Plasma Fernseher. Alle leute sehen da total fett aus weil das Bild verzehrt ist. Ausserdem ist das Bild zu hell. Ich warte lieber noch bis ich mir einen neuen "perfektionierten" Fernseher zulege. Bis dahin kann ich mit meinem alten leben!


    PS: zimlich langer Text :D
     
  5. #4 12. Juni 2006
    Mumpitz pur, was der da schreibt. Die Röhre ist TOT. Die neue technik mag an manchen Punkten nicht 100%ig ausgereift sein, was der WM anzukreiden ist, da unbedingt auf den Mark geworfen werden müsste, was keine Füße zum weglaufen, sondern Wandhalterungen hat.

    Ich selbst besitze einen koreanischen Kleinwagen in Form eines Plasma Fernsehers von Panasonic. Gut, ich habe 4000€ ausgegeben und gut, ich habe "nur" 82cm bilddiagonale. Dafür habe ich glasklares Bild in einer Auflösung, die meine Grafikkarte als maximalen Wert in der betriebsanleitung stehen hat.

    Ich bin kein Fußballfan - im Gegenteil. Aber ich kann ganz sicher sagen, dass das Bild wohl nich verwischt und verwaschen ist, wenn 22 Multimillionäre einem Stück Latex hinterherrennen und 22 Millionen Möchtegern-Millionäre begeistert mit einem Bier in der Hand zuglotzen.

    Aber Spiegel Online wird ja nciht zu Unrecht als die Propaganda bzw "Bild"-Abteilung des Spiegels bezeichnet. In diesem Artikel wieder klar erkennbar. Unzureichende Recherchen, falsche Schlussfolgerungen und der treudoofe Deutsche glaubts - genauso wie die Geiz ist Geil werbung mit dem ultrahyperangebot der Saison.


    greetz
     
  6. #5 12. Juni 2006
    also ich komm sowohl mit meinem dicken monitor wie auch mit meinem dicken ferseher zurecht, und konnte mcih noc hnie beklagen, außer über meinen tft, der hat immer beim zocken schlieren gezogen ...
     
  7. #6 12. Juni 2006
    Naja, wenn man mal einen kleinen Blick in (zahlreiche) Zeitungen werfen würde, dann wüsste man, dass die jetzigen Flachbildschirmen zu unausgereift sind. Es sei denn man zahlt einen nicht unbeträchtlichen Betrag für den Flimmerkasten. Ich für meinen Teil warte noch ein Jahr.
     
  8. #7 12. Juni 2006
    Kann mir jemand sagen ob man diese Probleme auch mit DVB-C hat???
    Ich wollt mir nen 82cm Samsung TFT holen und den am Server betreiben, welcher dann für Bild und Ton sorgt -.-
    Ihr macht mich hier grad schwach ^^
     
  9. #8 13. Juni 2006
    hmm also das ganze ist mir wayne egal ob auslaufmodell oder nicht,wir haben immer noch die guten alten,diggen fernseher :),und sind auch zufrieden und denken nicht an ein wechsel momentan(wenn dan wens kaputt geht^^) ,alle denken die neuen fernseher werden immer besser aber nur wenige merken das manchmal sogar schlechter wird(auser das design..wie immer X()

    sHu
     

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