Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von FeiglingAmd64, 25. Mai 2009 .

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  1. #1 25. Mai 2009
    Wissen Sie, was Jugendliche meinen, wenn sie "Machst du rote Ampel" sagen? Sprachforscher, die sich auf einer Tagung dem Phänomen "Kiezdeutsch" widmen, haben es entschlüsselt - "ischwör, Alter!"

    Wenn 16-Jährige "Ich mach dich Messer" oder "Machst du rote Ampel" sagen, belauscht Sprachforscherin Heike Wiese sie gern. Was Lehrer erschauern lässt und Komödianten reizt, ist für die Wissenschaftlerin an der Universität Potsdam ein spannender neuer Dialekt aus Großstädten mit hohem Migrantenanteil. "Kiezdeutsch" nennt sie diese Sprache, die in Berlin zum Beispiel in Kreuzberg und Neukölln zu hören ist. Auf einer Tagung der Deutschen Akademien der Wissenschaften will Wiese am 27. Mai beweisen, dass Kiezdeutsch keine Gefahr für die Sprache ist. Sie sieht es als Bereicherung.
    Forscher: Sprache wird reicher

    Zum ersten Mal wurde Heike Wiese vor einigen Jahren im M29 auf ein seltsames Deutsch aufmerksam. Der M29 ist ein gelber Berliner Doppeldecker, der alle zehn Minuten von der alten Berliner Welt in die neue fährt - aus dem stillen Villenvorort Grunewald nach Kreuzberg, Richtung Görlitzer Bahnhof. Klein-Istanbul nennen manche diesen Kiez, denn hier leben die meisten der mehr als 100 000 Berliner mit türkischen Wurzeln. Als die Germanistin im Bus Sätze wie "Morgen geh ich Kino" oder "Ischwör Alter, war so" hörte, drehte sie sich neugierig um. Was sie sah, überraschte sie. Da sprachen keine türkischen Jungs. Es waren deutsche Teenager. Was dort passiert war, machte die Germanistin bald zu einem Forschungsprojekt an der Uni.

    Es ist nicht das einzige neue Sprachphänomen, von dem Wissenschaftler in dieser Woche in Berlin berichten wollen. Es geht ums "lol" in der Chatsprache, Abkürzung fürs Englische "laugh out loud" (laut lachen), oder um kreative Jugendsprache wie "derbe flashen" (stark beeindrucken). Für Akademiepräsident Günter Stock ist Sprache seit dem Grimmschen Wörterbuch ein zentrales Element für Wissenschaftsakademien. Um die Zukunft des Deutschen macht er sich keine Sorgen. "Sprache bleibt ein vitales Element, und sie entwickelt sich fort", sagt er. Ärmer, glaubt Stock, werde das Deutsche durch die vielen neuen Einflüsse und den schnellen Wandel nicht. "Wir nutzen und pflegen den Reichtum unserer Sprache nur nicht mehr so wie Goethe", bedauerte er. Die wenigsten können kein Hochdeutsch

    Das könnte in den Ohren Kreuzberger Lehrer sehr akademisch klingen. Hier klagen Grundschulpädagogen inzwischen darüber, dass nur ein Fünftel ihrer Schüler dem Unterricht gut folgen kann. Der Rest habe Probleme mit dem Deutschen. An den weiterführenden Schulen hören Lehrer Sätze wie: "Mein Vater geht Moschee mit Lederhose". Und das soll keine bedrohliche Entwicklung sein?

    Sprachwissenschaftlerin Wiese sieht es differenzierter. Kiezdeutsch werde für Jugendliche nur zum Problem, wenn sie kein Hochdeutsch beherrschten, sagt sie. Das sei aber nur eine kleine Minderheit. Das merkten ihre Studenten, als sie Kreuzberger Jugendliche für Kiezdeutsch-Analysen interviewen wollten. Sie erhielten Antworten auf Hochdeutsch. Für das Forschungsprojekt baten die Forscher die Jugendlichen schließlich, Gespräche in ihrer Clique aufzunehmen. Als Anreiz gab es ein kleines Honorar.
    "Kiezdeutsch" kein "falsches Deutsch"

    "Die meisten Teenager nutzen Kiezdeutsch nur als Zweitsprache, manchmal auch als Provokation", sagt Wiese. "Sie können auch anders." Bei der Jugend in Kreuzberg komme noch etwas hinzu, was Germanisten sonst in bayerischen Dörfern beobachten: Wer Hochdeutsch spricht, gerät schnell in den Verdacht, die Nase sehr hoch zu tragen.

    "Kiezdeutsch ist keine Frage von Herkunft und Muttersprache, sondern vom Wohnort", betont Wiese. Es sei weder "falsches Deutsch" noch eine "Ausländersprache". Die 42-jährige Sprachforscherin lebt selbst in Kreuzberg. Sie rechnet damit, dass auch ihre kleinen Töchter irgendwann den Lokal-Dialekt sprechen. "Ich mach dich Messer" heißt übrigens übersetzt "ich greif dich an". "Machst du rote Ampel" steht für: du gehst bei Rot über die Straße.
    Wessen Hut?

    Frei von den Verkürzungen und Vereinfachungen der Kiezdeutsch-Grammatik ist auch das Standarddeutsch nicht. "Haltestellen-Deutsch" nennt Wiese, was sich wohl ganz unabhängig von Migration in den Alltag eingeschlichen hat: "Ich bin jetzt Friedrichstraße" oder "Ich steig Zoo aus". Das sage auch ein 50-jähriger Anzugträger aus dem Grunewald, hat Wiese festgestellt. Wie groß die Zustimmung zu lokalen Sprachgewohnheiten sein kann, hat sie in einem Göttinger Kaufhaus belauscht. "Das ist meiner Mutter sein Hut", sagte dort ein kleiner Junge. Das heiße "meiner Mutter ihr Hut", verbesserte die Kassiererin und erhielt zustimmendes Nicken aus der Warteschlange. So weit hat es Kiezdeutsch noch lange nicht gebracht.

    (Ulrike von Leszczynski, dpa, N24)

    "Ich mach dich Messer!": Kiezdeutsch fasziniert Sprachforscher - N24.de
     

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  3. #2 26. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

    "Ich mach dich Messer" oder "Machst du rote Ampel"

    ab da hat mich der text schon genervt... als ob jemand so reden würde :rolleyes:

    und der glaube, dass diese "sprache" eine bereicherung sei, erweist sich meiner meinung nach als trugschluß. migranten benutzen dies nicht als zweitsprache, sondern als hauptsprache, so traurig es auch klingen mag. diese germanistin ist für mich ziemlich blauäugig, wenn sie das glaubt... dass deutsche dieses kaputte deutsch adaptieren, ist eine form von anpassung. es ist doch lächerlich, zu glauben, dass die eltern dieser deutschen jugendlichen auch so sprechen würden. diese sprache geht doch in erster linie aus den sprachlichen defiziten der migranteneltern hervor... diese kaputte deutsch wird dann an die kinder weitervererbt, diese sprechen es untereinander und aufgrund des hohen migrantenteils an haupt- und realschulen verbreitet sich diese sprache.
     
  4. #3 26. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

    cooler artikel, ich bin selber migrant oder imigrant? keine ahnung, ich bin russe xD

    also, ich rede eig. auch so mit meinen freunden, nur nicht so extre, ich kann aber ganz normal reden, wenn ich will zB. in der Schule, mmorpgs usw.
     
  5. #4 26. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

    gwöhn es dir ab kollege...

    einfach nur arm :D

    ich könnte kotzen wenn ich morgens in die schule gehe, durch die pausenhalle gehe und die ganzen idioten so labbern höre...

    naja nicht so mein ding :p

    aber man kann es nicht ändern....
     
  6. #5 26. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

    Sprache ist dynamisch und entwickelt sich. Nur Idioten denken, dass man das aufhalten kann (wie die Leute, die sich gegen Anglizismen richten).
    Lest mal einen Text von Martin Luther, dann wisst ihr, was ich meine

     
  7. #6 26. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

    Meines Erachtens ist dieser Lokal-Dialekt auch keine Bereicherung für die deutsche Sprache.
    Wir sollten mehr Hochdeutsch/ "alten" Dialekte sprechen und auch fördern und nicht dieses Deutsch sprechen, das von Migranten eingeführt ist, wegen mangelnden Deutsch-Kenntnissen.
    Dieser Dialekt ist weniger eine Bereicherung, als ein trauriges Zeugniss der Verwahrlosung der deutschen Sprache und der Bildung...

    Migranten sind übrigens Leute, die noch nicht die deutsche Staatsbürgerschaft haben und sich somit noch nicht in Deutschland niedergelassen haben.
    Immigranten sind Leute, die als Migranten nach Deutschland kamen, hier aber, meistens durch den Beweggrund Arbeit, sich niedergelassen haben.
    Diese haben auch die deutsche Staatsbürgerschaft und können nicht mehr so leicht abgeschoben werden.

    Greetz
    PzYcHo.DaD
     
  8. #7 26. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

    alle idioten nur wei lsie anderes reden und auch am besten alles hauptschüler ;)
     
  9. #8 27. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

    Ich habe noch nie einen Engländer, Amerikaner, Franzosen oder einen Japaner in Deutschland in dieser abartigen Vergewaltigung von Sprache reden hören. Tatsächlich jedoch immer mehr Deutsche. Zweifellos liegt es nicht allein am nicht-Deutsch-sein. Auf Universitäten mit hohem Ausländeranteil bekommt man es nicht zu hören. Ich denke es handelt sich ganz einfach um ein Bildungsdefizit.
     
  10. #9 27. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

    Ja des hängt auch wirklich mit dem Bildungsdefizit zusammen,
    habe schon Ausländer gehört die extrem gut Deutsch sprechen konnten, es
    kommt aber auch auf den Freundeskreis an , desto cooler die freunde desto cooler die aussprache =) =)
     
  11. #10 27. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

    Und was bringt dir das? Zurück in die Evolution?

    Ja, Sprache ist dynamisch. Gott sei dank hat wenigstens einer es eingesehen. Würde man RR als Statistik nehmen, dann sprechen bzw. schreiben erschreckend viele ein normales Deutsch. Buhu! Aber kaum wird etwas "neues" mal positiv erwähnt, schrillen die Alarmglocken bei dem Deutschen. Da lässt er sich die D-Mark einfach wegnehmen und sich ein kulturelles Gut mehr weg nehmen, aber wehe die Sprache von Goethe wird angefasst, da gibt es sofort Haue!

    Das die Meisten kein 100% grammatikalisch korrektes Deutsch beherrschen, stört jedoch kaum jemanden. Und dann bei der Jugendsprache rum weinen. Als ob keiner von euch mal "Alter" gesagt hat oder zu dämlich/faul war, einen Satz grammatikalisch richtig auszusprechen und so tat, als sei es mal okay.

    Seltsamerweise schaffen es aber Leute, sich mit "ihrer" Sprache schnell und präzise auszudrücken und dafür ist Sprache da - um sich auszudrücken. Und ob ich nun "******!" durch die Welt brülle oder "ich bin sexuell erregt". Die Botschaft bleibt die selbe. Teilweise sind wir alle noch Neanderthaler im Anzug.
     
  12. #11 27. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung

    Also ne Bereicherung ist das sicher nicht!

    Es kommt jedoch darauf an in was für einer Stadt / Stadtteil man sich befindet, wie hoch der Ausländeranteil ist usw. . .

    Es gibt auch genug "Deutsche", die nicht so gut gebildet sind und 1:1 den Kiezslang verwenden!

    Von daher, hin oder her, ich hasse diese Sprache :p
    Hört sich immer so an, als würden sie den Mund nicht aufbekommen !

    mfg sn00p
     
  13. #12 27. Mai 2009
    AW: Forscher sehen Kiezdeutsch als Bereicherung


    Sie schaffen es eben nicht sich schnell und präzise auszudrücken, deren Abart von Sprache ist Mitgrund warum es oft zu Konfrontationen kommt. Sprache ist natürlich da um sich auszudrücken und je mehr man an Wörtern versteht oder benutzt, umso präziser kann man es.
    Der Trend bei vielen Jugendlichen ist es leider sich ihr Vokabular zu verkleinern, dämliche und unkreative Wortkreationen zu erfinden um provozierendes Gestammel in die Luft zu werfen. Es ähnelt teilweise einem Balzruf.
    Gehen wir einen schritt weiter, diese Menschen sollen also irgendwann Karriere Machen? Vielleicht bis zu einem Fließbandjob weiter wird es nicht reichen, wenn überhaupt, und da bei den meisten die Ignoranz sich auch auf andere Sprachen auswirkt, werden diese Menschen wohl kaum Englisch oder Französisch beherrschen, somit sind Berufe im Ausland auch keine Option. Dann ist letzten Endes der Staat wieder schuld und der Mob schimpft.
     

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