Gedichtsinterpretation: Annette von Droste-Hülshoff „Am Turme“

Dieses Thema im Forum "Schule, Studium, Ausbildung" wurde erstellt von ColCel, 8. Februar 2008 .

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  1. #1 8. Februar 2008
    Also ich hab als Hausaufgabe eine Gedichtsinterpretation auf und da diese Bewertet wird wollte ich sie hier reinstellen, vllt kenn sich ja jemand aus und kann mir sagen was ich ändern könnte bzw. was ich falsch gemacht habe... desweiteren ist das vllt eine Hilfe für andere die das gleiche machen müssen ^^ also :

    Gedichtsinterpretation: Annette von Droste-Hülshoff „Am Turme“
    geschrieben von ColCel 12a

    Der folgende Text stellt eine Interpretation des Gedichtes „Am Turme“, welches 1844 von Annette von Droste-Hülshoff geschrieben wurde, dar. In diesem Gedicht kann man deutlich ihre Sehnsucht nach Freiheit erkennen, da zu ihrer Zeit eine bestimmte Frauenrolle vorgegeben war und die Frauen somit viele Einschränkungen erhielten. Des Weiteren kann man erkennen, dass sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen will und einfach mal sie selbst sein möchte, da sie sich durch ihre Frauenrolle eingeengt und gefangen fühlt. Ein Beispiel für diese Sehnsucht ist in der Zeile „wär’ ich ein Mann doch mindestens nur“ zu sehen. An vielen Stellen wird es deutlich, dass sie sich nach Abenteuer sehnt und einfach mal frei und wild sein möchte, anstatt die Stille, Feine und Brave zu sein. Das Gedicht hat einen ganz konkreten und realen Ort- und Zeitpunkt.
    Die Form und der Aufbau des Gedichtes werden vorwiegend durch die Darstellung der Bilder geführt. Die Überschrift heißt mit Absicht „Am Turme“ und nicht „Auf dem Turme“, was ja ihre Darstellungen der Aussicht begünstigen würde, weil neben dem Turm des Meersburger Schlosses, wo ihre Wohnung lag, wenn sie bei ihrer Schwester, die die Frau des Schlossbesitzers Lasswitz war, wohnte. Bestehend aus 4 Strophen, wobei sich jede Strophe in zwei Halbstrophen zu je 4 Versen mit Kreuzreimen unterteilt, besitzt das Gedicht ein steigendes Metrum „Anapäst“. Geschrieben im Hakenstil setzt sich jede Strophe aus zwei einfachen Liedstrophen zusammen. In der ersten, zweiten und dritten Strophe fängt der fünfte Vers immer mit einem „O“ an. Der siebente Vers fängt in allen Strophen mit einem „Und“ an. Es werden sehr wenig Fremdwörter verwendet und viele Aussagesätze.
    Das lyrische Ich ist die Droste selbst, eine damals schon ältere Dame. Ihr fehlte, trotz ihrer poetischen Erfolge, die Anerkennung in der Gesellschaft, da sie als Frau vielen Hemmnissen unterworfen war und keine Freiheit besaß. Es war nicht anständig als eine „ehrbare Matrone“ mit offenen Haaren in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Im Gedicht hat sie ihre Haare geöffnet um sie durchzubürsten, danach aber wieder zu knoten und zu binden um zu ihrer Frisur zu kommen. Diese Inhaltliche Aussage ist eine Metapher für die Unfreiheit. Sie schaut vom
    Meersburger Schloss, das neben dem alten Dagobertsturm auf dem Bodensee stand, und sieht die Wellen, die wie freie, wilde Doggen an das Ufer springen. Sie sieht die Möwen frei im Wind segeln, die Wimpel und die Wolken, dabei denkt sie an das freie Leben, das Krieger,
    Jäger, ja selbst der einfache Mann haben und wünscht sich ein bisschen Freiheit anstelle ihrer beengten Situation als unverheiratete Frau in der damals kleinadligen Gesellschaft.
    In den ersten vier Zeilen jeder Strophe beschreibt das lyrische Ich seine Gefühle und die Umgebung. In der zweiten Hälfte jeder Strophe, den letzten vier Zeilen, werden dagegen die Wünsche geäußert. Diese Strophenstruktur wird während des ganzen Gedichtes beibehalten.
    In der vierten Strophe beginnt das lyrische Ich mir den Wunschvorstellungen und fällt gegen Ende wieder in die Realität zurück.

    In der ersten Zeile „Ich steh' auf hohem Balkone am Turm, “ steht das lyrische Ich auf einem Balkon, von dem es seine gesamte Umgebung überblicken kann. Das Adjektiv „hoch“ soll die Handlung auf das Beobachten einschränken, also kann das lyrische Ich nicht an der Umgebung selbst teilnehmen.
    Im zweiten Vers „Umstrichen vom schreienden Stare, “ wird die derzeitige innere Verfassung des lyrischen Ich als unzufrieden oder beunruhigt dargestellt.
    In Zeile Drei „Und lass' gleich einer Mänade den Sturm“ wird ein Symbol deutlich, nämlich symbolisiert der Wind, der als Ursache für den Sturm steht, die Freiheit.
    In der vierten Zeile: „Mir wühlen im flatternden Haare;“ versucht das lyrische Ich die in früherer Zeit übliche Sitte, dass Frauen geschlossene Haare tragen müssen, zu beschreiben. Offene Haare entsprachen nicht den Vorstellungen der damaligen Gesellschaft und wurden nicht gern gesehen. Die flatternden Haare symbolisieren Bewegung, die sich das lyrische Ich so sehr wünscht.
    In Zeile Fünf „O wilder Geselle, o toller Fant“, wird das Alleinsein hervorgehoben und das lyrische Ich wünscht sich Gesellschaft.
    In der sechsten Zeile „Ich möchte dich kräftig umschlingen,“ wird eine Steigerung des Wunsches nach Gesellschaft vollzogen.
    In den letzten beiden Zeilen der ersten Strophe „Und, Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand
    Auf Tod und Leben dann ringen!“ werden weitere Wünsche nach Spannung, Gefahr und Nervenkitzel geäußert, selbst auf „Tod und Leben“. Dabei weicht die Autorin von der üblichen Form der Aussage „Auf Leben und Tod“ ab und vertauscht die beiden Zustände in ihrer Position im Satz. Die „zwei Schritte vom Rand“ zeigen die Risikobereitschaft.

    In dem neunten Vers „Und drunten seh' ich am Strand, so frisch“ wird durch das Verb „sehen“ die eingeschränkte Beobachterrolle belegt.
    Im zweiten Vers der zweiten Strophe „Wie spielende Doggen, die Wellen“ sieht das lyrische Ich die Wellen und vergleicht sie mit spielenden Doggen, die für Getümmel und Bewegung stehen.
    In der nächsten Zeile „Sich tummeln rings mit Geklaff und Gezisch,“ bezieht sich der gesamte Vers nur noch auf die Doggen, die für die Bewegung stehen, die sich das lyrische Ich in ihrem Leben wünscht.
    In der letzten Zeile der ersten Hälfte der zweiten Strophe „Und glänzende Flocken schnellen.“ werden die Wellen beschrieben.
    In Zeile Dreizehn „O springen möcht' ich hinein alsbald, “ äußert das lyrische Ich den Wunsch ins kalte Wasser zu springen um ihre Gefühle sowie ihr Leben aufzufrischen.
    In der nächsten Zeile „Recht in die tobende Meute, “ deutet nochmals das lyrische Ich auf die Risikobereitschaft, die auf die gewünschte Spannung in seinem Leben bezogen wird.
    In der vorletzten Zeile der Zweiten Strophe „Und jagen durch den korallenen Wald“ steht das Verb „jagen“ wohl eindeutig für Spannung und Abenteuer. Das lyrische Ich will durch den „korallenen Wald“ jagen und muss deswegen tauchen, demzufolge möchte es in ein Neues Leben eintauchen.
    In der letzten Zeile der zweiten Strophe „Das Walroß, die lustige Beute!“ wird das Walroß, das einer der größten Lebewesen der Welt ist, erwähnt. Das lyrische Ich möchte es also mit den größten Dingen aufnehmen um mehr Abenteuer in sein Leben zu bringen.

    Am Anfang der dritten Strophe „Und drüben seh ich ein Wimpel wehn“ wird wieder die Umgebung beschrieben, das lyrische Ich sieht eine Fahne wehen.
    Im nächsten Vers „So keck wie eine Standarte, “ vergleicht das lyrische Ich die Fahne mit einer Standarte.
    In Zeile Drei der dritten Strophe „ Seh auf und nieder den Kiel sich drehn“ sieht das lyrische ich die Bewegung der Fahne und bezieht es wieder auf ihr Verlangen nach Freiheit und Bewegung.
    In der zwanzigsten Zeile „Von meiner luftigen Warte“ wird nochmals auf die freie Fahne hingewiesen.
    In Zeile einundzwanzig „O, sitzen möcht' ich im kämpfenden Schiff, “ symbolisiert das Schiff auf dem Meer die Freiheit und das Verb „kämpfen“ die Bereitschaft für diese Freiheit zu kämpfen.
    Im zweiundzwanzigsten Vers „Das Steuerruder ergreifen, “ symbolisiert das Steuerruder die Entscheidungsfreiheit im Leben des lyrischen Ich.
    In der vorletzten Zeile der dritten Strophe „Und zischend über das brandende Riff“ symbolisiert das „Riff“ die Gesellschaft, den würde das lyrische Ich mit dem Schiff fahren, dann würde es irgendwann auf das Riff (Die Gesellschaft) stoßen.
    In Zeile vierundzwanzig „Wie eine Seemöve streifen“ gilt die Seemöve einerseits als Symbol für die Freiheit und anderseits kann das lyrische Ich als eine Seemöve über das Riff fliegen oder sich über die Gesellschaft hinwegsetzen.

    In dem Ersten Vers der vierten Strophe „Wär' ich ein Jäger auf freier Flur, “ wird der Jäger als ein Symbol für Spannung und Abenteuer verwendet.
    In der nächsten Zeile „Ein Stück nur von einem Soldaten,“ wird der Soldat in Verbindung mit dem Kämpfen zusammengesetzt, da das lyrische Ich für ihre Träume und Wünschen kämpfen will.
    In der siebenundzwanzigster Zeile „Wär' ich ein Mann doch mindestens nur,“ wünscht sich das lyrische Ich die Privilegien und Freiheiten eines Mannes zu genießen.
    Im Vers Achtundzwanzig „So würde der Himmel mir raten;“ bezieht sich das lyrische Ich auf den Gott im Himmel, den Gott wollte das alle Menschen auf der Erde die gleichen Rechte haben. Hier wird die Emanzipation angesprochen.
    Im nächsten Vers „Nun muß ich sitzen so fein und klar, “ fällt das lyrische Ich in die Realität zurück, wo die Frauen nach Regeln der Gesellschaft leben müssen.
    In der vorletzten Zeile der vierten Strophe „Und darf nur heimlich lösen mein Haar, “ deutet das lyrische Ich darauf hin, dass man nur heimlich seine Gedanken, Wünsche und Vorstellungen äußern darf. Das heimliche Lösen des Haares ist der erste heimliche Schritt gegen die Regeln der Gesellschaft.
    Im letzten Vers des Gedichtes „Und lassen es flattern im Winde!“ gilt als eine Fortführung des davor stehenden Satzes, wobei das Flattern wieder als ein Symbol für die Freiheit Verwendet wird.

    Das Leitmotiv des Gedichtes ist die fehlende Freiheit der Frauen in der Gesellschaft im
    19. Jahrhundert. Im diesem Gedicht werden sehr viele Symbole für die Freiheit verwendet. Annette von Droste-Hülshoff war eine gläubige Frau und sie wendet sich in einer der Strophen zu Gott im Himmel, den er wollte dass alle Menschen auf der Welt gleich behandelt werden Frauen genauso wie Männer.
    Mein erster Eindruck von diesem Gedicht war sehr altmodisch und aussageschwach, doch nach mehrfachem Lesen und der Zeilenweise vollzogenen Interpretation konnte ich einen Bezug zu den Geschichtlichen Hintergründen, hauptsächlich aber zu der Biografie der Autorin, finden. Bei den häufig wiederholten Symbolen für die Freiheit wirkt es auf den Leser sehr eintönig, sodass der Eindruck entsteht „warum spricht sie nur davon, wenn der Wunsch so groß ist, soll sie es doch einfach tun“. Alles in allem hat mir aber das Gedicht gefallen, da Gleichberechtigung auch ein aktuelles Thema in der modernen Welt ist.
     

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  3. #2 9. Februar 2008
  4. #3 10. Februar 2008
    AW: Gedichtsinterpretation: Annette von Droste-Hülshoff „Am Turme“

    Du glaubst doch nicht ernst dass sich das jemand durchliest oder ?

    Also für deine Sachen musst du schon selber sorgen das können wir nicht für dich machen, einzelne Fragen gern, aber so nicht, ne.
     
  5. #4 10. Februar 2008
    AW: Gedichtsinterpretation: Annette von Droste-Hülshoff „Am Turme“

    Es soll auch keiner durchlesen, es soll bloß jemand der Ahnung davon hat ein paar Bemerkungen zum Aufbau machen.

    EINZELNE FRAGE:
    ist das korrekt wenn ich hintereinander immer schreibe: "In dem Vers XYZ " xxx yyy zzz" kommt das und das" ... also das ich die aufeinander folgenden Sätze immer mit Vers/Zeilennummer + "zitat" gleich dahinter beginne?


    PS: außerdem glaub ich wirklich im ernst das jemand der dieses Gedicht auch interpretieren muss, es sich durchaus gern durchliest! ... bzw. es gleich kopiert.
     
  6. #5 10. Februar 2008
    AW: Gedichtsinterpretation: Annette von Droste-Hülshoff „Am Turme“

    Die Antwort mit den Versen ist JA du darfst, da es kein Aufsatz oder so was ist und du es somit den zuhörenden leichter machst, dass sie dich verstehen...
     

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