Größtes Passagierflugzeug der Welt erfolgreich zu Jungfernflug gestartet

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 27. April 2005 .

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  1. #1 27. April 2005
    Das neue Aushängeschild der zivilen Luftfahrt fliegt: Am Vormittag startete der erste A380 vom südfranzösischen Flughafen Toulouse-Blagnac zu einem mehrstündigen Jungfernflug über dem Nordatlantik. An Bord des größten Passagierflugzeugs der Welt befinden sich zwei Testpiloten, vier Flugingenieure sowie rund 20 Tonnen Computer- und Test-Equipment. Etwa 30 Ingenieure am Boden werten die über Satellit übertragenen Mess- und Flugdaten während des Erstfluges aus. Insgesamt werden Daten von 6000 Parametern erfasst. Das 73 Meter lange Flugzeug mit knapp 80 Metern Spannweite soll in der Standardversion 555 Passagiere über 15.000 Kilometer transportieren können. Für den Erstflug wird allerdings ein A380-Prototyp ohne Sitze eingesetzt, der dennoch auf ein Gewicht kommt, das rund 400 Mittelklassefahrzeugen entspricht.

    Airbus will in den kommenden vier Jahrzehnten mit dem A380 rund 150 Milliarden Euro einnehmen. Das Testprogramm wird über einen Zeitraumvon zwölf Monaten mit insgesamt fünf Maschinen abgewickelt. Die heute gestartete Maschine ist die einzige, die ihr gesamtes technisches Leben lang für Versuche reserviert bleibt. Besonderes Augenmerk wird zunächst auf die Belastung der Hülle sowie die Flugsteuerungssoftware gelegt. Eine zweite Maschine ohne Kabinen soll vom Sommer an vornehmlich die Flugleistungen des A380 prüfen. Dabei geht es unter anderem um den Aktionsradius und um das Verhalten des Flugzeuges beim Start.

    Zwei Prototypen mit Kabinen werden die Parameter in dem neuen Flugzeug messen und die Gegebenheiten beim Anflug von Flughäfen austesten. Rund 2300 erfolgreiche Flugstunden sind nötig, damit der A380 die Zulassung der Luftfahrtämter der Welt erhalten kann. "Bei einem Erstflug probieren wir nur einfache Sachen", erklärte Chef-Testpilot Claude Lelaie. Man überprüfe das Fahrwerk, die Beschleunigung und das Einfahren der Landeklappen. Im Notfall können die sechs Tester beim Erstflug mit Fallschirmen über einen Notschacht aus der Maschine aussteigen.

    Um ein besetztes Passagierflugzeug zu simulieren, startete die Testmaschine mit tonnenweise Wasser als Ballast. Rund 10,7 Milliarden Euro hat die Entwicklung des Flugzeugs mit zwei Passagierdecks und einem Gepäckdeck bisher gekostet. Ein Drittel wurde von Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien als Kredit vorgeschossen. Die Entscheidung für eine zweite Frachtversion und höhere Anforderungen an die Lärmdämmung haben die Kosten um 1,45 Milliarden nach oben getrieben. Je nach Version kostet der A380 nach Liste 263 Millionen bis 286 Millionen US-Dollar.

    Als erste Fluglinie will Singapore Airlines den A380 im kommenden Jahr in Dienst stellen. Insgesamt sollen bislang 154 Bestellungen und vorläufige Zusagen von 15 Kunden vorliegen. Größter Kunde ist mit insgesamt 43 Maschinen Emirates, die Lufthansa hat 15 Maschinen bestellt. Dank moderner Technik sollen die Betriebskosten des A380 pro Sitz/Kilometer um bis zu 20 Prozent unter denen vergleichbarer Flugzeuge liegen. Zugleich bietet die A380 eine um 10 Prozent höhere Reichweite als andere Großflugzeuge.


    quelle: heise news
     

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