Handy- & Smartphone-Verbot an Frankreichs Schulen ein Vorbild?

Artikel von Carla Columna am 13. Dezember 2017 um 18:46 Uhr im Forum Schule, Studium, Ausbildung - Kategorie: Politik & Recht

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Handy- & Smartphone-Verbot an Frankreichs Schulen ein Vorbild?

13. Dezember 2017     Kategorie: Politik & Recht
Schüler spielen in den Pausen nicht mehr mit ihren Schulkameraden, sondern starren gebannt auf ihr Smartphone. Leider ist das heute kein Einzelfall mehr sondern zunehmender Dauerzustand. Soziale Kontakte und spielerische Aktivitäten sind für die Entwicklung der Kinder von enormer Bedeutung. Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron hatte in seinem Wahlkampf versprochen, Smartphones zukünftig aus der Schulzeit zu streichen. Seinen Plänen soll nun das Bildungsministerium umsetzen: In der Grundschule und in der Unterstufe ist die Nutzung digitaler Geräte während der Schulzeit zukünftig untersagt, auch in den Pausen.

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Viele Spinde zur Verwahrung wären nötig
Betroffen wären damit alle Schüler bis zu einem Alter von etwa 15 Jahren. Details zur Umsetzung der neuen Regel sind bisher nicht bekannt. Der Minister schlug vor: Die Handys könnten zu Schulbeginn in einen Spind geschlossen werden. Allerdings gibt es in den Schulen mehr Schüler die landesweit dafür benötigten Spinde (rund drei Millionen). Auch der Platzmangel könnte für viele Schulen zum Problem werden, um ausreichende Stellflächen für die abschließbaren Fächer zu finden. Doch der Spind könnte auch sehr klein sein, da ja lediglich das Handy verwahrt werden soll, für alles andere dürften die vorhandenen Schließfächer ausreichen.

Mehr Konzentration und bessere schulischen Leistungen möglich
Sinnvoll wäre wahrscheinlich, wenn die Kinder ihre Smartphones ganz zu Hause lassen würden. Die Verantwortung dafür liegt allerdings alleine bei den Eltern, die Regierung hat keine rechtliche Möglichkeit dies anzuordnen. Das Verbot von Smartphones würde zu einer ganz anderen Erholung des Gehirns und Körpers während der Pausen führen. Die Aktivitäten über reale Kommunikation würden so für bessere Ergebnisse in der Schule sorgen. Eine Untersuchung der London School of Economics ergab, dass die Testergebnisse von 16-jährigen Schülern nach einem vollständigen Handyverbot in der Schule um 6,4 Prozent besser ausfielen als zuvor. In Frankreich wird man zukünftig beobachten können, ob sich das Ergebnis auch bei jüngeren Kindern bestätigt.

Ich halte diese Maßnahme für richtig und würde mich auch über entsprechende Regelungen an Deutschen Schulen freuen. Zeit um am Bildschirm zu hängen oder zu daddeln bleibt in der Freizeit noch genug. Auch im öffentlichen Raum sollte man überlegen wie man den Stiernacken nach unten Blick reduzieren könnte, da dieser durchaus auch zu Unfällen führen kann aber zumindest langfristig böse Haltungsschäden verursacht.
 

Kommentare

#2 14. Dezember 2017
Einerseits finde ich es auch gut, wenn die Schüler nicht mehr so viel am Handy sitzen würden. Andererseits können Sie damit auch Recherchen durchführen. Aber dafür sollten eigentlich auch die PCs in der Schule ausreichen.
 
#3 18. Dezember 2017
völlig falscher ansatz der hier gefahren wird. anstelle eines verbots sollte eher der reflektierte umgang mit internetmedien (smartphone, tablet, pc) vermittelt werden, bzw. die schülerinnen und schüler an die reflektierte nutzung herangeführt werden.
ein verbot ist nicht zeitgemäß und würde vor allem der medienkompetenz nicht zuträglich sein.
 
Sara4234 gefällt das.
#4 20. Dezember 2017
Da muss ich zustimmen. Ein Verbot wäre zu drastisch. Das ist wie einem Alkoholiker von jetzt auf gleich den Alkohol weg zunehmen und ihn auf entzug zu schicken. Er würde ausrasten, unkontrolliert sein und sogar gesundheitliche Schäden davon tragen. Viel besser ist es, ihn damit zu konfrontieren was passiert,wenn er nicht aufhört. Dass er in Maßen mal ein paar Schlucke trinken kann, aber nicht in Massen etc.
 
#5 21. Dezember 2017
so ist das nicht mal gemeint. eine internetabhängigkeit ist keine stoffgebundene abhängigkeit sondern eine verhaltensabhängigkeit. entzugserscheinungen können dennoch auftreten sind aber nicht so drastisch wie stoffgebundene abhängigkeiten (alkohol, heroin, etc.) vielleicht kann da analprolaps noch medizinischer werden.

dennoch dreht sich doch die komplette welt mittlerweile um technische medien. wenn diese nun in der schule verboten werden bzw der umgang mit ihnen im unterricht nicht vermittelt wird, wer macht es dann? wie soll es denn aussehen, wenn die kinder die schule beenden und nie im unterricht mit modernen medien gearbeitet haben? wie sollen diese in den arbeitsmarkt integriert werden? die wirtschaft lechzt nach medienkompetenz und informatikern.
frankreich schießt sich mit so einer aktion nur ins eigene knie.
der richtige ansatz hier ist also: prävention statt verbot.
 
#6 27. Dezember 2017

Dann haste noch nicht einen Spielsüchtigen (Computerspiele, Onlinespiele) im Entzug gesehen. Kein schöner Anblick. Kopfschmerzen, Aggressionen bis hin zu depressiver Verstimmung können die Folge des drastischen Entzugs sein.

Klar ist Internet wichtig, da stimme ich dir zu. Aber es sollte auch nicht zur höchsten Priorität werden. Ein Friseur braucht auch kein Internet, um jemandem die Haare zu schneiden. Ein Arzt kommt auch ohne Internet gut aus. Das Internet hat so seine Vor- und Nachteile, wie alles andere auch :)
 
#7 27. Dezember 2017
halte ich für gewagt die aussage. viele ärztliche systeme arbeiten online bzw im netzwerk. außerdem geht es ja nicht immer um das internet sondern um medienkompetenz