Hoodie im Büro: Stilbruch oder Mode?

Artikel von Tommy Weber am 13. August 2022 um 12:14 Uhr im Forum Politik, Umwelt, Gesellschaft - Kategorie: Trend & Lifestyle

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Hoodie im Büro: Stilbruch oder Mode?

13. August 2022     Kategorie: Trend & Lifestyle
In vielen beruflichen Bereichen gilt nach wie vor der sogenannte Business Look, ein formelles und geschäftliches Outfit. Bei den Herren besteht dieser Look aus einem Anzug mit Krawatte, einem Oberhemd mit entsprechend modischem Kragen sowie sauberen, geschlossenen Schuhen. Bei den Damen sind das elegante Kostüm oder der Hosenanzug die Klassiker beim Business Look. Dies sind normalerweise die Anforderungen an den Dresscode in vielen Unternehmen. Inzwischen hat sich aber in der Unternehmenskultur einiges verändert und betroffen davon ist auch das Outfit.

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Wo liegen die Grenzen des modischen Office-Outfits?
Welcher Dresscode wo getragen wird, ist zudem immer von der jeweiligen Branche abhängig. In Banken oder Versicherungen wird immer noch das klassische Business Outfit verlangt, aber selbst hier müssen die Arbeitgeber Zugeständnisse machen. So sind im Sommer nackte Füße in eleganten Schuhen zum Hosenanzug bei Damen erlaubt. Bei den Herren darf die Krawatte abgenommen und der oberste Knopf des Hemdes geöffnet werden. Sandalen zum Anzug sind jedoch nach wie vor ein Tabu und kurze Hosen bei Damen und Herren sind ebenfalls kein Thema.

Anders sieht es bei jungen Unternehmen und Start-ups aus. Hier wirkt das Business Outfit eher fehl am Platz. Die Firmeninhaber sind wie ihre Angestellten in der Regel lässig und leger gekleidet. Natürlich darf es auch eine Jeans sein, wenn sie sauber und gepflegt ist. Ein gebügeltes Shirt oder ein Hoodie sind heute kein Stilbruch mehr, sie sind das Business Outfit der Jungunternehmer.

Die Geschichte des Hoodies
Streng genommen ist ein Hoodie ein Pullover oder ein Sweatshirt mit einer Kapuze. Charakteristisch für dieses Kleidungsstück sind die Schnüre, um die Kapuze zuschnüren zu können und die tunnelartige Bauchtasche oder Kängurutasche. Der Name Hoodie leitet sich vom englischen Wort „Hood“ für Kapuze ab und die Geschichte des Hoodies beginnt bereits im Mittelalter. Natürlich gab es damals noch nicht die Hoodies, die wir heute kennen, aber der sogenannte „Gugel“ sah dem modernen Hoodie schon sehr ähnlich. Ursprünglich war der Gugel die formelle Kleidung der Mönche in den christlichen Klöstern, eine Art Umhang, weit geschnitten und er reichte bis zu den Ellbogen. Die Kapuze war an den Gugel angenäht. Ab dem 14. Jahrhundert hatten auch Männer einen Gugel, die beispielsweise schwere Säcke auf dem Rücken oder über der Schulter tragen mussten. Der Gugel sorgte dafür, dass die darunter getragene Kleidung sauber blieb.

Lange Zeit vergessen, tauchte der Gugel als Hoodie in den 1930er Jahren wieder auf. Als erster Bekleidungshersteller brachte die Firma „Champion“ den Hoodie für die Arbeiter in den New Yorker Tiefkühllagern auf den Markt. Sie schützten durch die Kapuze den Hals und beugten so Erfrierungen vor. 20 Jahre später hatte sich der Hoodie als lässiges Kleidungsstück für den Sport und als Causal Wear fest etabliert.

Der Hoodie als Business-Casual-Kleidungsstück
Den Hoodie gibt es mittlerweile nicht nur als klassischen Pullover, sondern auch als Jacke mit Reißverschluss. Beliebt sind beide Varianten, vor allem, wenn es um einen legeren, aber nie nachlässigen Look geht. Wer beispielsweise als Verkäufer oder Verkäuferin in einem Geschäft für Sportartikel arbeitet, wird bei der Arbeit bestimmt einen Hoodie tragen dürfen. Der Hoodie wird außerdem von Sportlern bevorzugt, weil er warmhält und gut aussieht. Inzwischen gibt den Hoodie auch als Business-Casual-Kleidungsstück in unendlich vielen Varianten, Größen und Farben.

Wer sich als junger Unternehmer einen Namen machen will, kann den Hoodie auch als Werbemittel für sich nutzen. So ist es eine tolle Idee, die Hoodies der Mitarbeiter mit dem Namen des jungen Unternehmens zu versehen. Werden die Hoodies ebenso im Privatleben getragen, dann machen die Mitarbeiter überall damit Werbung.

Tipps für das modische Outfit im Büro
Anzug und Kostüm unterstreichen die Würde und Ernsthaftigkeit eines Unternehmens. Nicht umsonst heißt es: „Kleider machen Leute“, und wer den klassischen Business Look trägt, repräsentiert damit zugleich das Unternehmen, für das er arbeitet. Bei denjenigen, die einen modischen Hoodie als Arbeitskleidung tragen, ist das nicht anders. Sie sind die Repräsentanten eines jungen, hippen und dynamischen Unternehmens, was sie gleichermaßen durch ihre Kleidung signalisieren. Die Kleidung mag lässig und modern sein, sie sollte sich jedoch an die Regeln halten, die für jedes Business Outfit gelten:
  • Die Accessoires müssen zum Hoodie passen.
  • Alle Kleidungsstücke müssen einwandfrei und immer gepflegt sein.
  • Die lässige Kleidung nicht übertreiben.
  • Die Kleidung muss passend kombiniert werden.
Die Jeans sieht zu einem Hoodie besser aus als eine klassische Anzughose. An heißen Sommertagen darf es aber auch eine leichte Leinenhose zum Hoodie sein. Geschlossene Schuhe machen immer einen besseren Eindruck als offene Biolatschen oder Sandalen. Eine gute Wahl zum Hoodie sind auf jeden Fall saubere und gepflegte Sneakers oder Chucks.

Welches Publikum soll angesprochen werden?
Jedes Unternehmen verfolgt andere Ziele und möchte sein Publikum entsprechend für sich einnehmen. Dies geschieht zugleich über die Kleidung, die die Mitarbeiter tragen. Viele Firmen schreiben ihren Mitarbeitern vor, welche Kleidung am Arbeitsplatz erwünscht ist und welche nicht. Ist das Publikum eher konservativ eingestellt, dann muss das beim Business Outfit berücksichtigt werden. Der richtige Dresscode entscheidet außerdem darüber, wie viel Vertrauen die Kunden einem Unternehmen entgegenbringen. Ein Verkäufer, dessen Schuhe nicht geputzt sind und der ein Hemd trägt, an dem Knöpfe fehlen, macht keinen vertrauenswürdigen Eindruck.

Viele machen den Fehler, moderne Kleidung wie Jeans oder Hoodie mit ungepflegter Kleidung in eine Ecke zu stellen. So etwas ist falsch, denn eine Jeans, die sauber ist und gut sitzt, macht immer einen guten Eindruck. Das Gleiche gilt für den Hoodie, ganz gleich, ob es sich dabei um ein Pullover oder eine Sweatjacke ist. Macht der Verkäufer einen weniger guten Eindruck, nur weil er unter der Hoodie Jacke kein Hemd mit Schlips, sondern ein Shirt trägt?

Was kommt nicht so gut an?
Natürlich hat auch der moderne Business Look seine Grenzen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Hoodie in Neonfarben gehalten ist oder ein grelles Muster hat. So etwas muss nicht unbedingt sein, denn wer einen solchen Kapuzenpullover während der Arbeit trägt, kann so manchen Kunden vor den Kopf stoßen. Trägt der Hoodie den Namen der Firma als Schriftzug, dann sollte die Schrift farblich zum Hoodie passen. Weiß auf Blau oder Rot macht sich immer besser, als Dunkelgrün auf Schwarz oder Giftgrün auf Gelb. Wenn alles stimmt, ist der Hoodie immer als perfekter Business Look geeignet.

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Bildquelle: © Depositphotos.com / simbiothy
 

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