HP-Manager sollen vor Untersuchungsausschuss

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von z3Ro-sHu, 18. September 2006 .

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  1. #1 18. September 2006
    Während die Spitzel-Affäre um den Aufsichtsrat des Computerherstellers Hewlett Packard (HP) täglich neue Schlagzeilen produziert, ist immer noch nicht klar, wie genau die Führungspersönlichkeiten des Konzerns über die Vorgänge informiert waren. Auch dieser Frage will sich ein bereits angekündigter Untersuchungsausschuss des US-Kongresses widmen. Bis zum heutigen Montag hat HP Zeit, die angeforderten Dokumente zu liefern. Am 28. September sollen dann unter anderem Aufsichtsratschefin Patricia Dunn, die unter dem Druck der Affäre ihren Rücktritt angekündigt hatte, und HPs Chefanwältin Ann Baskins vor den Kongressabgeordneten aussagen.


    Unterdessen sind am vergangenen Wochenende neue Details der unappetitlichen Affäre an die Öffentlichkeit gelangt. Die Ermittler sollen auch vergeblich versucht haben, den Computer eines Journalisten mit einer Software zu infizieren, die Informationen über die Weiterleitung von E-Mails zurückliefern sollte. Darüber hinaus soll mindestens ein Journalist im Rahmen der Ermittlungen auch beschattet worden sein.

    Die New York Times (NYT) berichtet unter Berufung auf anonyme, mit einer HP-internen Untersuchung der Affäre vertraute Quellen, dass die Ermittlungen gegen Aufsichtsratsmitglieder und Journalisten erstmals im Januar 2005 eingeleitet wurden, nachdem Informationen aus dem Gremium in die Presse gelangt waren und es Spekulationen um eine Entmachtung der im Anschluss zurückgetretenen HP-Chefin Carly Fiorina gegeben hatte. Diese ersten Ermittlungen hätten bis August 2005 angedauert, aber keine wesentlichen Ergebnisse gebracht. Die zweite Ermittlung ab Januar 2006 führte schließlich zur Enttarnung des Aufsichtsratsmitglieds George Keyworth als Quelle für Medienberichte. Keyworth trat nach anfänglicher Weigerung vergangene Woche zurück.

    Unklar bleibt, ob die Ermittlungen schon seit ihrem Beginn im Januar 2005 mit fragwürdigen Mitteln geführt wurden. Nach einem Bericht des Wall Street Journal ist zudem auch nicht geklärt, ob die Ermittlungen noch weiterliefen, nachdem CEO Mark Hurd im März von den Ergebnissen unterrichtet worden war, und ob der HP-Boss über die fragwürdigen Methoden im Bilde war. Die Ermittlungen sollen anfangs zumindest unter gewisser Aufsicht von Dunn, Baskins und eines firmeneigenen Anwalts gestanden haben, dann aber schnell an verschiedene private Ermittlungsunternehmen abgegeben worden sein.

    Diese hatten sich unter Angabe falscher Identitäten Zugang zu den Telefondaten von Aufsichtsräten und Journalisten verschafft. Die rechtliche Einschätzung dieser "Pretexting" genannten Vorgehensweise, auf die sich HP entgegen mehrfach intern geäußerter Bedenken offenbar gestützt hatte, stammt nach Angaben der NYT von einer Kanzlei mit Verbindungen zu einem der beauftragten Ermittlungsunternehmen. Die Affäre hat jüngst neuen Schub in die Bemühungen der US-Legislative gebracht, Pretexting bundesweit einheitlich für illegal zu erklären.

    Unterdessen hat Dunn in einer Mitteilung an die Mitarbeiter zugegeben, dass auch zwei HP-Angestellte im Visier der Ermittlungen standen. "Diese Methoden wurden bei einigen Personen angewandt, darunter bestimmte Aufsichtsratsmitglieder, zwei Angestellte und einige Personen außerhalb des Unternehmens, darunter Journalisten", erklärte Dunn. Es ist nicht ohne Ironie, dass einer der beiden zunächst ungenannten Mitarbeiter, gegen die wegen möglicher Pressekontakte ermittelt worden war, wenig später als Mike Moeller identifiziert wurde. Sein Job bei HP: Pressesprecher.

    Quelle:heise.de
     

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