Interview: DivX will YouTube Konkurrenz machen

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 4. Oktober 2006 .

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  1. #1 4. Oktober 2006
    Privates und kommerzielles Video-Sharing soll mit DivX einfacher werden
    Noch befindet sich DivX Networks' Video-Download-Portal Stage 6 in seiner offenen Alpha-Phase und soll neben kreativen Privatpersonen, unabhängigen Filmemachern und "Internet-Produzenten" auch internationale Filmstudios anlocken. Die kostenlosen und kostenpflichtigen Video-Downloads im DivX-Format lassen sich nicht nur am PC anschauen, sondern auch auf allen zertifizierten DivX-Abspielgeräten, selbst auf solchen ohne Netzwerk-Anbindung.


    Golem.de sprach mit DivX-Gründer Jérome Rôta und dem Marketingleiter Thomas Huntington. Huntington zu Folge ist die MPEG-4-ASP-basierte Videokompression DivX zwar ein globales Phänomen, begann allerdings in Westeuropa, wo Rôta mit Freunden DivX entwickelte. Europa ist für DivX Networks weiterhin der wichtigste Markt, wenn es um die Verbreitung von DivX-fähigen DVD-Playern geht.

    "In Frankreich ist es fast unmöglich einen DVD-Player zu kaufen, der nicht DivX-zertifiziert ist", so Huntington. 95 Prozent der verkauften DVD-Player sollen mit DivX-Logo versehen sein. Deutschland kommt erst auf Platz 8, nach Polen, Russland, Spanien, Italien, Ungarn und Tschechien. Während immerhin etwas mehr als die Hälfte der in Deutschland verkauften DVD-Player DivX-zertifiziert sind, liegt der Anteil der verkauften DivX-DVD-Player in Großbritannien (13 Prozent) und den USA (10 Prozent) weit dahinter, sogar noch nach Chile (26 Prozent).

    Nicht in die Statistik der Marktforscher von NPD eingeflossen sind solche Geräte, die zwar DivX abspielen können, deren Hersteller sich aber den Zertifizierungsprozess und damit einhergehende Lizenzkosten sparten. Kein DivX-Zertifikat zu besitzen wirkte sich bisher nicht aus, doch wer über das noch in Entwicklung befindlichen Video-Download-Portal Stage 6 kostenpflichtige Filme herunterladen und nach dem Brennen auch im DivX-DVD-Player wiedergeben will, benötigt ein zertifiziertes Gerät.

    "Wenn etwas heruntergeladen werden soll, muss sich der Nutzer anmelden. Sobald man registriert ist, können die DivX-Geräte an den Account gebunden werden. Im Setup eines DivX-Geräts wird es eine DivX-Seriennummer geben, die alle DivX-zertifizierten Geräte haben. Sie geben einen Registrierungscode aus, der eine unverwechselbare Identifikationsnummer darstellt. Diese Nummer wird in den Account eingegeben und wenn eine [verschlüsselte] Datei heruntergeladen und gebrannt wird, wird sie an das Gerät gebunden", erklärte Jérome Rôta gegenüber Golem.de.

    Dabei könnten bis zu sechs DivX-Geräte registriert werden, welche die Kauf-Videos abspielen dürfen. "Wir wissen, dass die Leute mehrere Geräte haben. Einen PC, einen DVD-Player, das wären schon zwei, vielleicht noch ein tragbares Gerät, drei, [...] Wir erlauben also sechs Geräte für den Account, lade den Film herunter und dieser wird auf allen sechs Geräten abgespielt. [...] Von allen DivX-zertifizierten Abspielgeräten", so Jérome Rôta weiter. Dies gelte auch für Geräte, die zu den ersten DivX-zertifizierten Geräten zählen.

    Mit der Video-Community Stage 6 sollen die DivX-Abspieler mit kommerziellen, privaten und vor allem hochauflösenden Inhalten versorgt werden. Thomas Huntington dazu: "Anders als Sites wie YouTube oder andere Websites zum Tauschen von Videos, die zwar großartig sind, aber eine ziemlich schwache Bildqualität und recht beschränkte Möglichkeiten bieten, erlaubt es Stage 6 allen, ihre eigenen Inhalte als hochqualitatives DivX hochzuladen, ohne Beschränkung der Dateigröße und der Laufzeit. Und danach können sie einen eigenen Kanal erstellen, mit einer eigenen Gemeinschaft um ihre Videos. [...] alle Inhalte von persönlichen Videos bis hin zu Hollywood-Filmen lassen sich sicher über Stage 6 vertreiben."

    Die Möglichkeit dem Kunden vor dem Kauf auch einen kurzen Einblick in kostenpflichtige Videos zu gewähren, will DivX Networks zum Start der finalen Version von Stage 6 bieten. Die Möglichkeit Filme zu mieten ("Pay per View") ist nicht geplant, derzeit dreht sich Stage 6 um den Kauf ("Download to Own") der Film-Downloads. DivX-Nutzer wollen die Inhalte besitzen, so Huntington. Urheberrechtsverletzungen wie sie auf YouTube häufig zu finden sind, kann auch DivX Networks nicht ausschließen, will aber sofort reagieren wenn Verstöße entdeckt bzw. gemeldet werden. Zudem sei es nicht möglich, Inhalte ohne Registrierung zu Stage 6 hochzuladen.

    Vor allem die von Huntington angesprochene Möglichkeit, eigene - und von Nutzern per RSS-Feed abonnierbare - Stage-6-Kanäle mit hochauflösenden Videos anlegen zu können soll der Video-Community laut Jérome Rôta dabei helfen, sich von YouTube und Co. abzusetzen. Zudem erlaube das DivX-Plugin für Webbrowser das Video aus der Website herauszulösen oder im Vollbild auf dem PC anzuschauen. Oder auf einem DivX-zertifizierten stationären oder mobilen Abspielgerät.

    "Das ist die Vision hinter Stage 6, die Werkzeuge für visuelle Technik einfacher zugänglich und sinnvoller nutzbar zu machen. [....] Wir wollen es einfacher für die Leute machen, Inhalte herunterzuladen, abzuspielen auf ihren Geräten und auch [Videos] hochzuladen.", so Huntington. Das Hochladen erfolgt per Mausklick über einen Menüpunkt im DivX-Player, um die Konvertierung in das DivX-Format kümmert sich die Software automatisch. Noch ist Stage 6 in einem frühen Entwicklungsstadium.

    Auf die Frage danach, ob DivX im Zeitalter der HD DVD und Blu-ray Disc noch eine Chance hat, erklärte Thomas Huntington: "Unser Codec unterstützt seit Jahren hohe Auflösungen. Auf dem Chipebene ist das auch auf relativ günstigen Geräten möglich. Ich denke wir haben im Vergleich zur Blu-ray oder HD DVD eine fundamental andere Herangehensweise an den High-Definition-Markt. Hohe Auflösungen sind nur ein Funktion, keine neue Kategorie. Und nur weil eine neue Art von Datenträger benötigt wird, wird es als neue Funktion gewertet. High Definition ist eine wundervolle Technik auf Hardware-Ebene, sie lässt sich bereits mit der günstigen DVD realisieren. Das ist es, auf was wir uns konzentrieren."

    Jérome Rôta ergänzte: "Der nächste Schritt ist für uns nicht notwendigerweise der Aufbau eines neuen Marktes rund um High Definition - vielmehr dreht sich der neue Markt um Online-Distribution. Das ist es was wichtig ist." Es gehe darum, das jeder neue Inhalte generieren und diese für geringere Kosten verbreiten könne. Es gehe hingegen nicht notwendiger Weise darum, sich bereits auf DVD vorliegende Filme noch einmal für Blu-ray- oder HD-DVD-Player zu kaufen.


    quelle: Golem.de
     

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