Israel lehnt Forderungen der Entführer ab

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von z3Ro-sHu, 1. Juli 2006 .

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  1. #1 1. Juli 2006
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    Israel hat die Bedingungen der palästinensischen Entführer für die Freilassung eines entführten Soldaten abgelehnt. Das israelische Außenministerium lehnte erneut Geschäfte mit den Kidnappern ab. Die Extremisten hatten zuvor einen Forderungskatalog veröffentlicht.

    Von Clemens Verenkotte, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

    Israel müsse seine Militäroperation im Gaza-Streifen einstellen und 1000 arabischen Häftlinge aus der Haft entlassen. Diese Bedingungen an die Regierung von Ministerpräsident Ehud Olmert stellten die drei militanten Palästinenser-Organisationen, die vor sechs Tagen einen israelischen Soldaten entführt hatten.

    Der militärische Arm der Hamas, das Volkswiderstandskomitee und die so genannte Armee des Islam - die sich bereits am vergangenen Mittwoch zu Wort gemeldet hatten - veröffentlichten in der Nacht eine "Militärische Erklärung Nummer Zwei". Darin heißt es unter anderem: Trotz der Bemühungen von Vermittlern, die Lösung der "humanitären Angelegenheit" in aller Stille zu forcieren, eskaliere Israel die Lage. Die politische Führung Israels stehe unter dem Einfluss von "Militär- und Sicherheitskommandeuren," die nur die Sprache der Invasion, Zerstörung und des Tötens zu persönlichen Zwecken kennen".
    Keine Geschäfte mit den Entführern

    Die israelische Regierung hat in den vergangenen Tagen stets erklärt, sie verhandle nicht mit Terroristen, und lehne eine Gefangenenfreilassung ab. Verkehrsminister Meir Scheetrit fasste die Haltung von Ministerpräsident Ehud Olmert zusammen: "Falls die Palästinenser diese Operation wirklich stoppen wollen, haben sie eines zu tun, eine sehr einfache Sache: unseren Soldaten, den sie vollkommen illegal aus Gaza entführt haben, lebend an Israel zurückzugeben. In diesem Falle würden wir unsere Militäroperation beenden und Gaza verlassen. Wir haben nicht in Absicht, in Gaza zu bleiben oder Gaza erneut zu besetzen."

    Der israelische Rundfunk berichtete, ein palästinensischer Arzt habe gestern den entführten Soldaten untersuchen und sich davon überzeugen können, dass der junge Mann am Leben sei.
    Ägypten verhandelt Kompromiss

    Unter Berufung auf Regierungskreise meldete der öffentlich-rechtliche Rundfunk Israels ferner einen angeblichen Kompromiss, der unter Einschaltung von Ägyptens Staatspräsident Hosni Mubarak formuliert worden sei. Danach würde sich Israel aus dem Gaza-Streifen zurückziehen und die vor einigen Tagen verhafteten rund 60 Hamas-Politiker wieder aus der Haft entlassen. Im Gegenzug würden die palästinensischen Geiselnehmer den jungen Soldaten freilassen. Die Hamas-Regierung müsse sich zudem zur definitiven Einstellung des Beschusses von israelischen Gemeinden mit Kassam-Raketen durch palästinensische Militante verpflichten. Im Verlauf der nächsten Woche würde sich zeigen, ob es zu einer politischen Lösung der Geiselfrage kommen könne.
    Militäroffensive geht weiter



    Grafik:
    Israelische Artillerie beim Beschuss des Gaza-Streifens
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    In der vergangenen Nacht flog die israelische Luftwaffe mehrere Einsätze gegen mutmaßliche Ausbildungslager der Fatah-Bewegung und der Hamas im Gaza-Streifen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Militante Palästinenser feuerten in der Nacht eine Kassam-Rakete vom Gaza-Streifen aus ab. Das Geschoss schlug einige Hundert Meter von der Stadtgrenze von Askalon ein, niemand wurde verletzt. Gestern kam es im Gaza-Streifen zu Kundgebungen, bei denen in Sprechchören der Einsatz von Kassam-Raketen beschworen wurde.
    Keine neue Entführung

    Behauptungen der extremistischen Al Aksa Brigaden, sie hätten einen zweiten israelischen Soldaten entführt, wurden von israelischer Seite nicht bestätigt. Schon gestern Abend kursierte eine gleich lautende Meldung, die später von der militanten Palästinenser-Gruppierung zurückgezogen wurde.
     

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