Kinderpornografie: Provider kündigen mehr Schnüffelei bei Usern an

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 27. Juni 2006 .

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  1. #1 27. Juni 2006
    Zweifelhaften Nutzwert und eine Menge an Begehrlichkeiten wird der Vorstoß fünf großer Provider nach sich ziehen. Mit dem beliebten Argument "Kampf der Kinderpornografie" tauschen AOL, Yahoo, Microsoft, EarthLink und United Online in Zukunft Daten und Expertise im Kundenbeschnüffeln aus. Eine Million Dollar ist für die Erstellung einer Datenbank sowie neuer Scanverfahren der Userkommunikation bislang eingeplant. Maßnahmen, die allenfalls nützlich wären, wenn man annimmt, dass KiPo-Verbreiter zu blöde dazu sind, Winrar zu verwenden.

    In Kooperation mit dem US-amerikanischen Zentrums für vermisste und missbrauchte Kinder wollen die fünf Unternehmen Know-How über Verfahren zum Scannen von Internetkommunikation austauschen und eine gemeinsame, zentrale Datenbank von kinderpornografischem Bildmaterial aufbauen. Wie die verscheidenen ISPs die Daten gebrauchen, bleibt ihnen überlassen. AOL plant beispielsweise, vor allem die Emails seiner Nutzer nach entsprechendem Bildmaterial zu scannen, in Zukunft träumt man jedoch von der Überwachung aller Kommunikationskanäle, wie beispielsweise auch AIM oder Upload-Vorgänge auf Webseiten.

    Vorläufiges Ziel: das Erstellen eines digitalen Fingerabdrucks von kinderpornografischen Bildern. Alle Bilder, die von den Nutzern der jeweiligen ISPs verbreitet werden, können anschließend mittels der Hashwerte gegen die Datenbank abgeglichen werden. Dass die Methode spätestens bei gepackten oder verschlüsselten Files wirkungslos wird, fiel dabei offenbar nicht ins Gewicht.

    Wobei zu bezweifeln ist, ob die ISPs überhaupt ein Interesse daran haben, "wirksame" Maßnahmen einzuleiten. Laut AOL-Sprecher John Ryan sei die jetzige Maßnahme zum Teil eine Reaktion auf den Vorstoß des umstrittenen, konservativen Generalstaatsanwalts Alberto Gonzales, der in der letzten Zeit wiederholt die Provider dazu aufforderte, im Kampf gegen die p0rngrafie Verbindungsdaten ihrer Nutzer grundsätzlich zu speichern und aufzubewahren. Gonzales fiel bereits bei Amtsantritt durch weltfremden Fundamentalismus auf: oberste Priorität des obersten Strafverfolgers der USA sei der Kampf gegen die Obszönität. Glücklich das Land, in dem es keine größere Vergehen gibt.

    Entsprechend könnte man vermuten, dass die jetzige Ankündigung der ISPs vor allem ein Kooperationssignal darstellen soll, mit dem man sich angesichts zunehmender Überwachungsforderungen ein wenig Luft zu verschaffen versucht. Der Schuss könnte indessen nach hinten losgehen. Zahlreiche Interessensgruppen stehen in den Startlöchern und warten darauf, dass ISPs zugeben, mit vertretbarem Aufwand beliebige Datentransfers ihrer Nutzer überwachen und identifizieren zu können.

    In der Zwischenzeit werben die fünf ISPs um weitere Mitstreiter. Am Beginn ihrer Planungen soll unter anderem die die Frage stehen, wie das Zurechtschneiden von Bildern die digitale Signatur verändern könnte und somit Abgleiche mit der Datenbank behindert - angesichts der Verfügbarkeit starker Kryptografie oder von hochanonymen Distributionstools wie dem Freenet Project eine mehr als naiv scheinende Problemstellung.

    Entsprechend auch die Kritik an den Plänen: wer Kinderpornografie im Net verbreitet, ist in der Regel nicht dumm - denn dumme Kinderpornografen landen zügig im Knast. Von einer ebensolchen Dummheit scheinen die nun angekündigten Pläne aber grundsätzlich auszugehen.

    Unter CC-Lizenz steht auf gulli.com ein Informationstext zur Schädlichkeit der gängigen Anti-Kinderpornopropaganda zur Verfügung. Schädlich für das Netz und seine Nutzer, schädlich auch für die Kinder, um die es laut der entsprechenden Akteure schließlich gehen soll. Dies geben sie jedenfalls gerne vor.


    quelle: gulli untergrund news
     

  2. Anzeige
  3. #2 28. Juni 2006
    vom prinzip her (kampf gegen kinderpornographie) ist es in ordnung die geplante durchführung (totaler überwachung) ist es absoluter schwachsinn. vor allem hashwerte lassen sich so einfach verändern, man verkleinert das bild um nen pixel und schon ändert sich der wert .....abwarten unt tee trinken

    sHu
     
  4. #3 28. Juni 2006
    Immerhin versucht man was gegen Kinderpornigraphie zu unternehmen!

    Ist natürlich schwer dabei Erfolg zu haben.
     
  5. #4 28. Juni 2006
    finde ich richtig, dass da mal was getan wird. Wenn ich sowas im Inet finden würde, würde ich das auch sofort melden. Bis jetzt kam es aber noch nicht soweit.
     
  6. #5 29. Juni 2006
    Naja die gute intention sollte man schon loben,
    aber angesichts der realisierung ist das eher mit einem "den kind über den kopf streichen, hassu fein gemacht" zu vergleichen.

    In Zeiten des Internets und des rasanten Technologischen Fortschritts wird erstmals deutlich wie fundamentalistisch, naiv und weltfremd doch viele Politiker sind.

    Das wird genauso ausarten wie die Sache mit dem Kopierschutz in Urheberrechtlich geschützten Werken.
    Weil die mächtigen Dumm sind , müssen alle drunter leiden
    (Hier: wen ich mir ne original cd kaufe und ich die in meinem Player abspiele...)
    Nur diese Sache noch größere Folgen haben wird.

    Aber das der Überwachungsstaat kommen wird weiss man ja spätestens schon seit Orwell´s 1984.
    Nur das die Folge nicht Überwachung , sondern Willkür sein wird.

    Das Internet wird niemals zu Überwachen sein !
    Mit wachsender Technologie (Bandbreite, Kryptologie) wird es niemals möglich sein die Totale Überwachung realität werden zu lassen.
    Aber an solche auswüchse wie guantanamo werden wir uns gewöhnen müssen...

    Auf diesen Bericht bezogen:
    Was ist z.B. wen mir einer der mich *****en will anonym son bild per mail schickt ?
    Das heisst bei totaler mail überwachung dann: Anzeige, Hausdurchsuchung, und im besten fall rechner für nen Jahr weg.

    Oder ihr ladet über ne tauschbörse nen filmchen, was aber leider nen Kipo ist.
    Zack: nicht nur Besitz sondern auch noch Verbreitung von Kipo material (z.B. bei Emule, da ihr ja auch shared , während ihr ladet:....)


    Nette Aussichten sind das, da darf man gar nicht dran denken...


    MfG WeBsToR
     
  7. #6 29. Juni 2006
    Sicherlich ein gutes Vorgehen wenn man bissl luft vorem anwalt haben will. Sinnvoll wahrscheinlich nicht und 1Mio $ damit man ruhe hat ist auhc nicht die Welt.

    Für mich stellt sich nur die frage was sonst auch noch alles mit abgeglichen wird, ausgelesen oder gescannt wird. Gerade Mircosoft ist ja dafür bekannt dass deren Produkte schonmal gerne nach Hause telefonieren um Nutzerdaten zu übermitteln.

    Einfach mal abwarten ob man nochmal was von hört.

    So on
    Shinski
     
  8. #7 29. Juni 2006
    Wenn du Microsoft nicht vertraust, warum benutzt du dann als BETRIEBSSYSTEM windows? Mag von mir denken was du willst, aber ich sage dir, dass diese Einstellung schwachsinn ist. Und JA, ich kenne tools wie xp-antispy etc. Aber naja, is jetzt egal. Ich will mit dir jetzt nicht alle Möglichkeiten, die ein Betriebssystem hat, durchgehen.



    Back to topic: Ich finds richtig, dass was dagegen getan werden soll, aber es ist imho der komplett falsche Weg.
     
  9. #8 29. Juni 2006
    ein fehler in der datenbank und bei dir stürmt das S.W.A.T Team ein :D
    grundsätzlich isses ja ne gute idee, mehr gegen die kinderporografie zu machen, aber man sollte natürlich auch recherchieren, wo man solchen scheiß überall herbekommen kann und dann die quellen ausschalten... und väter, die ihre tochter/ihren sohn vergewaltigen und das auch per video aufnehmen, wünsch ich schon seit meiner geburt den tod und hoff mal, dass das/die kind/er einfach zu den bullen geht und der vater dann 10-20 jahre innen knast kommt und dann gekreuzigt wird!

    aber überwachen lasse ich mich ungerne, auch wenn es für nen guten zweck is
     
  10. #9 29. Juni 2006
    Auf jeden Fall sollte man mal die Strafen für KiPo erhöhen, ich glaube zwar das das niemanden abschrecken wird, aber wenigstens werden die dann härter bestraft (aber garantiert nicht so hart wie sie es verdient hätten :( ). Es ist zwar ein guter Ansatz neue Ermittlungsmethoden gegen KiPos einzuführen aber das neue Verfahren wird nutzlos sein wie andere schon gesagt haben, weil ein Hash sich so schnell ändern kann und daher ist das eher Geldverschwendung.

    P.S.(@Finanzierer): Ich könnte auch noch ne Million vertragen, dann gibts ein "Raubkopierer" weniger auf dieser Welt^^
     
  11. #10 29. Juni 2006
    Wenn ich die Million hätte würde ich trotzdem weitermachen... :)

    Aber mal im Ernst: Imho wäre die Million wohl besser bei den Kindern in Afrika und dem Rest der sogenannten "dritten Welt" aufgehoben, auch wenns hart klingt, aber wenn man sich anguckt wieviele Kinder in diesen Gebieten tagtäglich VERRECKEN...

    {bild-down: http://metoric.de/uploads/image-365.png}
     

  12. Videos zum Thema
Die Seite wird geladen...