Kirch bringt eigenen Bundesliga-TV-Sender ins Spiel

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von rainman, 8. Oktober 2007 .

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  1. #1 8. Oktober 2007
    Eigentlich müsste der Name Leo Kirch ein rotes Tuch für die Verantwortlichen der Fußball-Bundesliga sein. Denn immerhin steht der Name in Verbindung mit einer der größten Finanzkrisen im deutschen Profi-Fußball. Die Insolvenz der KirchMedia und KirchPayTV (Sat.1, ProSieben, Kabel1, N24, Premiere) im Jahr 2002 und die Neuverhandlung der TV-Rechte kostete die Vereine damals einen dreistelligen Millionenbetrag. Einige Clubs mussten sogar Kredite aufnehmen, um ihre Spieler überhaupt noch bezahlen zu können.

    Doch jetzt ist Kirch zurück – und lockt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) erneut mit einem Milliarden-Deal. In Frankfurt diskutierten die DFL-Verantwortlichen am heutigen Montag den Traum vom eigenen Bundesliga-TV-Sender. Kirch soll angeblich 1,5 Milliarden Euro dafür bieten, dass er ab 2009 drei Jahre lang im Namen der DFL Spielberichte aus den Profi-Ligen vermarkten darf.

    Seit Frühjahr 2006 zeichnet die Firma Sportcast, eine hundertprozentige Tochter der DFL, für die Produktion des Live-Signals der Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga verantwortlich. Die Aufbereitung der Signale in Form von Spielberichten und Studioproduktionen obliegt den jeweiligen Rechteverwertern. Kirch hingegen will künftig fertige Programmpakete an Privatsender und Kabelnetzbetreiber verkaufen.

    Nicht nur die Aussicht auf zwanzig Prozent Mehreinnahmen (derzeit erzielen die Profi-Clubs pro Saison rund 440 Millionen Euro Einnahmen aus der Vermarktung der Übertragungsrechte) und geringere Ausgaben lassen die DFL-Oberen wieder näher an die heiße Herdplatte rücken, Kirch versucht ihnen die Angst vor einem erneuten Verbrennen der Finger durch weit reichende Garantien zu nehmen.

    So soll etwa der Ligaverband die Hoheit über die Verträge mit den Sendern behalten. Die Beteiligungsgesellschaft KF 15 (gleichbedeutend mit Kardinal-Faulhaber-Straße 15 in München, wo Kirch sein Büro hat), hinter der Kirchs Ehefrau und der langjährige Kirch-Freund Dieter Hahn stehen, soll lediglich mit der Ausschreibung und der Vergabe der Rechte betraut werden. Kolportiert wird zudem, dass Kirch in der Lage sein soll, mit Bankbürgschaften für die garantierten 500 Millionen Euro pro Saison aufzuwarten.

    Spätestens hier dürften die EM.Sport Media AG (zu der die Produktionsfirma Plazamedia und der Sportsender DSF gehören) sowie die Schweizer Highlight Communications AG ins Spiel kommen. Die KF 15 GmbH & Co. KG hatte Ende September 11,5 Prozent an der EM.Sport Media erworben, die einst als EM.TV bekannt war. Bezahlt wurde mit Anteilen an Highlight Communications, das über die Tochter TEAM unter anderem seit 15 Jahren die Rechte an der UEFA Champions League vermarktet.

    Mit EM.Sport Media und Highlight Communications hat Kirch also Partner im Rücken, die einen Großeinstieg in das Big Business der Bundesliga-TV-Rechtevermarktung durchaus realistisch erscheinen lassen. Wären da nicht die Ressentiments aus früheren Tagen. "Mit dem Namen Kirch ist die größte Krise seit dem Bundesliga-Skandal verknüpft", gibt sich etwa der Sprecher der Geschäftsführung der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH, Wolfgang Holzhäuser, skeptisch. Die DFL hat unterdessen für Dienstag zu einer Pressekonferenz zu dem Thema geladen. (pmz/c't)

    Quelle:http://www.heise.de/newsticker/meldung/97096
     

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