Klimawandel: gefährliche tropische Zecken erreichen Deutschland

Artikel von Fabiane Herbst am 19. August 2018 um 16:53 Uhr im Forum Wissenschaft & Forschung - Kategorie: Wissenschaft

Schlagworte:
  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Klimawandel: gefährliche tropische Zecken erreichen Deutschland

19. August 2018     Kategorie: Wissenschaft
Der heiße, trockene Sommer mit seinen Tropischen Nächten, sowie generell milderes Klima, lässt Zecken, die bisher nur in den Tropen vorkamen, auch in Mitteleuropa überleben. Zeckenforscher an der Universität Hohenheim bei Stuttgart haben einige Exemplare der Gattung Hyalomma ausfindig gemacht und deren Ausbreitung nach Deutschland nachgewiesen. Eine dieser Zecken, trug ein gefährliches Bakterium in sich, Rickettsia aeschlimannii, einen Erreger der Fleckfieber auslöst. Infizierte Menschen kämpfen mit Hautausschlag und tagelangem Fieber. Die Inkubationszeit beträgt zwei Wochen die Infektion ist meldepflichtig.

tropische-zecke.jpg
Die tropischen Zecken können bis zu 2 cm groß sein, und sind damit deutlich größer als die einheimischen Zeckenarten.
(Bild: Uni-Hohenheim, siehe Quelle)



Bei Experten schrillen die Alarmglocken
Auch wenn nur sieben Exemplare gefunden worden sind – drei an einem einzigen Pferd, eine an einem Schaf und drei weitere an drei anderen Pferden – schrillen bei den Experten die Alarmglocken. Sie fürchten, dass die gefährliche tropische Zeckenart wegen des Klimawandels bei uns heimisch werden könnte. Bisher wurden immer mal wieder Zecken aus den Tropen eingeschleppt. Wegen des hiesigen Klimas überlebten sie jedoch nicht.

Bisher gab es nur zwei Einzelfunde
„HyalommaZecken haben wir hier in Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwartet. Bisher gab es lediglich zwei Einzelfunde in den Jahren 2015 bis 2017“, sagt Lidia Chitimia-Dobler, Zeckenexpertin am IMB. „Diese Zeckenarten könnten in Deutschland Einzug halten“, befürchtet Professor Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. „Wir werden sie in diesem Jahr verstärkt im Auge behalten und bereiten uns darauf vor, ihr in den nächsten Monaten womöglich öfters zu begegnen.“

Haben sich die Zecken hier bereits etabliert?
Ob es sich noch um eingeschleppte Exemplare handelt oder ob sie sich hier bereits etabliert haben steht noch nicht fest. „Bei einer anderen Art, der ursprünglich in Afrika beheimateten Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), sind Exemplare an Hunden gefunden worden, die ihren Hof nie verlassen hatten“, so Mackenstedt. „Damit konnten sie kein unbeabsichtigtes Urlaubsmitbringsel sein – ein Hinweis darauf, dass sich die Art hier möglicherweise bereits ausbreiten kann.“

Quelle: https://www.uni-hohenheim.de/uploads/tx_newspmfe/pm_Tropische_Zeckenart_2018-08-14_status_10.pdf
 

Kommentare

#2 24. August 2018
Zuletzt bearbeitet: 28. August 2018
Hallo,

oh nein echt, so was musste ja kommen. Ich hasse diese Viecher und ganz ehrlich gesagt, ich habe höchsten Respekt davor. Ich denke einen Vorteil haben diese "Neuen", man kann sie sicherlich durch die Größe viel besser und schneller erkennen. ;)
 
#3 16. September 2018
Zecken ... faszinierende Lebewesen, die mir nicht fehlen würden, wenn es sie plötzlich nicht mehr geben würde. Bei uns ist es dieses Jahr mit den Zecken auch richtig schlimm, besonders viele scheint es aber vor allem im Frühling und im Frühsommer gegeben zu haben. Die Hunde und Katzen der Familie haben von draußen immer etliche mit rein gebracht und haben deshalb natürlich auch Zeckenprophylaxe verabreicht bekommen, um sie vor den Zeckenbiestern schützen zu können.

Ich muss aber sagen, dass mir die normalen Zecken eigentlich reichen. Bis zu 2cm große Exemplare die zusätzliche Krankheiten übertragen, braucht keiner. Leider lassen sich Invasionen anderer Arten in globalisierten Zeiten mit sich veränderndem Klima nicht gänzlich vermeiden. Auch wenn das schön wäre!