Kontraproduktiver Kinderporno-Filter

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 27. Mai 2005 .

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  1. #1 27. Mai 2005
    Das Webseiten-Blockadeprogramm Cleanfeed des britischen Internet-Providers BT funktioniert nicht so wie es sollte. Das behauptet der Cambridge-Wissenschaftler Richard Clayton. In der Abhandlung Failures in a Hybrid Contect Blocking System (PDF-Datei), die er für einen Workshop on Privacy Enhancing Technologies im kroatischen Dubrovnik verfasst hat, legt er dar, dass das System sogar kontraproduktiv sei. Es sollte eigentlich kinderpornografische Internet-Seiten blockieren, stattdessen sei es aber eventuell möglich, mit einer "Oracle Attack" eigens nach solchen Angeboten zu suchen, da die Blacklist auslesbar sei.

    BT wendet Cleanfeed seit knapp einem Jahr an, damit die Kunden des Providers keine Webseiten mit Kinderpornografie abrufen können. Cleanfeed wurde in Zusammenarbeit mit dem britischen Innenministerium entwickelt. Informationen über illegale Seiten steuert die Internet Watch Foundation (IWF) bei, eine von Providern finanzierte Organisation, die Hinweisen von Bürgern auf Kinderpornografie und illegalen Inhalten im Internet nachgeht. Richard Clayton hingegen war zu seiner Studentenzeit beispielsweise dadurch in Erscheinung getreten, indem er Schwachstellen einer IBM-Sicherheitssoftware aufgedeckt hat. Er schlägt als Verbesserung des Cleanfeed-Systems beispielsweise vor, einen Software-basierten Scan, so wie er ihn für seine Untersuchung ausgeführt hat, zu blockieren.

    BT hat laut Guardian keine Zweifel an der wissenschaftlichen Qualität von Claytons Arbeit, sagt aber auch, es gebe einfachere Wege, um herauszufinden, was auf den IWF-Listen zu finden ist, nämlich durch den Abgleich einer Google-Suche mit dem, was über BT-Internetzugänge nicht zu erreichen ist. BT erklärt weiter, das Blockade-System werde nicht die Pädaophilie beseitigen, sondern sei hauptsächlich dazu gedacht, einschlägige Links in Spam-E-Mails unschädlich zu machen.


    quelle: heise news
     

  2. Anzeige

  3. Videos zum Thema
Die Seite wird geladen...