Mit Blaulicht -Erste Laufwerke für Blu-ray Disc und HD DVD im Test

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von CeNedra, 13. Februar 2006 .

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  1. #1 13. Februar 2006
    Im Frühjahr sollen die ersten Laufwerke für Blu-ray Disc und HD DVD in den Handel kommen. Erste Vorseriengeräte von Samsung und NEC zeigen bereits die Stärken und Schwächen der DVD-Nachfolger.

    {bild-down: http://www.heise.de/ct/06/04/032/aufmacher.jpg}


    Das lukrative DVD-Erbe ist hart umkämpft. Technisch vermelden beide Lager, dass ihre Laufwerke nahezu startklar seien. Man warte lediglich auf die Fertigstellung des neuen Kopierschutzsystems AACS (Advanced Access Content System), mit dem die hochaufgelösten Filme geschützt werden sollen. Zum Beweis durften wir die ersten Vorseriengeräte eines Blu-ray-Brenners von Samsung und eines HD-DVD-Laufwerks von NEC unter die Lupe nehmen.

    Die Koreaner stehlen mit ihrem Blu-ray-Brenner SH-B022 den japanischen Mitentwicklern des Formats Sony und Panasonic die Show. Das vorgeführte Testgerät kann bereits einlagige Blu-ray-Medien mit einer Speicherkapazität von 25 GByte beschreiben sowie CDs und DVDs lesen. Das Serienmodell soll sogar zweilagige BDs mit 50 GByte sowie CDs und DVDs brennen können. NECs HD-DVD-Laufwerk HR-1100A beschränkt sich hingegen allein aufs Lesen. Der erste HD-DVD-Brenner soll im Juli folgen.

    Zum Brennen der Blu-ray-Medien lieferte Samsung eine Spezialversion von Nero 7.0.4 sowie eine wiederbeschreibbare Blu-ray Disc (BD-RE25) mit der Hersteller-Kennung von TDK mit. Das Laufwerk beschrieb sie in 43:40 min komplett und erreichte dabei eine Transferrate von 8990 kByte/s, was 2X entspricht. Die Speicherplatzangabe von 25 GByte bezieht sich auf 1000 Byte pro kByte. Rechnet man mit 1024 Byte und zieht noch den zusätzlichen Platz für Reservesektoren, Lead-In und Lead-Out ab, so bleiben bei Nero 22,23 GByte Nutzdaten übrig, die man auf einer einlagigen Blu-ray Disc speichern kann. Einen einmal beschreibbaren Blu-ray-Rohling (BD-R25) aus dem Redaktionsfundus mochte das Laufwerk hingegen nicht. Nero brach den Brennversuch mit dem Hinweis ab, dem Laufwerk fehle die richtige Schreibstrategie für die Disc.

    Wir testeten auch andere Brennprogramme, die bereits mit einer Blu-ray-Unterstützung werben. Doch weder Cyberlink Power2Go 5.00.1021 noch Ashampoo Burning Studio 5.5.1 sprachen das Laufwerk richtig an. Selbst Neros InCD 5.0.0.4 und CD-DVD-Speed 4.11 kamen mit dem SH-B022 nicht klar.

    Unser Benchmarkprogramm h2benw konnte beide Laufwerke hingegen problemlos ansprechen. In der ersten Generation arbeiten sowohl die Blu-ray Disc als auch die HD DVD mit 2X (CLV) und erreichen Transferraten von knapp 9 MByte/s. Bei einer DVD entspräche dies etwa der siebenfachen Auslesegeschwindigkeit. Eine hybride HD DVD mit einer HD-DVD- und einer DVD-Schicht konnte das HR-1100A nicht lesen. NEC versprach, dass die endgültige Version damit keinerlei Probleme mehr haben werde und auch DVD-RAM mit 5X lesen könne.

    Um die Abwärtskompatibilität zu CDs und DVDs zu gewährleisten, wählten NEC und Samsung unterschiedliche Ansätze. NEC liest HD DVDs, DVDs und CDs mit einer einzigen Linse aus, die mit drei Laserdioden zusammenarbeitet (780 nm Wellenlänge für CD, 650 nm für DVD und 405 nm für HD DVD). Samsung hat in den SH-B022 hingegen zwei Linsen eingebaut, eine für die Blu-ray Disc und eine für CD und DVD. Da die Blu-ray-Linse mit einer wesentlich höheren Numerischen Apertur (NA) von 0,85 arbeitet als die Linse für CDs und DVDs (0,6 bis 0,65), wäre hier eine Kombination deutlich schwieriger gewesen als bei der HD DVD mit einer NA von 0,65. Ein-Linsen-Laufwerke sollen für die Blu-ray Disc erst in der zweiten Jahreshälfte folgen. Lediglich Pioneers BD-R101 verzichtet auf eine zweite Linse, kann dafür aber keine CDs schreiben oder lesen.

    Aufgrund der zweiten Linse liest der SH-B022 schon jetzt CDs und DVDs wie ein normales DVD-Laufwerk. Die Transferraten des HR-1100A fallen etwas niedriger aus. NEC hat die Zugriffszeiten drastisch erhöht, um die Erkennungsrate der Discs zu verbessern. So benötigt der HR-1100A vier- bis sechsmal so lange wie das Blu-ray-Laufwerk, um auf einer DVD von einem Sektor zu einem zufällig ausgewählten anderen zu springen. NEC will die Zeiten jedoch bis zur Serienreife verkürzen.

    Von unseren Fehlerdiscs konnte der Blu-ray-Brenner unsere Test-DVD-R mit hohem Jitter komplett auslesen, eine schlecht gepresste DVD-ROM („Horror-Disc“) erkannte er jedoch genauso wenig wie der HR-1100A. Bei einer verkratzten Audio-CD ließen sich beide Modelle reichlich Zeit, um ein Stück mit einem 1,2 mm breiten Kratzer auszulesen. Während der SH-B022 hier etwas schneller zu Werke ging und weniger Fehler machte, produzierte er bereits ab einer Kratzerbreite von 1,2 mm hörbare Störgeräusche. Das HR-1100A spielte eine Disc hingegen auch mit einem 3,0 mm breiten Kratzer tadellos ab. Die CD-ähnliche Seite einer Dual-Disc erkannten beide Laufwerke nicht.

    Zwar kommen beide Formate auf die gleichen Transferraten, eine HD DVD muss dazu aber aufgrund der geringeren Speicherdichte schneller rotieren als eine Blu-ray Disc. So ist das HR-1100A mit 3,6 Sone deutlich lauter als das SH-B022 mit 1,6 Sone (Messung aus 25 cm). Im Vergleich zu aktuellen DVD-Laufwerken sind aber beide Kandidaten recht leise. So erreicht der Blu-ray-Brenner mit einer CD-ROM 3,9 Sone, der HR-1100A kommt auf 5,9 Sone. Beim Abspielen einer Video-DVD mit der Player-Software WinDVD 4.0 ist wiederum das HD-DVD-Laufwerk leiser (1,1 Sone gegenüber 1,9 Sone).

    Die niedrigen Laufgeräusche der Blu-ray-Brenners erstaunen umso mehr, weil wir im Innern des Gerätes an der Rückseite einen kleinen Lüfter entdeckten. Allerdings sind von außen keinerlei Lüftungsschlitze zu sehen, sodass der kleine Quirl die Luft nur im Innern umherwirbelt, sobald man eine Disc einlegt. Trotzdem werden die Discs ausreichend gekühlt. Direkt nach dem Brennvorgang maßen wir unkritische 42 °C auf dem Blu-ray-Rohling. Bei einem früheren Test der Professional Disc for Data (der Profiversion der Blu-ray Disc) hatten wir mit einem Sony-Laufwerk noch 50 °C gemessen.

    Fazit

    Auch wenn es sich bei den Testlaufwerken noch um Engineering-Samples handelt und der endgültige Kopierschutz noch nicht implementiert ist, zeigt der Test bereits wichtige Unterschiede zwischen den Formaten. So hat Samsungs Blu-ray-Brenner aufgrund seiner zwei Linsen deutlich weniger Probleme, CDs und DVDs zu lesen als NEC mit seiner Kombi-Linse für HD DVD, DVD und CD. Manche Disc mussten wir zwar zweimal ins Laufwerk legen, bevor sie erkannt wurde, schwerwiegende Probleme gab es jedoch keine. Befürchtungen, das BD-Laufwerk würde zu laut oder zu warm, bestätigten sich nicht. Die Ingenieure können sich bis zum Verkaufsstart im April auf die Implementierung der Schreibstrategien für die Rohlinge und das komplexe Kopierschutzsystem AACS konzentrieren; die Hauptarbeit fällt dabei sicherlich den Software-Herstellern zu.

    Das HD-DVD-Laufwerk kann beim derzeitigen Entwicklungsstand technisch zwar nicht mit dem Blu-ray-Brenner mithalten, NEC setzt aber auf höhere Absatzzahlen aufgrund niedriger Verkaufspreise. Dies wird sich nicht unbedingt beim Retail-Laufwerk zeigen, das stolze 400 Euro kosten soll, sondern eher auf dem OEM-Markt, wo man die Kosten für Blu-ray-Laufwerke für PC-Hersteller deutlich unterbieten will. Außerdem wird Toshiba seine Standalone-HD-DVD-Player HD-A1 und HD-XA1 mit dem NEC-Laufwerk bestücken.

    Wer seinen eigenen PC mit einem HD-DVD- oder Blu-ray-Laufwerk nachrüsten möchte, muss hohe Hardware-Voraussetzungen erfüllen. So geben beide Lager einen Pentium 4 mit 3,0 GHz (oder Athlon 64 3000+) und eine Grafikkarte mit 128 MByte Speicher als Minimum vor. Samsung empfiehlt gar Grafikchips vom Schlage eines Geforce 7800 oder ATI Radeon X1800, um die Dekodierung von h.264/AVC oder VC-1 zu beschleunigen.

    Da Hollywood Angst hat, man könne HD-Filme am Grafikkarten-Ausgang mitschneiden, muss dieser per HDCP digital verschlüsselt werden. Am normalen DVI- oder VGA-Ausgang bekommt man die Filme bestenfalls in Standardauflösungen zu sehen. ATI bietet bereits spezielle BIOS-Chips für seine Radeon-X1000-Serie mit einem geschützten Speicherbereich für HDCP-Keys an. Als einer der ersten Hersteller will MSI ab dem zweiten Quartal Karten mit HDCP verkaufen. Alte Modelle lassen sich nicht nachrüsten.

    Den PC schließt man dann über einen Adapter an Fernseher oder Beamer mit HDMI-Buchse an. Lediglich Dell hat bereits einen HDCP-fähigen PC-Monitor im Angebot, der allerdings per Dual-Link angeschlossen werden muss.

    Während der Samsung-Brenner in den USA mit rund 500 US-Dollar recht günstig angeboten werden soll, gibt es für Europa noch keine genauen Preisangaben. Deftig sind jedoch die Preisvorstellungen der Rohlingshersteller. So will TDK für eine BD-R25 rund 20 Euro und für eine wiederbeschreibbare BD-RE25 etwa 25 Euro verlangen. Die zweilagigen Versionen mit 50 GByte sollen das Doppelte kosten. NEC stellte derweil günstigere Preise für HD-DVD-Rohlinge in Aussicht. So soll die HD DVD-R mit 15 GByte rund 10 bis 12 Euro kosten. Eine zweilagige Version wird 30 GByte speichern, genauso wie bei der wiederbeschreibbaren HD DVD-RW. Darüber hinaus soll es eine HD DVD-RAM geben, die auf einer Datenschicht 20 GByte und auf zwei Schichten 32 GByte unterbring
    Quelle
     

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