Möbel restaurieren - aus Alt wird Neu

Artikel von Tommy Weber am 6. Januar 2022 um 11:24 Uhr im Forum Allgemeines & Sonstiges - Kategorie: Trend & Lifestyle

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Möbel restaurieren - aus Alt wird Neu

6. Januar 2022     Kategorie: Trend & Lifestyle
So manch einer hat bei einem Bummel über den Flohmarkt schon ein schönes altes Möbelstück entdeckt oder von der Oma etwas Entsprechendes geerbt. Diese Möbel haben einen ganz besonderen Charme und für den Fall, dass sie nicht zum Wohnstil passen, sollte Möbel restaurieren zum neuen Hobby werden. Neue Möbel hat jeder und sie kosten richtig viel Geld, je nachdem, um was es sich handelt. Deutlich günstiger sind alte Möbel, die sich mit etwas Geschick, Zeit und dem richtigen Werkzeug in wahre Schmuckstücke verwandeln.

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Möbel restaurieren ist leichter, als es sich vielleicht anhört, denn wer alte Möbelstücke wieder flott macht, kann seinen Ideen als neues Hobby mit seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Eine Schönheitskur für die Möbel
Das Zuhause mit einfachen Mitteln neu gestalten – dazu muss man kein Profi in Sachen Restaurierung sein. Guter Geschmack und die Freude daran, etwas zu gestalten, reichen schon, um aus einem Möbelstück ein echtes Unikat zu machen. Vielleicht gibt es ein paar Kratzer oder andere Beschädigungen, aber in der Regel lässt sich mit dem passenden Werkzeug vieles schnell wieder reparieren. Wer Möbel restaurieren möchte, braucht für die Schönheitskur einen Hammer, Nägel, Schmirgelpapier, Lacke, Beize und die passende Farbe. Alle, die handwerklich nicht allzu ungeschickt sind, müssen auf dem nächsten Flohmarkt nicht mehr an den schönen alten Möbelstücken vorbeigehen.

Möbel restaurieren - die Vorbereitungen
Vor dem Möbel restaurieren ist es sehr wichtig, die alten Stücke zuerst vorsichtig zu reinigen. Ein feuchtes Tuch mit etwas Allzweckreiniger ist für diese Arbeit ideal. Nach der gründlichen Reinigung sollte das Möbelstück einige Tage bei Zimmertemperatur stehen. Anschließend sollte man schauen, ob Holzwürmer oder Beschädigungen vorhanden sind. Falls das Möbel jedoch zu arg beschädigt ist und eine Restaurierung mit großem Aufwand verbunden ist, dann hat das Möbel restaurieren wenig Sinn. Ist das Möbelstück zu feucht, weil es vielleicht lange Zeit in einem Keller oder ein einer Scheune gestanden hat, hat es auch keinen Zweck, eine Restaurierung zu versuchen.

Die Farbe muss runter
Alte Möbel sind oft nicht nur einmal, sondern mehrfach gestrichen worden. Damit das gute Stück wieder richtig Charme bekommt, müssen die alten Farbschichten runter. Dies funktioniert am besten mit Schmirgelpapier oder per Schwingschleifer, wobei die Variante mit dem Schmirgelpapier sehr mühsam ist. Wer Möbel restaurieren und dabei schmirgeln möchte, sollte mit grobem Papier anfangen und dann schrittweise zu feinem Papier übergehen. Eine andere Option bietet das Abbeizen, um die alte Farbe zu entfernen. In der Regel zeigt sich schon beim Abtragen der Farbe, ob es beschädigte oder lose Teile gibt.

Sollte beispielsweise ein Stuhlbein lose sein, dann wird dieses vorsichtig vom Stuhl getrennt und später mit Holzleim wieder festgeklebt. Sollte dies nicht ausreichen, dann helfen auch ein paar Nägel dabei, das lose Teil wieder zu stabilisieren. Sind alle Teile sorgfältig abgeschliffen, alle Farbreste vollständig entfernt und alle Teile wieder befestigt, dann wartet der nächste Arbeitsschritt.

Das Furnier ausbessern
Die Mehrzahl der alten Möbel ist furniert. Dabei handelt es sich um eine hochwertige, aber sehr dünne Holzschicht, die qualitativ minderwertiges Holz aufwerten soll. Sind die Möbel alt, dann bricht und splittert das Furnier oftmals, dieses Problem lässt sich aber mit Holzleim gut lösen. Wichtig ist allerdings, dass beim Anpressen zwischen Zwinge und Furnier ein dünnes Stück Holz oder Papier liegt, da die Zulage ansonsten am Furnier festklebt.

Lose Verbindungen wiederherstellen
Stabilität ist für die Funktionalität der alten Möbel ein wichtiges Kriterium. Wie bereits erwähnt, ist Holzleim eine gute Idee, aber manchmal müssen es Hammer und Nägel sein, um lose oder gelöste Verbindungen wiederherzustellen. Damit wirklich alles hält, sollte der alte Leim mithilfe eines Stemmeisens entfernt werden. Die Möbel restaurieren sollte hier immer auf einer geraden Oberfläche geschehen, damit sich das Möbelstück nicht verziehen kann. Die Zapfen und die Zargen müssen dabei immer nur so weit im Möbelstück verschwinden, wie es auch im Original der Fall war. Eine Markierung mittels Bleistift erleichtert hier die Arbeit deutlich.

Wie lassen sich Beschädigungen ausbessern?
Risse und Löcher sind in alten Möbeln keine Seltenheit. Ist dies der Fall, dann sollte zunächst einmal überprüft werden, ob sie sich auf der Oberfläche oder auf dem Untermaterial, dem sogenannten Trägerholz befinden. Sind die Beschädigungen dort zu finden, dann müssen sie künstlich aufgefüllt werden. Dazu eignen sich Schellack oder Wachsstangen, die sich mit einem alten Bügeleisen einfach schmelzen lassen. Das Wachs tropft dann auf die Risse oder Löcher und verschließt sie, anschließend wird das Holz mit einem Schleif-Vlies wieder geglättet.

Der letzte Arbeitsschritt beim Möbel restaurieren ist dann die Politur, um die beschädigte Stelle optisch an die Oberfläche des alten Möbelstücks anzugleichen. Ein kleiner Tipp: Im Baumarkt gibt es ein komplettes Reparatur-Set für Holz zu kaufen, was nicht mehr als maximal 30 Euro kostet.

Streichen oder unbehandelt lassen?
Soll das alte Möbelstück unbehandelt bleiben oder vielleicht doch gestrichen werden? Möglich ist es zudem, alles mit Lack oder einer Beize zu versehen, die allesamt einen guten Schutz vor Feuchtigkeit bieten. Ein natürliches Aussehen bringt schöne alte Möbel natürlich erst richtig zu Geltung. Sollen sie aber im Wintergarten oder auf der Terrasse stehen, dann sind Beize oder Lack unverzichtbar.

Wer sein altes Schätzchen mit Farbe neu beleben will, sollte das Möbelstück auf jeden Fall vorher farblos grundieren. Damit lassen sich selbst kleine Unebenheiten einfach ausgleichen, zudem hält die Farbe deutlich länger. In welcher Farbe gestrichen wird, bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen und ist Geschmackssache. Im Trend sind Kreidefarben, die das Möbelstück im Shabby Chic-Look erstrahlen lassen. Nach dem ersten Anstrich sollte auf jeden Fall überprüft werden, ob noch eine zweite Farbschicht notwendig ist. Den letzten Schliff erhält das Ganze entweder durch eine Versiegelung mit Wachs oder Klarlack.

Wer eine schöne alte Kommode oder einen Schrank auf dem Flohmarkt erstanden oder von der Oma geerbt hat, kann daraus ein wunderschönes Möbelstück machen. Was nach getaner Arbeit noch fehlt, sind die Beschläge oder die Knöpfe, um die Schubladen zu öffnen. Stammt die Kommode noch aus dem Jugendstil, dann sehen die dazu passenden Beschläge toll aus. Falls sich jedoch kein zeitlicher Rahmen mehr feststellen lässt, ist es auch kein Problem. In diesem Fall sind Beschläge aus glänzend poliertem Messing und Knöpfe aus Porzellan eine wunderbare Idee.

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