Nanoröhrchen in immer mehr Produkten

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von BamSteve, 2. Oktober 2007 .

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  1. #1 2. Oktober 2007
    Nahezu lautlos treten Kohlenstoffnanoröhrchen (Carbon Nanotubes, CNTs) seit rund einem Jahr ihren Siegeszug in mehreren Industrien an. Wie das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe meldet, sind die ultrastarken Materialien, die Strom wie kein anderes Material leiten, Wärme besser abführen als jedes Metall und dabei so robust wie Keramik sein sollen, besonders in der Sportartikelbranche zunehmend beliebt. Ihr Debüt feierte die Technik damit also nicht wie vorhergesagt etwa in Halbleitern und Bildschirmen, sondern in Fahrradhelmen oder Tennisschlägern. Die Chemieindustrie hofft auf baldige Massenanwendungen.

    Die Röhrchen sind zwanzig Mal fester als Stahl und gleichzeitig so leicht wie Aluminium. Auch Skier, Surfbretter, Baseballschläger und Sportschuhe aus CNT-haltigen Kunststoffen sind bereits zu haben, wie auf einer zweitägigen Fachtagung zum Thema in Regensburg Mitte September zu erfahren war. Die finnische Eishockeymannschaft schleudert den Puck mit Schlägern übers Eis, die Röhrchen vom Anbieter Bayer MaterialScience enthalten.

    Erstaunlicherweise wird der Inhaltsstoff CNT nur selten beworben. "Viele Firmen verraten nicht einmal, wo sie Kohlenstoffnanoröhrchen einsetzen", sagt Uwe Vohrer, Materialwissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik in Stuttgart. Das zweischneidige Image der CNTs sorgt für einen Boom im Verborgenen.

    Zu schwer wiegen Anschuldigungen, dass diese Krebs und Asthma begünstigen könnten, die Blut-Hirn-Schranke passieren und ins Gehirn vordringen. Studien mit Mäusen und Ratten hatten zumindest bei hohen Dosen erste Hinweise auf solche Gefahren geliefert: Das Lungengewebe entzündete sich, wenn den Tieren die Partikel in die Atemwege gespritzt wurden. In einem Experiment wucherten sogar Tumore.

    Andere Veröffentlichungen bescheinigen den Röhrchen hingegen Unbedenklichkeit: "Die Ergebnisse hängen auch davon ab, wer die Studie bezahlt. Noch dazu hat jeder Hersteller andere Tubes, so dass die Befunde fast nie miteinander vergleichbar sind", klagt Vohrer. Trotz zehn Jahren Forschung ist nach wie vor unklar, ob Schädigungen nur bei sehr hohen Konzentrationen und nur mit bestimmten Typen von Nanoröhrchen auftreten.

    Der Preis für die Röhrchen ist in Anbetracht des satten Angebotes in den vergangenen Jahren rapide gefallen. Mehrwandige Tubes, wie sie für das Beimengen in Kunststoffe gebraucht werden, kosten heute nur noch 50 bis 300 Euro je Kilogramm. "Das wird bald ein extrem billiges System werden, das eine hohe Marktdurchdringung erreichen wird", prophezeit Ivica Kolaric von der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe in Stuttgart.


    Quelle: Nanoröhrchen in immer mehr Produkten | heise online
     

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