Qual der Wahl bei neuen Rechtschreibregeln

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von xxxkiller, 31. Juli 2006 .

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  1. #1 31. Juli 2006
    Wenn falsch trotzdem richtig ist

    Seit einigen Tagen liegen die neuen Wörterbücher in den Buchhandlungen. Wer wollte, konnte sich bereits mit dem überarbeiteten Regelwerk der deutschen Rechtschreibung vertraut machen, das von morgen an für die Schulen verbindlich wird. Nach langem Hickhack hatte der Rat für deutsche Rechtschreibung Korrekturen an dem Reformwerk vorgenommen, die insbesondere die Getrennt- und Zusammenschreibung betreffen. Viele Bereiche wie etwa die Regelungen zum Doppel-S bleiben dagegen unangetastet.

    Kein Rechtschreibfrieden in Sicht

    Das Anliegen des Rats für deutsche Rechtschreibung, endlich für "Ruhe an der Rechtschreibfront" zu sorgen, dürfte auch mit dem aktualisierten Reformwerk nicht gelingen. Ist es doch der Ratsvorsitzende, Hans Zehetmair, selbst, der massive Kritik am Duden-Verlag übte. In der neuen Duden-Ausgabe würden die Ratsbeschlüsse insbesondere in der Getrennt- und Zusammenschreibung durch die Variantenempfehlung bewusst unterlaufen, lautet Zehetmairs Vorwurf. Dabei habe der Verlag alle Sitzungen des Rates verfolgt und alle Beschlüsse mitgetragen. Die Duden-Redaktion versteht dagegen ihre gelb markierten Empfehlungen als Angebote und Entscheidungshilfen.

    Das Wahrig-Wörterbuch hält sich dagegen laut Zehetmair konsequent an die Beschlüsse des Rechtschreibrates. Je nach Quelle bleibt es also dem Schreiberling überlassen, ob er "sitzen bleiben" (Duden) oder "sitzenbleiben" (Wahrig) schreibt. Eklatante Unterschiede gibt es auch bei folgenden Beispielen:

    Fast Food (Duden) und Fastfood (Wahrig)
    Feedback (Duden) und Feed-back (Wahrig)
    Kommuniqué (Duden) und Kommunikee (Wahrig)
    sauber machen (Duden) und saubermachen (Wahrig)

    Wie trennt man Frustration?

    Die Gegner der Rechtschreibreform sehen in dem Durcheinander der neuen Wörterbücher einen weiteren Beleg für die Mängel des neuen Regelwerks. Die Forschungsgruppe Deutsche Sprache (FDS) warf dem Rat für deutsche Rechtschreibung wiederholt Mutlosigkeit vor, weil es ihm nicht gelang, unbrauchbare Regelungen aufzuheben. Zudem sei die Wiederherstellung einer Einheitsorthografie in weite Ferne gerückt.

    Der Sprachwissenschaftler und FDS-Mitarbeiter, Theodor Ickler, der im Februar 2006 seine Mitgliedschaft im Rat aus Protest aufgab, zweifelt in seinem Buch "Falsch ist richtig" die Sinnhaftigkeit einzelner Regelungen an. Als Beispiel für die Worttrennung nennt er "Frust-ration" und für die Getrenntschreibung - "Er sah mich viel versprechend an".

    Wie schreibt tagesschau.de?

    tagesschau.de wird sich auch in Zukunft an die Schreibweisen der Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Nachrichtenagenturen halten, in der neben AP auch dpa, AFP, APA, ddp, Dow Jones, epd, KNA, Reuters und sid vertreten sind. Danach wird künftig bei Varianten überwiegend die klassische Schreibweise gewählt. Derzeit prüfen die Agenturen die Orthografien samt zugehörigen Korrekturprogrammen, die auf dem Markt erhältlich sind. Eine Umstellung wird frühestens zum Jahreswechsel erfolgen.

    Quelle: tagesschau.de
     

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