Redmonds Großhirn: "Microsoft ist kein Relikt"

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von Melcos, 4. August 2006 .

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  1. #1 4. August 2006
    Redmonds Großhirn: "Microsoft ist kein Relikt"

    Craig Mundie macht sich keine Sorgen um Microsoft. Sollte er auch nicht, denn er ist das Chef-Hirn des Softwaregiganten. Er steckte hinter der Entwicklung neuer Plattformen, versuchte sich im interaktiven Fernsehen und musste zusehen, wie Apple das Online-Musikgeschäft erfand. Mundie war die treibende Kraft hinter der "Trustworthy Computing"-Kampagne. Auch später, als CTO, war er für die langfristige Strategie zuständig. Das wird so bleiben. Seit Juni ist Mundie "Chief Research & Strategy Officer". Bis zu Bill Gates Rückzug im Sommer 2008 wird er eng mit dem Microsoft-Gründer zusammenarbeiten. Er soll weiter dafür sorgen, dass Redmond ja keinen Zug verpasst. Er ist bei Microsoft der Mann für die Zukunft. Und manchnmal auch der Mann fürs Grobe.

    Seinem Chef Steve Ballmer, der auch schon einmal als Microsofts Wadenbeißer bezeichnet wurde, springt er nun bei seinen Bemühungen zur Seite, die Investoren zu beruhigen. Angesichts der Verzögerungen bei Vista und Office sowie den hohen Investitionen in noch nicht mit Gewinnen gesegneten Bereichen, die Microsoft als zukunftsträchtig ansieht, hatte Ballmer bereits eine Goodwill-Runde bei Börsianern eingelegt. Gegenüber der Financial Times (FT) erklärte Chefvisionär Mundie jetzt, warum im Zeitalter der sich immer schneller entwickelnden Informationstechnik auch ein Riese wie Microsoft überleben kann und zwar an der Spitze der Nahrungskette. Denn die gängige Annahme, behäbige Industriegiganten würden heutzutage durch schnelle, kleine Start-ups vom Hocker geschubst, will Mundie nicht gelten lassen. "Zu denken, man brauche nur über Nacht mit dem Zauberstab wedeln und irgendwie hat man ein Unternehmen von der Größe Microsofts, oder die Hälfte oder ein Viertel, ist verrückt", sagte Mundie der FT, "so passiert das einfach nicht".

    Microsoft sei kein Relikt der PC-Ära. Wer das Unternehmen so sehen wolle, ignoriere den strategischen Wandel, den Redmond in den letzten zehn Jahren vollzogen habe. Es sei ein Unterschied, ob ein Unternehmen strategisch auf das PC-Geschäft konzentriert sei, oder ob nur das meiste Geld aus dem PC-Geschäft komme. Microsoft habe Forschung und Investitionen längst auf andere Geschäftsfelder verlagert. Mundie sieht die Zukunft Microsofts insbesondere in den Schwellenländern. Der Computer, den die Mehrheit der 2,4 Milliarden Chinesen und Inder in fünf Jahren nutze, werde ein Telefon sein, erwartet der Microsoft-Stratege.

    Natürlich habe Microsoft auch Fehler gemacht. "Ob ich mir wünsche, dass wir alles perfekt vorhersehen? Klar. Aber das passiert nicht", sagte Mundie. Aber man solle sich nicht auf die Fehlstarts konzentrieren. Damit ignoriere man Microsofts Fähigkeit, Entwicklungen einzuholen und die Schnellstarter letztlich doch noch zu überholen. Die schiere Größe ist dabei sicher hilfreich. "Stellen Sie sich Microsoft als das magische, morphende Microsoft vor", erklärt er der FT. "Jeder, der zu uns gesagt hat, hier ist dieses neue Ding, und es wird das Ding sein, das euch vom Hocker haut, hat immer den Willen dieses Unternehmens zum Wandel missachtet, und seinen tiefen, technologischen Investitions-Pool." Viele Konkurrenten hätten Microsoft schon abgeschrieben. Auf lange Sicht hätte sich das immer als großer Fehler herausgestellt, sagte Mundie. "Soweit ich weiß, sind wir das einzige Unternehmen, das in jeder Kategorie ein potenziell führendes Produkt hat".

    source: heise.de
     

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