Selbst Krankenversichern? Scheinselbstständigkeit?

Dieses Thema im Forum "Finanzen & Versicherung" wurde erstellt von phL, 25. Oktober 2011 .

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  1. #1 25. Oktober 2011
    Hey Leute,

    ich hab eine sehr spezielle Frage, die ich so bisher leider noch nirgends entdeckt habe, darum eröffne ich diesen Thread.

    Kurz zur Info: Ich war Schüler bis Mai, dann "Ausbildungsüberbrückender" und seit 1.10. bin ich Student.

    Folgende Situation:

    Von Januar bis Mai habe ich freiberuflich (!) (bei Firma A) nebenher ein bisschen was verdient, waren im Monat zwischen 30-300€, insgesamt in diesen 5 Monaten waren es ~500€.

    Dann habe ich im Juli Vollzeit auf Rechnung gearbeitet (bei Firma B), ohne ein Gewerbe angemeldet zu haben (da Grenzbeträge über 10.000€ liegen). Habe in diesem Monat ~1200€ verdient.

    So dann war ich von August bis Mitte September befristeter Arbeitnehmer bei einer großen deutschen Firma, habe dort ganz normal Steuern gezahlt und auch Rentenversicherung eingezahlt (Student). Habe dort Brutto 2000€ verdient (Netto 1400€).

    Danach habe ich wieder von Mitte September bis jetzt bei Firma B auf Rechnung gearbeitet, habe seitdem etwa 1600€ verdient.

    Ingesamt habe ich jetzt Brutto etwa 5200€, Netto 4600€.

    Die Rechnungen bei Firma B gingen komplett ohne Steuer und Abgaben, da ich ja "Selbstständig" gearbeitet habe und unter den Grenzbeträgen für Steuer bzw. Gewerbeanmeldung war.

    Jetzt zur problematischen Situation, die ich leider erst jetz erkenne:

    Ich bin noch Familienversichert, und soweit ich weiß erlischt diese Familienversicherrung ja irgendwann, wenn ich einen bestimmten Betrag verdient habe. Jetzt liest man im Internet sehr viel kuriose Zahlen und man weiß einfach nicht, welche stimmen. Folgendes habe ich schon aufgeschnappt:
    • Ab 3900€/Jahr Verlust der Familienkrankenversicherung (Quelle Internet)
    • Alle Monate, in denen mehr als 400€ verdient wurde --> Verlust der FKV (Quelle Steuerberater)
    • Ab 4800€/Jahr Verlust der FKV (Quelle Internet)
    Dazu Fragen:
    1. Spielt es eine Rolle, dass vieles von dem Geld freiberuflich/selbstständig erwirtschaftet wurde? Theoretisch habe ich ja selbstständig etwa 3300€ verdient, und als Angestellter 2000€. Damit würde ich jeweils unter dem Freibetrag sein, aber muss ich da überhaupt unterscheiden oder zählt einfach nur, dass ich ~5200€ verdient habe?
    2. Was kann ich jetzt am besten tun, damit die ganze Situation möglichst gut ausgeht?
    3. Welche Angabe stimmt jetzt überhaupt?
    4. Wenn ich im November und Dezember auf 400€ Basis arbeite, ist das irgendein Problem?
    _____________________________

    Das war Part1 meiner Frage, Part2 dreht sich um die "Scheinselbstständigkeit":

    Ich habe schon mehrere Jahre in einem sehr bekannten und großen Callcenter aus Deutschland gearbeitet (nur zur Orientierung: ist in Deutschland das größte Marktforschungsinstitut ;) )und jeweils Rechnungen gestellt, ich wurde immer als freiberuflich getitelt. Das habe ich seit 4 Jahren gemacht, immer zwischen 100-200€ im Monat verdient und es gab nie Probleme. Steuer habe ich nie gezahlt und auch sonst keine Abgaben.

    Jetzt habe ich aber im Internet gegooglet und bin auf das Thema Scheinselbstsändigkeit gekommen. Rein theoretisch waren die 4 Jahre dann Scheinselbstständigkeit? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass diese große Firma (mit sooo vielen Mitarbeitern) krumme Dinger macht, denn schließlich werden sie dafür auch belangt.

    Und bin ich derzeit Scheinselbständig, wenn ich bei meinem Job Rechungen stelle, aber immernoch den anderen Job als alternative habe? (ich kann zu beiden Jobs hingehen wann ich will und kriege einen festen Stundenlohn) Mein Steuerberater meinte, dass es derzeit keine Scheinselbstständigkeit ist, früher aber schon.

    Noch ein Wort zum Steuerberater: Ein Kumpel von mir hat fast das gleiche Problem, bei seiner Steuerkanzlei gibt es ein Ehepaar, dass zu unserer Problematik zwei verschiedene Thesen hat. Mein Steuerberater hat die dritte Theorie aufgestellt und jetzt ist das Chaos perfekt

    Danke fürs Lesen und schreibt doch bitte, was ihr so für Erfahrungen habt, oder, wenn ihr zufällig damit zu tun habt, was denn nun Sache ist.

    Gruß
     

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  3. #2 26. Oktober 2011
    AW: Selbst Krankenversichern? Scheinselbstständigkeit?

    Part 1:
    In dem Monat, indem du egal aus welcher Art von Tätigkeit mehr als 400€ verdienst (Brutto) bist du dazu verpflichtet Sozialversicherungsbeiträge wie Krankenversicherung abzuführen. Du liegst mit deiner Selbstständigkeit zwar noch in der Freibetragsgrenze für eine "Steuerfreiheit", trotzdem musst du für diese Tätigkeit eine Steuererklärung machen und die Sozialversicherungsbeiträge abführen. Egal ob ein Gewerbe angemeldet wurde oder nicht.

    Part 2:
    Also Scheinselbstständigkeit hört sich bei dir an wie eine Straftat :D Das bedeutet einfach nur, das jemand (bzw. eine Firma) nur einen einzigen Auftrageber hat und ist praktisch das gleiche wie eine normale Selbstständigkeit mit kleinen Unterschieden wie eine gesetzliche Rentenversicherungspflicht. Nach deiner Erklärung warst du demnach Scheinselbstständig, was aber keinen Unterschied für dich macht.


    ICh persönlich würde nichts an deiner Stelle tun, weil das Finanzamt anscheinend viele Jahr überhaupt nix gemerkt hat. Deswegen würde ich darauf hoffen das auch nichtsmehr kommt. Ansonsten mach eine Steuererklärung (mit oder ohne Steuerberater) und führe die Sozialversicherungsabgaben nachträglich ab.
     

  4. Videos zum Thema
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