Sind die Kinder von heute überfordert?

Artikel von Tommy Weber am 18. Oktober 2017 um 16:34 Uhr im Forum Schule, Studium, Ausbildung - Kategorie: Trend & Lifestyle

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Sind die Kinder von heute überfordert?

18. Oktober 2017   Tommy Weber   Kategorie: Trend & Lifestyle
Die Erziehung von Kindern ist für Eltern immer eine große Herausforderung. Erziehung kann sich an Vorbildern, also an der eigenen Kindheit orientieren. Erziehung kann auch ein Experiment sein, da es auch in diesem Bereich gewisse Trends gibt. Erziehung sollte jedoch allzeit ist ein fester Rahmen sein, in dem sich Kinder entfalten können und der vor Überforderung schützt. Am letzten Punkt scheitert die moderne Erziehung aber immer wieder. Viele Kinder von heute sind einfach hoffnungslos überfordert, weil die Eltern unsicher und zu ängstlich sind.

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Mit Kindern diskutieren? Das geht gar nicht!

Es gibt Dinge, die kleine Kinder einfach überfordern, eine Diskussion mit den Eltern gehört definitiv dazu. Wer sein zweijähriges, übermüdetes und schreiendes Kind abends fragt, ob es lieber von Papa, Mama oder von beiden aus der Kita abgeholt werden möchte, überfordert sein Kind ganz eindeutig. In diesem Fall erübrigt sich die Diskussion, ebenso wie die ständige Frage, was das Kind denn gerne essen möchte und warum es ausgerechnet dieses oder jenes essen will. Kinder müssen lernen, eigene Entscheidungen zu treffen, aber welche Entscheidungen es sind, das sollten die Eltern mitbestimmen. Eltern, die meinen, mit ihren Kindern über alles und jedes diskutieren zu müssen, ziehen Kinder groß, die sich irgendwann entweder zum Tyrannen oder zu einem zutiefst unsicheren Menschen entwickeln. Erstrebenswert ist beides nicht.

Kleine Tyrannen

Strenge ohne Konsequenz ist vollkommen sinnlos. Eltern, die ihrem Nachwuchs mit Fernsehverbot drohen, aber diese Drohung nicht in die Tat umsetzen, machen sie lächerlich. In der Folge entwickelt sich das Kind zu einem Tyrannen, der macht, was er will. Bei immer Familien stellt sich die Frage: Erziehen die Eltern die Kinder oder ist es umgekehrt? Da fliegen schon mal die Teller, wenn die Mutter etwas anderes als das Lieblingsessen serviert und die Musik wird extra laut gedreht, wenn die Eltern eine Frage stellen. Früh zu Bett gehen? Kein Thema, der kleine Tyrann geht dann ins Bett, wenn er es für richtig hält. Tyrannen verprügeln ihre Geschwister und schreien die Eltern zusammen, wenn sie nicht das zum Geburtstag bekommen, was sie sich gewünscht haben. Und die Eltern? Sie schweigen und kuschen, immer von der Angst getrieben, dass sie mit der Erziehung etwas falsch machen. Auch hier sind beide Seiten komplett überfordert: Die Eltern, die das Wort Erziehung völlig falsch verstehen und die Kinder, die sich nach Grenzen sehnen und sie nicht bekommen.

Mein Kind, das zukünftige Genie

Sport, Sprachunterricht, Musikschule – es gibt viele Möglichkeiten, um Kinder nach einem anstrengenden Tag in der Schule oder dem Kindergarten zu beschäftigen und zu überfordern. Müssen Dreijährige chinesisch lernen, auf der Geige spielen oder den Tennisschläger in die Hand nehmen? Mit Sicherheit nicht, die normale Umgebung bietet ausreichend Anregungen für eine gesunde Entwicklung. Wenn sich Kinder jeden Tag mit dem Alltag auseinandersetzen, dann bildet das auf eine gesunde Art und Weise. Kinder lernen nur dann, wenn sie ausreichend Erfahrungsmöglichkeiten haben. Chinesische Schriftzeichen, das Beherrschen einer Geige oder eines Tennisschlägers gehört nicht zu diesen normalen Erfahrungswerten. Fremdsprachenunterricht können sich die Eltern sparen, denn die fremde Sprache hat nichts mit dem Alltag der Kinder zu tun.

Die Entwicklung geht immer vom Kind aus

Niemand kann Kindern irgendetwas beibringen, wenn sie nicht bereit sind, etwas zu lernen. Wann ein Kind zum Beispiel dazu bereit ist, schreiben, lesen und rechnen zu lernen, ist individuell verschieden. Sicherlich gibt es Vierjährige, die bereits lesen können, auf der anderen Seite sind da auch Siebenjährige, die keinen Text fehlerfrei vorlesen. Kinder zu zwingen, heißt sie komplett zu überfordern und im schlimmsten Fall verliert das Kind die Lust, überhaupt etwas zu lernen. Eltern sind die Vorbilder für ihre Kinder und genauso sollten sich verantwortungsvolle Eltern auch benehmen.

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Bildquelle: © Depositphotos.com / kmiragaya
 

Kommentare

#2 20. Oktober 2017
Ich trainiere einen Haufen pubertierende Jungs und muss sagen, dass es oft nicht am Kind selbst, sondern an den Umständen liegt. Bei gutem Wetter sind alle unkonzentriert, wenn es auf die Ferien zugeht kann man die ganze Truppe eigentlich völlig knicken. Beim Sport kann man die Kinder kaum überfordern, sie haben immer Spaß daran neues auszuprobieren und wollen lernen. Oftmals ist ihnen dabei die eigene Unkonzentriertheit aber im Weg.