Stärkste Strahlungseruption während des aktuellen Sonnenzyklus

Artikel von Carla Columna am 21. April 2022 um 19:25 Uhr im Forum Wissenschaft & Forschung - Kategorie: Wissenschaft

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Stärkste Strahlungseruption während des aktuellen Sonnenzyklus

21. April 2022     Kategorie: Wissenschaft
Strahlungsbeschuss von unserem Stern: Der helle Fleck unten rechts auf diesem UV-Bild der Sonne ist die bisher stärkste Strahlungseruption während des aktuellen Sonnenzyklus. Das sogenannte X-Flag wurde am Mittwochmorgen, durch ein sehr aktives Sonnenfleckengebiet ausgelöst. Obwohl die hochenergetische Strahlung die Erde nur teilweise erreichte, verursachte sie in Asien umfangreiche Störungen und Störungen des Funkverkehrs.

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Das Solar Dynamics Observatory der NASA hat dieses Bild einer Sonneneruption am 20. April 2022 aufgenommen – wie im hellen Blitz im oberen linken Teil des Bildes zu sehen ist. Das Bild zeigt eine Teilmenge extrem ultravioletten Lichts, das das extrem heiße Material in Fackeln hervorhebt , und die gelb gefärbt ist.



Unsere Sonne ist zwar ein recht ruhiger Stern, aber keineswegs untätig: Von Zeit zu Zeit verursachen aktive Sonnenflecken Strahlungseruptionen und Plasmaeruptionen, die energiereiche Teilchen und Strahlung freisetzen. Kommt eine solche Eruption oder ein solcher Massenauswurf in Richtung Erde, kann das erhebliche Folgen haben. Denn Sonnenstürme können den Funkverkehr stören, Stromausfälle verursachen und Satelliten lahmlegen.


Ein Ausbruch der X-Klasse

Dieses Bild des Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA zeigt eine besonders starke Strahlung, einen sogenannten X-Klasse-Flare, am unteren rechten Rand der Sonne. Im Extremfall können solche Ausbrüche der X-Klasse weltweit zu Störungen führen. Die Strahlung, die am 20. April 2022 um 05:40 Uhr unserer Zeit freigesetzt wurde, stammte von der Sonnenfleckengruppe AR2992, die zu diesem Zeitpunkt schon fast von unserer Sicht weggedreht war und die in den letzten Tagen besonders aktiv war.

Die erhöhte Menge an Röntgenstrahlung (X-Ray - daher X-Klasse) und extremer Ultraviolettstrahlung (EUV) führt zu einer Ionisation in den unteren Schichten der Ionosphäre auf der sonnenbeschienenen Seite der Erde. Unter normalen Bedingungen können hochfrequente (HF) Funkwellen die Kommunikation über große Entfernungen durch Brechung über die oberen Schichten der Ionosphäre unterstützen. Wenn eine ausreichend starke Sonneneruption auftritt, wird in den unteren, dichteren Schichten der Ionosphäre (der D-Schicht) Ionisation erzeugt, und Radiowellen, die mit Elektronen in Schichten interagieren, verlieren Energie aufgrund der häufigeren Kollisionen, die in den höheren Schichten auftreten Dichteumgebung der D-Schicht. Dadurch können HF-Funksignale (wie 3G/4G/5G Mobilfunk) verschlechtert oder vollständig absorbiert werden.


Die Strahlungseruption, bekannt als X2.25, ist die stärkste im aktuellen Sonnenzyklus, der im Dezember 2019 begann.
Die Eruption erreichte kurze Zeit später die Erde und verursachte viele Störungen und Unterbrechungen der Funk- und drahtlosen Kommunikation, insbesondere in Asien. Nur vier Stunden zuvor traf eine weitere Strahlung aus derselben Region die Erde und verursachte ebenfalls Störungen, wie die US-Raumfahrtbehörde NOAA (National Atmospheric and Oceanic Administration) mitteilte.
Polarlichter und neue Sonnenflecken

NOAA maß auch die ersten Anzeichen dafür, dass die aktuellen Eruptionen mit einem koronalen Massenauswurf verbunden waren – einem schnellen Strom geladenen Plasmas. Da solche Plasmaströme länger brauchen, um die Erde zu erreichen, könnten in den kommenden Tagen weitere Auswirkungen folgen - einschließlich der Nordlichter, die weiter nach Süden reichen.

Auf der uns zugewandten Seite der Sonne sind im oberen linken Teil bereits neue, noch größere Sonnenfleckengruppen sichtbar. Diese Bereiche, die an ihrer erhöhten extremen UV-Strahlung zu erkennen sind und daher heller erscheinen, sind insgesamt so groß wie fünf Erdkugeln und rotieren derzeit auf uns zu. Astronomen gehen davon aus, dass auch sie weitere gewaltige Eruptionen auslösen können. Sie schätzen das Risiko für starke X-Klasse-Ausbrüche auf 15 Prozent.


Quelle: NASA - Solar Cycle 25
 

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