Wenn Oel wertlos wird, steigt dann die Kriegsgefahr fuer Europa?

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von Gutschy, 12. März 2019 .

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  1. #1 12. März 2019
    Hallo Leute,

    habe heute mal zu tief ins Youtube Glas geguckt. Und jetzt plagen mich natuerlich Aengste vor der Apokalypse. Auf Youtube wird dir erklaert das die USA ein Imperium sind, das kauf ich denen sogar ab. Das Imperium kriegt viel Geld ueber den Dollar, weil der Dollar immer seinen Zwangswert in Oel hat. Wenn jetzt der Oelverbrauch in 10 Jahren 50% gesenkt wird und das natuerlich mit weiter fallender Tendenz, dann wird der Dollar wohl auch in seinem Wert sinken. Dann waere fuer mich der logische Schluss das die USA eine Zwangsabgabe irgendeiner Art einfuehren muessen, um weiter ihren Militaerapparat zu finanzieren. Und diese Zwangsabgabe muesste natuerlich zwangslaeufig auch von Europa geleistet werden, als ausgleich fuer unsere sinkende Oelabnahme.

    Ist doch alles ganz schrecklich, oder? Und die USA werden wohl nicht erst dann zuschlagen wenn es fuer sie eine absolute Notwendigkeit geworden ist. Was glaubt ihr, koennte es bald mit der Ruhe fuer uns vorbei sein?

    Gruesse,

    gutschy
     

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  3. #2 12. März 2019
    Zuletzt bearbeitet: 13. März 2019
    Die USA wird kein Imperium sie ist bereits eines. Der Ölverbrauch wird sehr wahrscheinlich noch weiter steigen, die Elektromobilität braucht sehr lange bis sie einen großen Anteil ausmacht am Energievolumen. So lange kein (Wirtschafts)Krieg dazwischen kommt und die Konjunktur halbwegs läuft, bleibt auch der Ölkonsum bei seinem Wachstum vor allem durch die steigende Nachfrage aus Asien.

    Der Ölpreis dürfte relativ stabil bleiben, da die USA sehr viel Produziert bis 2022 und somit die Ausfälle aus Venezuela und Iran kompensiert.

    Bis die Ölabhängigkeit rapide annimmt, dauert es wohl noch deutlich Länger als 10 Jahre. Meiner Einschätzung nach noch bis 2050, erst dann werden (bestenfalls) wohl Fossile-Energieträger weniger sein als Erneuerbare/Alternative.

    Der USD beeinflusst den Ölpreis am Weltmarkt maßgeblich, weil alles darüber gehandelt wird und daher entsprechend USD Konten und Währungsreserven gehalten werden müssen. So lange die USA günstiges Öl hat, geht es ihr gut und auch dem Militär. Vor allem wenn sie die Hälfte des Öls selbst Produzieren können, was natürlich wichtig ist um das Außenhandelsdefizit nicht noch stärker zu belasten.

    Die USA braucht keine Zwangsabgabe, die besteht schon, über die NATO sind alle Bündnispartner verpflichtet entsprechende Investitionen zu tätigen oder Geld zu bezahlen um den "Schutz" zu erhalten. Trump hat ja genau das auch betont, er will, das Europa mehr Geld an die USA zahlt für ihre "Schutzdienste" oder das Europa selbst in Rüstung investiert. Eigentlich wäre es dann logisch, das die USA ihre Rüstungsausgaben dann stagnieren lässt oder schrumpft, genau das Gegenteil passiert aber, das ist widersprüchlich zu den Forderungen an Europa. Eine große Armee ist sehr teuer und wenn die quasi nichts zu tun hat, ein großes Geldverbrennen. Militär lohnt sich nur dann, wenn man Geopolitisch damit etwas erreichen kann. Im zweifel lässt sich ALLES über die Nationale Sicherheit begründen.

    Die USA ist eigentlich Strategisch gut aufgestellt, das heißt alles für die Zukunft ist geplant und viele Szenarien durchgespielt. Dazu gehört auch die Rohstoffversorgung die Rohstoffunabhängigkeit und die Wirtschaft. Das wichtigste für die USA und auch Europa sind sichere Ölquellen, denn Engpässe beim Öl sind heute noch deutlich gravierender als damals zur Ölkrise und aus den Folgen hat man gelernt, das ist die verwundbare Stelle des Westens.

    Die USA rüsten die Saudis auf und werden ihnen womöglich zur Atommacht (schlau wäre natürlich manipulierbare Technik bzw "unbrauchbares" zu liefern, bevor was aus Pakistan kommt) verhelfen, um die Machtverhältnisse im Nahosten eindeutig zu klären und damit die Situation der Ölversorgung zu wirtschaftlichen Preisen langfristig garantieren zu können.

    Auch Venezuela gehört zu den wichtigsten und preisgünstigsten Quellen für die USA. Das die Diktatur in Venezuela am zerfallen ist, wird sich keiner entgehen lassen, notfalls wird Militärisch eingegriffen, es braucht nur noch einen passablen Grund dafür. Die langfristige Isolation von Staaten für zur Destabilisierung und langfristig zu einem Regierungswechsel oder Bürgerkrieg, da es sich ja eher um Regime handelt die wohl nicht freiwillig aufgeben.

    Europa hat seine Öllieferanten und kann sich auch teures Öl in der Wirtschaft leisten. Das größte Risiko für Europa ist eine Spaltung von innen und damit ein wirtschaftlicher Zerfall was langfristig wieder zu Zerwürfnissen der einzelnen Länder in Europa führen würde. Als weiteres Risiko sehe ich den Konflikt um Ukraine und Russland. All diese Risiken werden natürlich durch eine ungünstige US Politik verstärkt, da sie wirtschaftliche Folgen haben ebenso wie der Brexit. In Summe wird das sehr viel Wirtschaftswachstum kosten und viele Arbeitsplätze, das schlägt sich natürlich negativ auf die politische Stimmung.

    Da es auch schon lange keinen Krieg mehr gab und alle sehr verwöhnt sind, ist das Risiko natürlich höher das die Bevölkerung die Risiken falsch einschätzt oder nicht erkennt und zunehmende Radikalisierung annimmt.

    Die Demokratieergebnisse der vergangenen Jahre hat gezeigt, das keine Kontinuität gegeben ist... die Bevölkerung ist schnell und leicht manipulierbar und reagiert ggf. emotional und unvernünftig.


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    Um das mit dem USA-Öl zu erläutern:
    Der USD ist mächtig, weil Rohstoffpreise international in diesem gehandelt werden und der Hintergrund ist, das Händler/Länder entsprechend USD-Reserven halten sollten, WEIL die Landeswährung gegenüber dem USD Schwankungen ausgesetzt ist und damit eine Preisbildung für den Weiterverkauf sowie für Produkte schwer ist. Die Stärke des USD ist also um so höher je höher die Devisenschwankungen sind. Daher ist das Interesse des "Petrodollar" dahin bemüht möglichst große Währungsschwankungen zu haben um den Handel von Waren in USD interessant zu halten. Ein weiterer Vorteil ist natürlich das man durch Aufwerten und Abwerten die Marktpreise maßgeblich beeinflussen kann und damit die Inflation im Währungsraum sehr gut unter Kontrolle hat - ein weiterer Grund warum Staaten USD-Reserven halten müssen, weil damit die eigene Währung stabilisiert werden kann - Alternative - Goldreserven. Wohlgemerkt hat Gold aber Nachteile für Staaten, es ist weniger liquide und ebenfalls am USD gekoppelt unterliegt zudem (gewollt) größeren Wertschwankungen.

    Das wichtigste für eine Währung sind geringe Schwankungen der Rohstoffpreise beim Import. Da das aber nicht gegeben ist, gilt der USD als wichtigste Währung mit der geringsten Abweichung im Waren/Rohstoffhandel.

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    Öl ist der günstigste Energieträger - daher ist diese billige Energiequelle auch hauptverantwortlich für die niedrigen Verbraucherpreise (was die Weltwirtschaft maßgeblich beeinflusst). Wenn 2022 die Maximalförderleistung in den USA durch Fracking erreicht ist, wird langfristig in den darauf folgenden 15 Jahren, eine deutliche Preissteigerung bei Energie und damit Endpreisen (Inflation) die Folge sein - es sei denn, bis dahin gab es einen Technologiesprung wie Fusionskraft oder neue starke Ölquellen.

    Die Klimaziele sind da leider nur Nebensache, denn das wird politisch nur dann überhaupt relevant sein, wenn bis dahin die Wirtschaft läuft und höhere Energiekosten möglich sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir doch viel mehr CO2 erzeugen als gut wäre, ist extrem hoch. Ein Klimakollaps in den nächsten drei Generationen, sprich auftauen und austreten von fossilen Gasen aus Ozean und Permafrost ist realistisch.

    Ob der Technologieumbau alleine ausreicht oder schnell genug ist wage ich zu bezweifeln. Es hängt wohl vom global wachsendem (Massen)Konsum ab, ob diese Ziele erreicht werden können. Sicherlich gibt es viele Szenarien welche den Konsum bremsen, die sind allerdings für den Menschen als quasi Verursacher eher unschön bis tragisch. Von einer globalen Technokratie sind wir weit entfernt. Der einfachste Weg wäre, Klimakiller stark zu besteuern, über den Preis lässt sich das Konsumverhalten am einfachsten regulieren.

    Eines ist sicher, ich bin trotz wissen immer noch zu bequem auf vieles zu verzichten... weil ich es nicht "muss", und so wird es vielen gehen, daher wird auf freiwilliger Basis viel zu wenig passieren. Ohne Peitsche(zB hohe Preise) wird man den Menschen aus seiner jahrelangen Gewohnheit nicht schnell genug umerziehen können und ich bezweifle, dass es auch in den nächsten Generationen weit genug Konsequenzen gibt, als dass man freiwillig auf Luxus verzichtet der doch Heute zur Serienausstattung eines Industriestaatsangehörigen gehört. Und das die Menschheit schlauer wird, ist quasi ausgeschlossen... es sind höchstens 1% die für die Entwicklung sorgen oder den nötigen Grips dafür haben. Erstaunlich das wir immer noch existieren, vermutlich weil die Demokratie noch sehr jung ist.
     
  4. #3 15. März 2019
    Hi raidrush,
    du hast dich mal wieder selbst uebertroffen.:) Danke dir fuer deine ausfuehrliche Antwort und entschuldige das ich mich erst jetzt melde, mein work life balance ist komplett fuer'n *****. Ich kann ausfuehrlich echt nur an den WE schreiben.:heulen:

    Das was im Moment an Abgaben geleistet wird erscheint mir etwas fuer die Portokasse zu sein. Die Ausgaben die ein Land mit 300 Millionen Einwohnern fuer sein Militaer ausgibt, liegen bei 35% gemessen an den Ausgaben weltweit.
    Militärausgaben nach Ländern weltweit 2017 | Statista
    Das verstehe ich als eine Segnung des Petrodollars, kein anderes Land wird unter den jetzigen Bedingungen jemals dazu in der Lage sein. Na gut China, falls Information 'Treibstoff' werden kann, das werden wir dann sehen.

    Gut, du sagst, und das ist leicht nachvollziehbar. Der Oelverbrauch wird in den naechsten Jahren eher noch steigen. Was mir aber jetzt gerade wieder einfaellt, wird dieses Oel dann auf jeden Fall in Dollar gezahlt werden? (Mal eben nachgeschaut) Ja wird es. Die Arabische Halbinsel ist ja nun so was von fest in amerikanischer Hand, und nur da gibt wirklich viel Oel. Nur Russland kann sein Oel an China direkt verkaufen, das ist aber dank der Nato-Ost Erweiterung auch nicht in Stein gemeisselt.

    Na ja, laut Youtube sind wir auf den dem Weg zu einer 'eine Welt Regierung' und so ein Teil sollte ja praktischer Weise von den USA gelenkt werden. Aber das wird dann hier Off-Topic. Es ging mir halt darum festzustellen dass das Projekt Weltregierung noch einiges an Spendenaufkommen von seinen Mitgliedern abverlangen wird. Und diese werden dann dankend von den USA angenommen/eingetrieben. Btw. meine Eingebung des Tages, der Brexit ist nur ein trojanisches Pferd damit die USA ganz legal ihre Flotte vor Europa parken koennen. :crazy: Erscheint mir logisch.:confused:

    Noch mal danke fuer deine Ausfuehrungen.
    Das war mir so auch noch nicht klar.
     
  5. #4 16. März 2019
    ??? Die NATO greift Russland an? Was ist denn das für kranker Schwachsinn....

    Der Alkoholikerstaat vegetiert vor sich hin. Völlig ohne Industrie oder irgendeiner Art von Wirtschaft. Nur Rohstoffe und Waffen. Mehr gibt es nicht in diesem abge:mad:ten Loch. Kein Mensch hat Interesse da einzumarschieren und die Chinesen belächeln und bemitleiden die Russen nur...
     
  6. #5 16. März 2019
    Der Brexit ist die Folge einer Kampagne für sehr schlichte Menschen in einem Land das eine riesige Unterschicht hat. Die meisten Briten sind dumm wie drei Meter Feldweg.
     
  7. #6 16. März 2019
    Die Weltregierung ist langfristig erstrebenswert, damit die Welt zusammenarbeitet und nicht gegeneinander. Allerdings darf und wird sie nicht nach dem US Vorbild laufen, die USA wird sich wohl auch wandeln und letztendlich kommt nur eine Technokratische Weltregierung in Frage. Das System was die USA hat, ist veraltet, dumm und nicht zukunftsfähig - genauso wie halt die meisten Menschen.
    Die fortschreitende Technologie wird wichtigstes Element einer globalen Vereinigung, denn die jetzigen Lenker und Führer werden nicht fähig sein diese Technologien zu bedienen.

    Das verstehe ich nicht ganz, die USA kann und hat doch jetzt schon ganz legal ihre Flotte in Europa, die haben tausende Soldaten in Europa stationiert. Die haben hunderte von Atomsprengköpfen in Deutschland geparkt. Die Osteuropäischen Länder haben vom NATO Bündnis Gebrauch gemacht und von den USA Panzer und Soldaten angefordert zur Grenzssicherung nach Russland und die stehen nach wie vor dort. (Auslöser Ukrainekrise)

    Ist überall auf der Welt so 80% Durchschnittsdummheit. Kann schon sein das die vll ein paar Prozent mehr Schwachsinn haben, aber dürfte sich nur wenig unterscheiden. Das Potential hat jedes Land ist nur eine Frage der medialen Erziehung oder Indoktrination.
     
  8. #7 17. März 2019
    Na ja, so ganz bedrohlich wirken die zum einen nicht, ok, sie sollen auch keine Preasenz zeigen. Aber um eine Drohkulisse aufzubauen sollten es doch ein paar mehr sein. Und so eine Truppe im Osten und eine bei England, das waere halt eine Zange. Aber ich fantasiere hier echt nur rum. Na ja, Youtube halt, also als Folge.

    Ich habe echt keine Ahnung wie der Russe ist, nur das er einige Klischees bedient. Aber es ist vielleicht auch so dass es fuer russische Technik keinen Export Markt gibt. Alles was der Russe baut ist irgendwie immer etwas zu heftig, gerade bei Nutzfahrzeugen, und der Russe kann nur Nutzfahrzeuge gut.
     

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