Wie erkennt man, dass man eine Angststörung hat?

Dieses Thema im Forum "Gesundheit & Körperpflege" wurde erstellt von shades-of-summer, 30. August 2021 .

  1. #1 30. August 2021
    Hallo Leute!

    Einer meiner besten Freunde ist in letzter Zeit ziemlich seltsam drauf. Ich dachte zuerst er ist einfach im Stress weil es privat gerade ein bisschen zugeht bei ihm, aber irgendwie schiebt er immer öfter so seltsame Aussagen, dass ich mir langsam echt Sorgen mache. Er wirkt sehr ängstlich und meint auch immer wieder, dass er glaubt dass sich eine Panikattacke anbahnt, was ihn dann natürlich noch mehr stresst und Sorgen bereitet. Scheinbar kommt und geht das Gefühl in Wellen. Er war eh schon mal beim Arzt und hat sich durchchecken lassen, geht auch immer wieder mal zur Gesprächstherapie aber meint dass ihm das nicht so richtig hilft mit seinen Ängsten.
    Was meint ihr, kann sich da eine Angststörung anbahnen?
    Hat von euch jemand Erfahrung damit?
    Und was könnte ich ihm denn raten, habt ihr Tipps?

    Bin für jede Hilfe dankbar!!

    LG
    Eli
     
  2. #2 31. August 2021
    Womöglich hatte er eine Panikattacke und davor jetzt Angst, also Angst vor Panikattacken. Die Ursache kann auch ein zurückliegender Vorfall sein, quasi Posttraumatische Belastung. Häufig erinnert man sich gar nicht so genau was das war und es rückt in den Hintergrund. Prinzipiell kann es jedes starke emotionale Ereignis gewesen sein, häufig Todesangst.

    Meist ist die Ursache das Gesundheitlich ein Problem vorlag oder geglaubt wird eines zu haben, daraufhin kommt dann die Panikattacke. Der "Trigger" kann dann alles mögliche sein. Es reicht ein Wort oder ein Bild, Situation.

    Es kann aber auch ein Sozialphobie sein, Angst vor bestimmten Situationen das fühlt sich so bedrohlich an das ebenfalls der Mechanismus von "Todesangst" ausgelöst wird. Man fühlt sich bedroht.

    Gibt viele Ursachen, aber es hört sich jetzt noch nicht so schlimm an. Problematisch ist es wohl eher wenn mehrere solcher Ängste und Phobien über Jahre zusammen kommen und zur Isolation führen.

    Ich hab bisher keine Lösung. Wenn die Gesprächstherapie nichts bringt ggf. an einen Neurologen oder Psychiater wenden wenn es nach ein paar Wochen/Monaten nicht weg geht oder besser wird.

    Vermutlich ist es Überlastung, zu viel Stress trifft auf ggf. angeschlagene Psyche da kippt das schnell. Meine Erfahrung ist, es kommt und geht.

    Kann auch von einer Erkrankung oder Impfung verstärkt werden, da die Immunreaktion auf die Psyche schlägt, aber nach spätestens zwei Wochen sollte es wieder besser sein.

    Gibt unzählige Ursachen... die Psyche wird nicht immer alleine durch den Geist angegriffen sondern auch durch andere Faktoren des Körpers. Das können Bakterien sein, das kann Histamin sein, das kann Rheuma sein usw.

    Selbst Antibiotika oder bestimmte Entzündungshämmer können dann als Antidepressiva genutzt werden.

    Also das ist extrem schwer da irgend etwas zu Empfehlen, das ist sehr sehr Individuell.

    Der Körper sagt manchmal auch, hey langsam mach mal pause.

    Bei leichter depressiver Phase könnte Johanniskraut helfen, 500-1000mg je nach Körpergewicht täglich. Ist nicht Rezeptpflichtig, vll hilft es ja.
     
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  3. #3 31. August 2021
    Das hat aber Nebenwirkungen und sollte nicht lange eingenommen werden.
    Wenn man da etwas ausprobieren möchte dann wohl sowas wie Lasea.
    Zusätzlich kann man ja noch einen Tee mit Lavendel, Baldrian, Hopfen,... besorgen.
    Körperliche Aktivität hilft auch, vor allem Ausdauersport.
     
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  4. #4 31. August 2021
    Man sollte vor allem zum Arzt gehen und eine Therapie machen - kombiniert mit den entsprechenden Medikamenten welche einem dauerhaft heilen können.

    die Selbstmordrate ist in den letzten Jahren dramatisch gesunken dank Antidepressiva…
     
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  5. #5 3. September 2021
    Du hast schon recht. Es steht aber ja schon dort, dass er schon beim Arzt war und in Gesprächstherapie ist.
    Es muss sich ja nicht gleich um eine Depression drehen. Das würde dann der Arzt ja auch ganz anders behandeln bzw. er sagt es einem. Dann weiß man um was es geht.
    Denke wenn da nicht gleich was dagegen gemacht wird, ist es eher eine ängstliche Verstimmung, Krise, Zukunftsangst,... Also durchaus Dinge, auf die man auch selbst einwirken kann. In solchen Situationen ist eben auch Sport und hier vor allem Ausdauersport sehr hilfreich. Das schadet bestimmt nicht wenn man da zwei oder dreimal die Woche laufen geht.
    Man muss raus aus seinen gewohnten Alltag - der hat einem ja in die Lage gebracht. Gewisse Dinge verändern. Das muss nicht mal etwas gegen die vorliegende Situation sein, einfach nur um diese Gewohnheit zu durchbrechen. Dann fährt man mit dem Rad zur Arbeit oder trinkt Tee statt Kaffee in der Früh,...
     
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  6. #6 6. September 2021
    Danke euch Leute!!
    Mir ist schon klar dass es nicht so einfach ist, da etwas zu empfehlen über die Distanz. Aber ja wie gesagt beim Arzt war er eh schon und in Therapie eben auch, das war auch das was ich ihm geraten hatte. Nachdem er jetzt meint es ändert nichts stehe ich halt einfach ein bisserl an weil ich mich da auch nicht auskenne und ihm so gerne irgendwie helfen möchte
    Ich glaube jedenfalls nicht dass es eine richtige Depression ist, das hätte der Arzt ja hoffentlich dann so diagnostiziert. Aber halt einfach ein Tief das anhält.
    @Pacster deinen Tipp mit Sport find ich schon mal gut, da kann ich ihn gut dazu motivieren und mit ihm zusammen Laufen gehen oder so. Und ich sag ihm dass er sich mal in der Apotheke beraten lassen soll zu Johanniskraut, Lasea oder Lavendel oder was ihr da noch so meintet. Vielleicht kann so eine leichte pflanzliche Unterstützung ja schon was helfen, Medikamenten gegenüber ist er nämlich eh ziemlich abgeneigt.
     
  7. #7 20. September 2021
    Auch die kleinen Dinge ändern etwas. Ich glaube die Menschen denke da, es müsste die eine passende Lösung geben, die ihnen über Nacht hilft. Diese Lösung gibt es halt nur bei sehr wenigen Problemen. Am besten sollte diese Lösung auch noch ganz einfach und ohne Aufwand sein. Das spielt es halt leider nicht.
    Alleine schon die Veränderung ist doch schon ein Anfang. Daraus sollte man schon Motivation schöpfen können.
     
  8. #8 27. September 2021
    Ja da hast du allerdings Recht, das ist ja eigentlich wirklich ein unrealistischer Ansatzpunkt heutzutage, dass man die „Heilung“ sofort und vollumfassend auf Knopfdruck herbeiführen will. Viele Sachen, gerade mentale Dinge, gehen da ja viel tiefer und brauchen vermutlich auch dementsprechend länger, bis sich überhaupt eine Besserung zeigt bzw. das tatsächliche Thema überhaupt freigelegt wurde… finde ich auch wichtig, dass man sich bemüht aus den kleinen Schritten zu lernen und Hoffnung zu ziehen.
     
  9. #9 30. September 2021
    Was halt viele auch vergessen ist, diese Probleme kommen ja auch nicht über Nacht. Das baut sich ja meist auf und steigert sich mit der Zeit bis zu einem Punkt, wo es einem dann eben auffällt oder eben schon zu viel ist. Genauso dauert es dann eben auch in die andere Richtung.
    Da muss man sich Zeit nehmen, darf nichts überstürzten und muss eben auch regelmäßig seine Maßnahmen machen. Von einmal Yoga, Meditation etc. wird man wenig haben. Das braucht Zeit und dem sollte man auch die Zeit geben. Da darf man nicht zu ungeduldig sein. Und so sind es dann halt die vielen kleinen Schritte, die letztlich zum Erfolg führen. Aber auch da braucht es Zeit. Auf eine Methode alleine würde ich auch nicht bauen. Besser viele Sachen ändern und die Lösung finden bzw. halt den Auslöser aus der Welt schaffen.
    Dann bekommt man solche Probleme auch wieder in den Griff. Da kann man auch selbst viel ausrichten. Sollte man schon alles probieren und dem auch seine Zeit geben, trotzdem kommt es zu keiner Besserung, na dann muss man auch über seinen Schatten Springen und sich professionelle Hilfe suchen. Denke da haben auch noch viele eine Hemmung.
     
  10. #10 13. Oktober 2021
    Ja das stimmt leider, ich erlebe das immer wieder im Freundeskreis dass mentale Probleme gerne auf die leichte Schulter genommen bzw. als nicht so ernst angesehen werden. „Geht eh vorbei“, „reiß dich halt zusammen“, so in die Richtung. Aber bei einem Beinbruch oder so muss ja auch was gemacht werden, damit es besser wird. Ich glaube diese fehlende Legitimation in der Gesellschaft sorgt da noch mal zusätzlich für Druck, weil man das Gefühl hat die eigenen Probleme sind nicht valide. Und ja ich sehe das wie du, Ausdauer und Geduld führen zum Ziel, aber gerade wenn die Belastung im Kopf liegt stelle ich mir das doppelt schwer vor. Umso wichtiger die Unterstützung aus dem engsten Umfeld.

    Mein Freund scheint übrigens wieder etwas besser drauf zu sein, ich denke es ist wirklich die Kombination aus vielen kleinen Maßnahmen. Er hat seinen Medienkonsum reduziert, schaut nicht mehr ständig Nachrichten. Wir haben uns schon eine kleine Laufroutine aufgebaut, treffen und zweimal die Woche morgens. Das tut mir selbst auch richtig gut merke ich, obwohl mir gar nicht bewusst war dass ich sowas brauchen könnte. Und in der Apotheke haben sie ihm jetzt dieses Lasea glaube ich mitgegeben, das nimmt er auch täglich und achtet generell etwas mehr auf seine Ernährung. Glaube dass das auch ein großer Faktor sein kann, irgendwo hab ich mal gelesen dass Darm und Psyche sehr eng zusammenhängen…
     
  11. #11 16. Oktober 2021
    Wie bereits jemand erwähnt hat, müssen zwischen Angst und Panikattacken unterscheiden. Ich habe mit beidem zu tun gehabt, und ich hatte Momente, in denen das eine das andere auslöste und umgekehrt. Woher weiß man, dass man eine Panikattacke bekommt? In meinem Fall wusste ich es einfach. Die Panikattacke kam in einer der schlimmsten Zeiten meines Lebens. Damals hatte ich den Verlust eines geliebten Menschen zu verkraften, was sich auf mein Arbeits- und Sozialleben auswirkte. Schon bald stand ich kurz davor, meinen Job zu verlieren, hatte kein Geld und starrte ratlos auf meine Rechnungen.





    Meine Angst stieg von mäßig bis extrem an, inklusive Panikattacken. Zunächst versuchte ich, selbst eine Lösung zu finden. Ich habe tagelang Ratgeber wie diesen hier Panikattacken: Symptome und Behandlung gelesen. Aber am Ende war das Einzige, was wirklich geholfen hat, professionelle Hilfe zu suchen. Ich spreche jetzt seit über einem Jahr mit meinem Therapeuten und kann mit Freude sagen, dass ich im Moment frei von Angst bin.


    Deshalb bin ich der Meinung, dass deine Freundin eine Psychotherapie in Erwägung ziehen sollte. Manchmal sind Medikamente NICHT die Lösung und es braucht einfach mehr.
     
  12. #12 18. Oktober 2021 um 09:33 Uhr
    Freut mich wenn sich die Situation wieder gebessert hat. Wichtig ist jetzt halt, nicht gleich wieder aufhören wenn es etwas besser geht sondern weitermachen. Ansonsten kann sich das schnell wieder ändern und die ganze Arbeit und Mühe war umsonst. Dann fängt man erst wieder von vorne an.

    @dogbatdiabolique Ist es dann so, dass man die Therapie immer weiter machen muss oder gibt es dann auch ein Ende?
    Bleibt man dann bei der Therapie oder ist das auch irgendwann beendet und man muss dann halt 2x die Woche zu einem Kurs mit Entspannungsübungen/Atemübungen oder so ähnlich?
     

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