Zürcher Professoren kontern Anti-Deutschen-Kampagne

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von Trockeneis*, 31. Dezember 2009 .

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  1. #1 31. Dezember 2009
    Schweizerische Volkspartei

    Zürcher Professoren kontern Anti-Deutschen-Kampagne



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    Mit Attacken auf "deutschen Filz" und "ausländische Ellbögler" geht die rechte Schweizerische Volkspartei derzeit in Zürich auf Stimmenfang. Vor allem gegen eingewanderte Akademiker richtet sich die Kampagne. Doch nun formiert sich Widerstand: 200 Professoren warnen vor den Folgen der Radikal-Rhetorik.
    Das Böse ist immer und überall. Wo genau, darauf weiß die Schweizerische Volkspartei (SVP) stets eine Antwort: Es seien vor allem Muslime, Schwarzafrikaner und Einwanderer aus Balkanländern, die das Alpenparadies gefährden - und auch Deutsche. Gemeint sind Arbeitnehmer aus der Bundesrepublik, die den Einheimischen die Jobs wegnehmen sollen - vor allem die attraktiven und hochbezahlten Stellen in der Forschung und an Kliniken.


    So zumindest verkündet es die Zürcher SVP derzeit in ihrer Kampagne im Vorfeld der Gemeinderatswahlen 2010. "Ausländische Ellbögler drängen an unsere Arbeitsplätze", erklärt die Partei im Schweizer Idiom in einer Anzeige, die am 15. Dezember in der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) erschien. Schuld seien "arrogante Ausländer" auch an den Mondmieten in Zürich. Und weiter: "Deutscher Filz macht sich breit. Denn Deutsche stellen vor allem Deutsche an - an der Uni und in den Spitälern." Eines der Inserate trägt die Überschrift "Immer mehr ausländische Arroganz!" und ist illustriert mit einem Foto des vormaligen deutschen Finanzministers Peer Steinbrück.

    Eingebettet ist die Anzeige in eine Kampagne mit Plakaten und Inseraten, in der die SVP offen fremdenfeindlich auftritt: Die Zürcher Rechtspopulisten beklagen "Mord und Totschlag" auf den Straßen der Stadt. Die meisten Täter seien "Ausländer", viele davon "gefühlslose Schlägerkinder". Es geht gegen Einwanderer, die es sich auf Steuerzahlers Kosten "in der sozialen Hängematte bequem machen" und auf Ämtern Angestellte "beleidigen und bedrohen". Schuld seien die "Linken und Naiven": "Sie holen immer mehr Ausländer in unsere Stadt", heißt es auf den Plakaten und Inseraten.


    Die Radikal-Rhetorik folgt SVP-Kampagnen in früheren Wahlkämpfen - und ist den Deutschen in dieser Form nur von der NPD oder der DVU bekannt. Nun aber ist Zürcher Professoren der Kragen geplatzt. Am Mittwoch schalteten sie eine ganzseitige Anzeige, ebenfalls in der "NZZ", und finden darin scharfe Widerworte. "Die rassistische und fremdenfeindliche Rhetorik, Ideologie und Politik der SVP torpediert die Ausbildung unserer Jugend, setzt unsere Zukunft aufs Spiel, vergiftet unsere Gesellschaft und gefährdet das, was unsere Stadt und unser Land lebenswert macht: die freundschaftliche Nachbarschaft unterschiedlicher Kulturen", heißt es darin, "wer sich abschottet, hat verloren".


    Die "neue deutsche Welle", die Kavallerie und die Alpenindianer

    200 Wissenschaftler an der Universität Zürich und der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) haben unterschrieben. Sie geben sich stolz auf den internationalen Ruf ihrer Hochschulen und froh, dass "exzellente Studierende und herausragende Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und vielen anderen Ländern bei uns tätig sind". Forschung und Lehre seien international, gerade darauf gründe die Stärke der beiden Hochschulen.
    Die "neue deutsche Welle" der Einwanderer ist in der Schweiz ein notorisch heikles Thema. Oft sind deutsche Zuwanderer gut ausgebildet und konkurrieren auf dem Arbeitsmarkt direkt mit Einheimischen, an den Hochschulen zum Beispiel um Professoren- und Doktorandenstellen und an den Krankenhäusern um Ärzteposten.


    Die Schweiz bietet für Studenten und Wissenschaftler attraktive Unis, es gibt für Ärzte, Banker oder Unternehmensberater gute Jobs mit hohen Löhnen und niedrigen Steuern. Über 200.000 deutsche Staatsbürger leben, studieren, arbeiten dort und bilden eine der größten Ausländergruppen, die bei insgesamt 7,7 Millionen Einwohnern durchaus ins Gewicht fällt. Die Deutschen rechnen oft nicht damit, dass es gewisse kulturelle Unterschiede zu den Schweizern gibt, schon gar nicht rechnen sie mit massiven Konflikten oder gar Deutschenhass.
    Zusätzlich befeuert wurden die wuchernden Animositäten 2009 durch einen verbalen Schlagabtausch Peer Steinbrücks mit Schweizer Politikern. Im Streit um die Jagd nach Steuersündern hatte der frühere Finanzminister der Schweiz erst mit der "Peitsche" gedroht, dann damit, man könne auch die "Kavallerie" ausreiten lassen, um "die Indianer" einzuschüchtern. Damit wollte Steinbrück erreichen, dass die Schweiz im Konflikt um Steuerflüchtlinge und Bankgeheimnis einlenkt. Dann stellte er die Schweiz auch noch, zusammen mit anderen Nachbarländern, auf eine Stufe mit Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso. Prompt wurde er als "der hässliche Deutsche" beschrieben und mit Nazis verglichen. Erst nach viel Wildwest-Gepolter begruben beide Seiten im Juni das Kriegsbeil.



    "Wir sind froh um qualifizierte Kollegen aus Deutschland"

    Auf die SVP-Kampagne reagierte nun unter anderem Bernd Röck, Professor an der Uni Zürich. Er ist Dekan der Philosophischen Fakultät und zählt selbst zu jenen Deutschen, die angeblich "vor allem Deutsche anstellen". Mitgemacht hat er den Professoren-Konter nicht - "weil ich als Deutscher nicht gut für mich selbst unterschreiben kann", sagte Röck in einem "NZZ"-Interview.

    Die "Deutscher Filz"-Vorwürfe hält er für aus der Luft gegriffen: Immer wieder habe er Schwierigkeiten, Schweizer für offene Stellen zu finden, weil die besten Schweizer Absolventen sofort in die Privatwirtschaft gingen. Außerdem mangele es vielen heimischen Akademikern an Auslandserfahrung, weil viele Schweizer nach dem Studium gern in Zürich blieben. Bei der Bewerberauswahl für eine Professur oder Assistenzstelle entscheide aber stets die Qualität - und die Internationalität einer Universität sei auch "gut für den Wirtschaftsstandort".


    "Wir sind froh um qualifizierte Kollegen aus Deutschland", sagte auch der Zürcher Kunsthistoriker Philipp Ursprung. Wer genauer hinschaue, wisse, dass die Zürcher Hochschulen dringend akademisches Personal aus dem Ausland benötigten, da die Schweiz den einheimischen Nachwuchs sträflich vernachlässige, so Ursprung in der Zeitung "20 Minuten".



    Die Zürcher SVP gibt sich erstaunt, dass ihr eine "selbst ernannte classe élitaire" Fremdenfeindlichkeit und sogar Rassismus vorwirft. Wer die "Filz"-Aussage bei der Besetzung von Arbeitsplätzen als rassistisch bezeichne, spreche und handle gegen jegliche wissenschaftliche und intellektuelle Redlichkeit, schreibt die Partei in einer Stellungnahme. Dass an Unis und Spitälern Deutsche vor allem Deutsche anstellen würden, sei aus Universitäts- und Ärztekreisen bestätigt worden.

    Quelle: Spiegel Online.
     

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  3. #2 31. Dezember 2009
    AW: Zürcher Professoren kontern Anti-Deutschen-Kampagne

    Hmm komisch, die ganzen deutschen die hier Pro-SVP, Pro-Schweiz waren sollten sich diesen Artikel mal durchlesen. :) Ich finds einfach nur lustig. :D :D :D
     
  4. #3 31. Dezember 2009
    AW: Zürcher Professoren kontern Anti-Deutschen-Kampagne

    Ich finds traurig. Was soll es auch?

    Weshalb kann man nicht einfach friedlich miteinander Leben?
     
  5. #4 31. Dezember 2009
    AW: Zürcher Professoren kontern Anti-Deutschen-Kampagne

    was hat das eine mit dem anderen zu tun?
     
  6. #5 31. Dezember 2009
    AW: Zürcher Professoren kontern Anti-Deutschen-Kampagne

    Höhö, naja, ist ja in vielen Ländern so. In Deutschland ja auch.
    Viele Deutsche sind ja misstrauisch gegen immigranten.
    Ich hatte letztens noch ein Geschäftsessen mit einem Schweizer kollegen :D also es ist auch so, dass die Schweizer nach Deutschland kommen und hier Abeitsplätze wegnehmen.
    Was ist wohl en Schweizer Messer im Gegensatz zu ner Rheinmetall Glattrohrkanone? :D
    En haufen Scheiße.

    Ich wäre allgemein für diese Theorie: Deutschland den Deutschen, Schweiz den Schweizern, usw.

    Und das bei ALLEN Ländern. Dann gäbe es auch keine Probleme.
     
  7. #6 31. Dezember 2009
    AW: Zürcher Professoren kontern Anti-Deutschen-Kampagne

    :D :D :D :D :D Genau Immigration komplett stoppen und alle die hier sind wegschicken.

    Und Herr "Deutschland den Deutschen", was machen Sie wenn es zu wenig gebildete Leute dadurch gibt. Wie wollen sie die Berufe für Hochschul und Uniabsolventen füllen? :)
     
  8. #7 31. Dezember 2009
    AW: Zürcher Professoren kontern Anti-Deutschen-Kampagne

    Ganz anderes Problem. Unsere Bevölkerung würde noch rassanter abnehmen als sie bisher schon tut.
    Startseite - Statistisches Bundesamt (Destatis)
    +
    Themen | bpb

    @topic:
    Geht euch das Thema böser Deutscher/Immigrant vs. lieber Deutscher/Immigrant nicht langsam aufs Kokosnüsschen?
    Versteh auch nicht warum man nicht einfach - egal welcher Herkunft oder welche Hautfarbe - normal miteinander leben kann. Gilt für beide Seiten.
     
  9. #8 2. Januar 2010
    AW: Zürcher Professoren kontern Anti-Deutschen-Kampagne

    Ich hab sowas schon Befürchtet, meine Mutter (Ich bin Deutsch-Schweizer Doppelbürger) musste sich auch schon einige dumme Sprüche anhören--_--

    Nunja, Zur SVP passt wohl vor allem ein Sprichwort: "Gibt man einen Kleinen Finger, will sie die ganze Hand"

    Die Partei ist einfach extrem populistisch ausgelegt, und dank ihrem Medienwerkzeug Blick (Etwa so wie die Bild, nur politischer fixiert) werden auch die Leute erreicht, die sie aufstacheln wollen.
    So wie ich das Schuldzuweisen der Schweiz in meinem Leben mitbekommen habe, hat der "Schuldige" immer wieder gewechselt: Zuerst warens die Italiener, dann die Inder, dann die Türken, dann die Jugoslaven, dann Islamische Bürger allgemein, und jetzt sind es die Deutschen.

    Da aber die SVP durch ihren Erfolg bei der Minarett-Initiative Rückenwind bekommen hat, hat sie nun auch mehr Spielraum, und die linken Schwachköpfe der Regierung sitzen da und sehen erstmal zu.
     

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