Die signifikanten Zusammenhänge von ADHD-Medikamenten mit Verbrechen, Verkehrsunfällen und Verletzungen

Eine neue Erhebung zeigt, dass Medikamente zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nicht nur Symptome mindern – sie haben auch bemerkenswerte Auswirkungen auf die Gesellschaft. Forscher des Karolinska Instituts in Schweden beleuchteten diese Problematik in einer umfassenden Untersuchung.

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Die signifikanten Zusammenhänge von ADHD-Medikamenten mit Verbrechen, Verkehrsunfällen und Verletzungen

23. August 2025 von   Kategorie: Wissenschaft
ADHD medications striking ties to crime traffic accidents and injury.jpg

Studienabdeckung und Grundlagen


Die Analyse erstreckte sich über die Daten von 148.581 Personen – die Mehrheit war zwischen 6 und 64 Jahre alt. Diese Personen erhielten zwischen 2007 und 2018 eine ADHS-Diagnose. Bei der Mehrheit handelte es sich um neue Fälle. Innerhalb der ersten drei Monate nach Diagnosestellung begannen 56,7% der Betroffenen, Medikamente zu beziehen. Der häufigste Wirkstoff war Methylphenidat, bekannt unter den Marken Ritalin oder Concerta. Diese Substanzen ermöglichen vielen Betroffenen eine normale Lebensführung.

Fünf spezifische Ergebnisse im Fokus


Die Forscher beschäftigten sich nicht nur mit der Symptomkontrolle. Die zwei-jährige Beobachtungszeit umfasste zudem suizidale Verhaltensweisen, Substanzmissbrauch, Unfallverletzungen, Verkehrsunfälle und strafrechtliche Verurteilungen. Es wurde festgestellt, dass die Medikamente signifikante Vorteile bringen – sowohl für die Betroffenen selbst als auch für die Gemeinschaft.

Studienverfahren: Innovative Methoden für präzisere Ergebnisse


Die Untersuchung bediente sich einer als "Target Trial Emulation" bekannten Technik. Hierbei handelt es sich um einen Analyseansatz, der dem Design klinischer Studien nachempfunden ist – ohne tatsächlich eine durchzuführen. Dies ermöglicht es, die Gruppen fairer zu vergleichen. Es erlaubt, allgemeine Assoziationen von tatsächlichen Ursache-Wirkung Zusammenhängen zu unterscheiden.

Die positiven Auswirkungen im Detail betrachtet


Personen, die mit der Medikation begannen, zeigten signifikante Rückgänge in mehreren Bereichen. Suizidale Verhaltensweisen waren um 17% reduziert – ein bemerkenswerter Erfolg. Der Substanzmissbrauch sank um 15% und verkehrsbedingte Unfälle gingen um 12% zurück. Bei Strafverurteilungen wurde ein Rückgang von 13% beobachtet. Auffallend jedoch blieb die Rate der Unfallverletzungen nahezu unverändert. "Es zeigt sich, dass die Medikation einen entscheidenden Unterschied macht", erklärte Adam Guastella von der Universität Sydney.

Wiederholte Episodes und Langzeiteffekte


Die Forscher analysierten auch die wiederholten Konsequenzen dieser Verhaltensweisen. Die Medikation war besonders stark mit einer Abnahme der Wiederholungsraten verknüpft. Es gab eine dramatische Reduzierung der Mordversuche um 15% sowie eine 25%ige Abnahme im Substanzmissbrauch. Bei Verkehrsunfällen und strafrechtlichen Verurteilungen waren die Rückgänge ebenfalls signifikant.

Demographischer Einfluss und unterschiedliche Auswirkungen


Ein Blick auf die demografischen Daten ergab interessante Trends. Erwachsene profitierten stärker von einer Verringerung des Substanzmissbrauchs und der Kriminalität. Frauen zeigte eine bedeutendere Abnahme der ersten strafrechtlichen Verurteilungen im Vergleich zu Männern. Diese Statistik bringt zusätzliche Nuancen in die Debatte über Geschlechterunterschiede und deren Auswirkungen.

Herausforderungen der Methodologie und Limitationen der Studie


Obwohl die Forschungsdesigns innovativ sind, bleiben einige Einschränkungen. Der Fokus lag ausschließlich auf der medikamentösen Intervention für ADHS, ohne die Dosierung oder Art der Medikation zu berücksichtigen. Es wurden keine anderen Behandlungsmöglichkeiten, wie etwa Verhaltenstherapie, analysiert. Professor Jon Jureidini wies darauf hin, dass die Ergebnisse möglicherweise nicht das vollständige Bild zeigen und die sogenannte "gesunde Nutzer-Bias" nicht berücksichtigt wurde.

Gesamtbewertung und praktische Relevanz


Ungeachtet dieser Einschränkungen bietet die Studie wichtige Einblicke. Es wird deutlich, dass der Zugang zu ADHS-Medikamenten das Potenzial birgt, sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft von Nutzen zu sein. Die Debatten über die Überdiagnose von ADHS und mögliche Missbräuche sind weiterhin aktuell. Doch die Studie kommt zu dem Schluss, dass die positiven Gesundheits- und sozialen Ergebnisse signifikant sind.

Zusammenfassung: Diese neue Studie liefert belastbare Belege für die positiven Effekte von ADHS-Medikamenten auf entscheidende gesundheitliche und soziale Resultate. Dies sollte sowohl die klinische Praxis als auch die laufende Diskussion über die medikamentöse Behandlung von ADHS informieren.
 

Kommentare

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Die meisten Leute die von Ritalin oder Medikinet Stimmen hören, müssen die Medikamente verkaufen & drehen darum am Rad. Insbesondere bei Id* tritt das häufiger auf, weil sie Neurodoping betreiben wollen.
 
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Was genau?
Bregenwurst aus Hirn essen, oder was ist jetzt bzgl. "Lobotomie" gemeint?
 
Höher dosierte Melisse mit etwas Hopfen und Passionsblume wäre eine natürliche Alternative - die Medikamente sind leider nicht für alle verträglich.

Von Kamille und Baldrian rate ich ab, oder nur sehr gering dosiert, da diese die Impulsivität nicht verbessern sondern lediglich müde machen.


Auch diverse Histaminblocker können ähnliche Effekte bringen und die Konzentration fördern und die Unruhe und Impulsivität lindern.

YouTube-Video
 
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Bzgl. Medikamenten auf Amphetamin'basis' lasse ich an 'Schlafaminen' forschen, da es ja nur 'Weckamine' gibt.
...
Legalität von Research Chemicals explained.
Wenn man ein Amin, was wirklich NUR die Konzentration, ohne Aufputsch, also ohne Hyperaktivität zu fördern, hätte, wäre das mehr ein 'Schlafamin' bei Aufmerksamkeitshyperaktivitätssyndrom, also ADHD, aber das ist halt was anderes als einfach abgelenkt zu sein, wenn etwas zu langweilig ist.
In den 1990er Jahren gab es viele 'antiautoritäte' Erziehungsmethoden. Kindern wurden keine Grenzen gesetzt, und das Störverhalten wurde durch ADHS-Diagnosen verfälscht. (War mein Kernpunkt mit dem Verprügeln...)
 
Da könntest du mal Ashwagandha ausprobieren. Das hat eine sehr gute Schlaf fördernde Wirkung. Deutlich besser als Melatonin, weil es länger und gleichmäßiger wirkt. Ist auch bei bipolaren Störungen einnehmbar.

Von Methylenblau würde ich abraten, das wirkt ähnlich wie Ritalin... ist also stark anregend und löst Manien aus.
 
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Ich persönlich bin nur permanent gelangweilt.
Schlafprobleme habe ich auch. ADHS aber nicht.
Hatte meine Psychiaterin bzgl. Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom gefragt & sie meinte, ich hätte definitiv kein Aufmerksamkeitsdefizitshyperaktivitätssyndrom...DAS hatte ich aber für mich selbst auch gar nicht als Diagnose stellen oder bearbeiten lassen wollen. Persönlich weiß ich nicht, wie viele Personen in meinem Umkreis ADHS hatten. Meine Mutter hatte während der Schwangerschaft allerdings noch Zigaretten geraucht. Cannabis zum Beispiel hilft einigermaßen zum beruhigen, 600mg retardiertes Quetiapin halte ich persönlich für extrem fragwürdig bzgl. Schlafproblemen. Aber ich bin auch kein Arzt...
Nachdem ich in Schichtarbeit bei 192 Arbeitsstunden pro Monat teilweise auf Amphetamine zurückgegriffen habe, wurde ich mit Myrthazapin behandelt, gegen die Depressionen während der Entgiftung.
Danach hatte ich unkoordinierte Tag-/Nachtrhythmen & hatte in einer Selbsthilfegruppe der Drogenberatung einen Arzt kennengelernt und wollte eine Alternativbehandlung mit Medikamenten, die nicht süchtig machen, um einen normalen Tagesablauf zu bekommen und kam so über Olanzapin bis Quetiapin, sowie zusätzlich Atosil und Chlorprothixen.
Bild
Im letzten Jahr ungefähr sagte mir meine Psychiaterin dann, dass ich definitiv kein ADHS hätte, nachdem ich ihr schilderte, was mein Verhalten durch mich reflektiert für ein Aussehen hat, und ich auf Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom 'pokerte', weil ich weiß, dass ich nicht Hyperaktiv bin. Aber ich bin mittlerweile auch 35 Jahre alt.
 
Eine ADHS Diagnose ist nicht immer so einfach, da es deutlich komplexer ist als nur "Hyperaktivität" denn die kann sich auch nach innen richten, also eine Mentale Hyperaktivität - innere Unruhe sozusagen.

Die Antidepressiva haben nicht selten und teilweise dauerhafte Nebenwirkungen weil sie das Gehirn umbauen. "alles auf mir egal".
Die gewünscht Wirkung tritt nur bei einem Drittel der Patienten ein und mehrere verschiedene Wirkstoffe werden ausprobiert was es oft nicht besser macht, sondern oft schlimmer. Leider gibt es in dem Bereich noch deutlich zu wenig Wissen.

Probier die Schlafbeere (Ashwaganda) ca 30 Minuten vor dem Schlafengehen und höher dosiertes Vitamin C - 1000mg über den Tag verteilt.

Solltest du auch Tagsüber an Unruhe leiden, nimm Melisse, also höher dosiert. Die Langzeitwirkung ist sehr sehr wirksam und Beruhigend.
 
Ich bin eigentlich immer aufmerksam und halte mich an Regeln, etc.
Ich kann mich nur für einige Tätigkeiten nicht lange begeistern, auch wenn ich Lust darauf habe, ich höre halt stellenweise einfach irgendwann den Leuten nicht mehr zu, nicht weil es mir auf den Sack geht, was sie sagen, sondern weil ich andere Interessen zu dem Zeitpunkt habe, als zuzuhören zum Beispiel. Es ist halt nur nicht so extrem ausgeprägt wie bei Kleinkindern, die dann plötzlich weglaufen weil sie einen Eiswagen hören, wenn Mama oder Papa etwas sagen wollen.
 
Das ist normal bei ADHS entwickelt man selten eine Passion wie andere Menschen, sondern ist schnell gelangweilt... man braucht ständig etwas neues, neue Projekte.

Es gibt genug Menschen mit ADHS die sich zeitweise auch gut Konzentrieren können, wenn sie motiviert sind und interessiert... die Ablenkbarkeit/Unlust setzt dann ein, wenn einem das was zu tun ist Missfällt oder Langweilt.
 
stylez gefällt das.
Das war mein Kernanliegen und meine Selbstreflektierung, und darum die Nachfrage bzgl. Diagnoseansatz.