Antidepressiva und ihre geringe Wirksamkeit bei Rückenschmerzen und Ischias

In der Weltmedizin ist der Einsatz von Antidepressiva weit verbreitet. Ein neuerer Bericht zeigt jedoch, dass sie bei der Behandlung von Rückenschmerzen und Ischias kaum nennenswerte Linderung verschaffen. Eine tiefere Untersuchung gefordert. Das Medikamentenrepertoire zur Schmerztherapie ist vielfältig, doch die gewünschten Ergebnisse bleiben oft aus. Der jährliche Bericht neuer Studien ist unerlässlich – besonders wenn es um Therapien geht, die so häufig verschrieben werden.

Antidepressiva und ihre geringe Wirksamkeit bei Rückenschmerzen und Ischias

17. März 2025 von   Kategorie: Wissenschaft
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Worum es geht – Eine erschreckende Entdeckung


Michael Ferraro, leitender Forscher und Doktorand am Center for Pain IMPACT, NeuRA, stellte fest: „Rückenschmerzen sind seit dreißig Jahren die Hauptursache für Behinderungen weltweit.“ Dies macht deutlich, wie kritisch die Lage ist. Auch Schmerzen, die in die Beine ausstrahlen – also die Ischiasbeschwerden – treten häufig im Zusammenhang mit Rückenschmerzen auf. Die Autoren der Studie haben bestehende wissenschaftliche Arbeiten untersucht und die Wirksamkeit antidepressiver Medikamente im Kontext nicht-spezifischer Rückenschmerzen und damit verbundener Nervenbeschwerden evaluiert. Die Vielschichtigkeit der Ergebnisse erweist sich als herausfordernd.

Die Grundlagen – Antidepressiva im Detail


Antidepressiva werden oft verschrieben, wenn andere Behandlungen ausbleiben. SNRIs sind dafür bekannt, das Wohlbefinden zu steigern. Sie erhöhen den Serotonin- und Noradrenalinspiegel – zwei Chemikalien, die eine Rolle im Körper spielen. Und hier enthalten sind Duloxetin und Venlafaxin. SSRIs hingegen fokussieren sich vorrangig auf die Erhöhung des Serotonins. Diese Medikamente sind häufig genutzt – darunter Fluoxetin und Sertralin. Ihre Anwendung in der Schmerztherapie ist umstritten, insgesamt herrscht unzureichende Einigkeit bezüglich der verschiedenen Klassen von Antidepressiva.

TCAs, wie Amitriptylin, steigern ebenfalls die Serotonin- und Noradrenalinspiegel, jedoch treten oft Nebenwirkungen auf. TeCAs, mit einer anderen Wirkungsweise, fallen eher in den sedierenden Bereich – Beispiele hierfür sind Mirtazapin.

Wissenschaftliche Erkenntnisse – Die Studie im Detail


Die hugenotische Laienforschung untersuchte 2.932 Teilnehmer in 26 randomisierten kontrollierten Studien, die entweder an nicht-spezifischen Rückenschmerzen oder Ischias litten. Diese Studien umfassten eine Altersgruppe zwischen 27 und 59 Jahren mit chronischen Schmerzen. Die Analyse ergab, dass SNRIs möglicherweise Schmerzen binnen drei bis vier Monaten lindern, jedoch das Ausmaß der Wirkung – kaum signifikant bleibt.

„Die Patienten könnten keinen nennenswerten Unterschied im Vergleich zur Placebo-Gruppe wahrnehmen“, äußerte Ferraro besorgt. Auch bei TCAs besteht eine kleine Verbesserung der funktionalen Fähigkeiten. Die Evidenz hier bleibt jedoch ohne vollumfänglichen Nachweis.

Die drängende Notwendigkeit weiterer Forschung


Die Ergebnisse sind erschreckend – dies wurde selbst vom Autor bestätigt. Eine klare Handlungsanweisung ist gefragt. Es fehle an qualitativ hochwertigen Studien zu SNRIs und TCAs für spezifische Rückenschmerzen, insbesondere bei Ischias. Ferraro fordert eine dringende Neuausrichtung der Forschung. Die Antwort auf die Frage der Langzeitfolgen bleibt weiterhin unbeantwortet.

Fazit – Informierte Entscheidungen für Patienten


Eine Vielzahl von Patienten zieht in Betracht, diese Medikamente auszuprobieren. Dennoch ist eine informierte Diskussion über potentielle Vorteile und Risiken unabdingbar. Das Vertrauen in die Wirksamkeit ist spärlich. Ferraro stellt klar: „Schwer depressiven Menschen sollte eine Behandlung nicht vorenthalten werden.“

Diese Befunde laden dazu ein, das Gesundheitssystem zu hinterfragen. Die Richtlinien müssen überarbeitet werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich bald bessere Ansätze zur Linderung von Rückenschmerzen entwickeln.