RAM-Preisschock: Warum Computer-Speicher plötzlich Luxus ist

Aktuelle PC-Besitzer - sie stehen oft fassungslos vor den Rechnungen. Nutzer, die neuen Speicher benötigen oder ihren alten Computer aufmöbeln wollen, müssen tief in die Tasche greifen. Die Preise für RAM haben in unaussprechliche Höhen geschossen. Dieser Preisschock lässt nostalgisch an die Zeiten der Lieferkettenkrisen denken. Die einfachsten Speicherbausteine sind plötzlich zum Luxusgut geworden.

RAM-Preisschock: Warum Computer-Speicher plötzlich Luxus ist

31. Dezember 2025 von   Kategorie: Technik
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Vom Überfluss zum Mangel: Ein Blick zurück


Um den Anstieg der Preise richtig zu durchdringen - ein Rückblick auf die letzten zwei Jahre ist nötig. Über die Covid-Pandemie hinweg erlebte die IT-Industrie durch Home-Office und Homeschooling einen ungeahnten Aufschwung. Die Nachfrage nach Speicherbausteinen schoss in die Höhe. Plötzlich kamen massive Lagerbestände von Herstellern ins Spiel. Dieses Überangebot gab es bis die Welle abflachte. Die Hersteller konnten 2023 und 2024 nur zusehen, wie ihre Lager sich füllten. Doch um finanzielle Einbußen zu vermeiden - der hohe Fertigungsaufwand wurde stark reduziert. Dadurch sind die Lager, die einst überquellten, leergefegt. Die Vorräte im Handel - sie schrumpfen ständig von Monaten auf einige Wochen. Die Produktion für Standard-Speicher bleibt zurückhaltend. Hersteller müssen vorsichtig wirtschaften und scheuen sich, Kapazitäten zu erweitern.



Der KI-Boom und seine Folgen


Ein entscheidender Faktor - der internationale Boom der Künstlichen Intelligenz, der gerade die Technologiebranche durchschüttelt. Technologiegiganten investieren in große Rechenzentren, die ungeheure Rechenleistungen benötigen. Und hier kommt der Haken: Diese Server nutzen nicht den herkömmlichen Arbeitsspeicher, wie wir ihn aus unseren Heimcomputern kennen. Sie sind auf speziellen Hochleistungsspeicher angewiesen. Die Ressourcen sind begrenzt. Deshalb priorisieren viele Hersteller die Fertigung von KI-Chips. Produktionslinien, die früher Module für Desktop-PCs und Notebooks fertigten, wurden umgewidmet. Für den Massenmarkt sinkt damit die Verfügbarkeit dramatisch.



Großkunden, die den Markt leer kaufen


Nicht nur kleinere Nutzer spüren diese Veränderung. Große Laptop- und PC-Hersteller sind besorgt über die drohende Knappheit. Sie schließen langfristige Verträge ab und kaufen verfügbare Kapazitäten in großen Mengen. Wenn die großen Anbieter den Markt leer kaufen - was bleibt dann für den freien Handel? Fast nichts. In der Folge ziehen einige Speicherhersteller sich vollständig aus dem Direktvertrieb an Endkunden zurück. Der Fokus liegt nun auf strategischen Partnerschaften mit großen Unternehmen.



Keine Besserung in Sicht – Was nun?


Ein kleiner Hoffnungsschimmer? Einige Marktbeobachter warnen vor einer kurzfristigen Preissenkung. Die Engpässe werden voraussichtlich bis 2026 oder sogar 2027 anhalten. Diese strukturellen Probleme beeinträchtigen nicht nur Privatanwender. Auch der Start der nächsten Konsolengenerationen von Sony und Microsoft kommt ins Stocken. Die hohen Preise für Speicher gefährden die Wettbewerbsfähigkeit im Preis. Experten raten Nutzern, die unbedingt neue Hardware benötigen - sie sollten nicht auf bessere Zeiten spekulieren. Wenn möglich, sollten geplante Neuanschaffungen aufgeschoben werden. Nur so kann man möglicherweise von neuen Produktionsanlagen profitieren, die irgendwann zur Entlastung beitragen könnten.