Adenovirus-Welle in Großbritannien: Droht auch Deutschland ein Risiko?

Eine beunruhigende Welle von Adenovirus-Infektionen erfasst derzeit Großbritannien. Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA berichtet über alarmierend hohe Positivraten – insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren. Die Gesundheitsbehörden in Deutschland zeigen sich besorgt über eine mögliche Ausbreitung dieser Virusinfektionen. In diesem Artikel werden die Herkunft, die Verbreitung, die typischen Symptome, die Behandlungsmöglichkeiten sowie wichtige Hygienetipps beleuchtet, um die Bevölkerung zu schützen und zu informieren.

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Adenovirus-Welle in Großbritannien: Droht auch Deutschland ein Risiko?

3. Januar 2026 von   Kategorie: Wissenschaft
Kinder sind besonders von AdenovirusInfektionen betroffen Ein häufiges Symptom sind Augenentzün.jpeg

Aktuelle Adenovirus-Situation in Großbritannien und Deutschland


Ärzte und Gesundheitsfachkräfte in Großbritannien sind in Alarmbereitschaft. Die derzeitige Krankheitswelle ist kein isoliertes Phänomen. Zahlreiche Atemwegsinfektionen – darunter RSV, Covid-19 sowie eine ausgeprägte Grippewelle – verstärken das Bild einer herausfordernden Winterzeit. Der UKHSA-Überwachungsbericht vom 24. Dezember 2025 dokumentiert für Woche 51 eine Positivitätsrate von alarmierenden 1,7 Prozent. Besonders stark betroffen sind die Kleinsten – bei den Kindern unter fünf Jahren liegt die Positivität gar bei 9,9 Prozent.



Adenovirus-Situation in Deutschland: Ein Überblick über Fallzahlen und Meldungspflicht


In der Bundesrepublik Deutschland herrscht derzeit eine weniger kritische Lage bezüglich Adenovirus-Infektionen. Meldungen an Gesundheitsbehörden sind nur erforderlich, wenn ein Laborbefund mittels Augenabstrich vorgelegt wird. Der ARE-Wochenbericht der Kalenderwoche 50 (2025) zeigt kaum einen Trend nach oben. So entfielen in KW47 noch 7,2 Prozent der Proben auf Adenoviren. Dagegen lag der Anteil in KW48 bei 0,67 Prozent, in KW49 bei 3,23 Prozent und in KW50 bei 4,29 Prozent. Momentan wird die Infektionslage hauptsächlich durch Influenza-A- und -B-Viren sowie SARS-CoV-2 und Rhinoviren dominiert.



Ein Blick auf Adenoviren: Was sind sie?


Adenoviren sind Mitglieder der Familie der Adenoviridae. Von den zahlreichen Varianten dieser Viren können nur einige beim Menschen Krankheiten auslösen. Man nennt sie humane Adenoviren. Interessanterweise stammt der Name „Adenovirus“ vom griechischen „adeno“ für Drüse, da sie erstmals in menschlichem Drüsengewebe identifiziert wurden. Diese Viren sind weltweit verbreitet und nicht auf bestimmte Jahreszeiten angewiesen – ihre Infektionen können das ganze Jahr über auftreten.



Übertragungswege von Adenoviren: Schmier- und Tröpfcheninfektionen


Die Verbreitung dieser Viren erfolgt überwiegend über Schmierinfektionen. Seltener stecken sich Menschen durch Tröpfcheninfektionen an. Die häufigste Ansteckungsgefahr besteht über die Hände oder gemeinsam genutzte Gegenstände. Wer infizierte Augen berührt und anschließend eine andere Person die Hand schüttelt, tut gut daran, hygienische Maßnahmen zu ergreifen. Besonders in Kindergärten oder Schulen sind Ausbrüche häufig, da die Viren widerstandsfähig sind und auf Oberflächen mehrere Wochen lang infektiös bleiben können.



Symptome einer Adenovirus-Infektion: Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen


  • Bei Kindern treten oft Augenentzündungen mit geröteten Bindehäuten und Schleimbildung auf.
  • Erkältungsähnliche Symptome wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber sind verbreitet.
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall und gelegentlich Erbrechen sind vor allem bei jüngeren Kindern zu beobachten.
  • Selten können Adenoviren ernsthafte Organbeteiligungen, wie Leber oder Harnwege, hervorrufen.

Verlauf einer Adenovirus-Infektion bei Erwachsenen


Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Adenovirus-Infektion meist mild oder bleibt sogar symptomlos. Wenn Symptome auftreten, erinnern sie an Erkältungen oder grippale Infekte. Schwere Verläufe sind selten – häufig betreffen sie Personen mit einem geschwächten Immunsystem. Die Vielzahl der möglichen Symptome erschwert häufig die klare Diagnosestellung nur aufgrund der Patientenbeschwerden.



Behandlung von Adenovirus-Infektionen: Möglichkeiten und Maßnahmen


Eine spezifische Therapie gegen Adenoviren gibt es nicht. Die Behandlung beschränkt sich größtenteils auf die Linderung der Symptome. Das bedeutet – fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente können eingenommen werden. Bei Magen-Darm-Beschwerden ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend. In der Regel sind keine weiteren Medikamente erforderlich. Ergänzende Maßnahmen wie eine gesunde Ernährung, frische Luft und moderate Bewegung leisten zudem einen hilfreichen Beitrag zur Genesung.



Prävention von Adenovirus-Infektionen: Wichtige Hygienetipps


Einfache hygienische Maßnahmen können weitreichenden Schutz bieten. Das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit empfiehlt regelmäßiges und gründliches Händewaschen. Enge Kontakte zu Erkrankten sollten, wann immer möglich, vermieden werden. Zudem ist darauf zu achten, Oberflächen sauber zu halten. Persönliche Handtücher und Waschlappen sind nur für den eigenen Gebrauch gedacht. Das Teilen von Kosmetika oder Gegenständen, die mit den Augen in Berührung kommen, sollte unterlassen werden – dies mindert das Infektionsrisiko erheblich.