Ökologische Problematik des Kirschlorbeers – Eine Analyse
Kirschlorbeer hat im Garten eine ansprechende Optik. Neugierige Blicke bleiben verborgen. Ökologisch jedoch ist die Bewertung ernüchternd. Die Blätter sind nicht nur für viele Insekten ungenießbar. Raupen haben es schwer. Bloss einige Blüten bieten fast keinen Nektar. Ein Lebensraum für Tiere kann nicht gegeben sein. Inmitten des Insektensterbens wird diese Problematik immer drängender. Artenvielfalt ist erhaltungswürdig – Kirschlorbeer untergräbt diese Bestrebungen.
Samenverbreitung durch Vögel – Ein ungewolltes Wachstum
Die Beeren des Kirschlorbeers sind bei Vögeln beliebt. Sie nehmen diese auf und verbreiten die Samen durch ihren Kot. Fortan sind die Sträucher nicht mehr nur im Garten zu finden. Auch in Wäldern breiten sie sich aus. Das dichte Wurzelwerk bildet eine fast permanente Schattenquelle. Junge Bäume, Kräuter und Sträucher leiden darunter. Licht und somit auch Lebensraum fehlen. Daher gilt der Kirschlorbeer in Deutschland als potenziell invasiv – unkontrolliertes Wachstum ist nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich.
Gesetzliche Situation – Ist Kirschlorbeer in Gärten erlaubt?
Derzeit ist der Anbau von Kirschlorbeer in vielen Regionen legal. Ein Verbot ist bislang nicht durchgesetzt. Allerdings beobachten einige Kommunen verstärkt. Neue Baugebiete schließen ihn bereits aus. In einigen Städten existieren Gestaltungssatzungen, die den Kirschlorbeer verbannen. Der Trend rückt dabei in Richtung heimische Pflanzen. Ein Blick in die Zukunft offenbart: Kirschlorbeer wird voraussichtlich aus dem öffentlichen Raum verschwinden. Die Regelungen in der Schweiz sind bereits strenger. Seit September 2024 ist der Verkauf, die Weitergabe sowie der Import von Kirschlorbeer verboten. Dies geschieht zum Schutz heimischer Ökosysteme.
Praktische Fallstricke des Kirschlorbeers – Nebenwirkungen der Pflege
Die ökologischen Argumente sind nur die eine Seite. Praktische Aspekte sprechen ebenfalls gegen Kirschlorbeer. Enthaltene Blausan für viele sind problematisch. Zudem sind seine Blätter nahezu unkompostierbar. Oftmals landen die Schnittreste illegal im Wald oder in der Landschaft. Das fördert die weitere Ausbreitung. Die Hecken erfordern regelmäßige Pflege. Mit Heckenscheren wird häufig fremdgenutzt. Braun gefärbte Blätter deuten auf einen falschen Umgang hin. Viele Gartenbesitzer setzen deshalb auf die traditionelle Handschere. Laut NABU ist dies eine weit verbreitete Praxis.
Alternativen zum Kirschlorbeer – Ein vielfältiges Pflanzenangebot
Wenn Sichtschutz gewünscht ist, stehen zahlreiche Alternativen bereit. Es gibt heimische Heckenpflanzen, die nicht nur dichten Sichtschutz bieten. Liguster, Kornelkirsche, Hainbuche oder Rotbuche sind hervorragende Möglichkeiten. Diese Pflanzen wachsen üppig, lassen sich gut schneiden und sind für die Natur wertvoll. Sie bieten Nahrung für Insekten, Vögel und diverse Gartenbewohner. Zwar sind sie im Winter nicht vollständig blickdicht, doch die ökologischen Vorteile überwiegen. Für kleinere Gärten oder Flächenreduzierung empfiehlt es sich, unbehandelte Holz Zäune mit heimischen Kletterpflanzen zu kombinieren. Pflanzen wie Efeu, Waldgeißblatt, Hopfen oder Clematis sichern attraktive Privatsphäre und sind umweltfreundlicher als Kirschlorbeer.