Die Gehirnreinigung: Mittagsschlaf als Regenerator
Der Mittagsschlaf fungiert als eine Art Gehirnreinigung. Unnötige neuronale Verbindungen werden aktiv entsorgt – das ist entscheidend. Platz für neue Informationen bleibt somit erhalten. Dieses Phänomen wird als Entrümpelung des Gehirns bezeichnet. Tagsüber nehmen wir zahlreiche Eindrücke auf. Diese hinterlassen Gedächtnisspuren. Doch wenn der Raum voll ist, steht eine Sättigung an. Die synaptische Stärke erreicht ihren Höhepunkt. Über das Speichern von Neuem wird es problematisch.
Im Detail: Der Ablauf der Studie
Eine Gruppe von 20 gesunden jungen Erwachsenen hat an der Studie teilgenommen. An zwei aufeinanderfolgenden Nachmittagen hatten sie die Wahl zwischen Schlafen und Wachbleiben. Eine Gruppe lag eine Stunde im Bett – im Schnitt schliefen sie jedoch nur etwa 45 Minuten. Die andere Gruppe blieb durchgängig wach. Am darauffolgenden Tag wechselten die Bedingungen. Nach dieser Phase überprüften die Forscher die Stärke der Synapsen mithilfe von TMS sowie EEG.
Wissenschaftliche Ergebnisse: Was wurde konkret beobachtet?
Bei den Teilnehmern, die sich für einen Mittagsschlaf entschieden, ließ die Gesamtstärke der synaptischen Verbindungen nach. Dies stellte genau das gewünschte Bild für die nötige Neuaufnahme dar. Der Mittagsschlaf bewies seine regenerative Wirkung messbar. Diese Ergebnisse unterstützen die Theorie über den positiven Einfluss kürzerer Pausen auf die Leistungen des Gehirns.
Verbindung zur Kreativität und alltäglichem Leben: Ein Blick über die Studie hinaus
Anika Löwe, eine Postdoktorandin in Freiburg, stellt einen Zusammenhang aus eigener Erfahrung her. Sie war zwar nicht Teil der Studie. Dennoch zeigen andere Untersuchungen, dass kreative Gedanken und lösungsorientiertes Denken ansteigen. Ihre Gedächtnisinhalte festigen sich durch kurze Schlafpausen, verdeutlicht sie.
Tipps für einen optimalen Mittagsschlaf: Wer profitiert und wie?
Für einen effektiven Mittagsschlaf ist die Länge weniger wichtig. Kürze zählt. Im Tiefschlaf aufwachen führt oft zu Müdigkeit. Weniger als 30 Minuten Schlaf hilft, diesen Tiefschlaf zu vermeiden. Auch der Zeitpunkt spielt eine wichtige Rolle. Der Schlaf sollte nicht zu spät am Tag stattfinden – ein kühler Raum fördert zusätzlich die Ruhe.
Gruppen, die generell von solchen Schlafpausen profitieren, umfassen Kinder und Jugendliche – ihrem hohen Schlafbedarf geschuldet. Senioren, deren Nachtschlaf oft gestört ist, können ebenfalls profitieren. Menschen in Berufen mit hoher geistiger Belastung sollten ebenfalls kurze Mittagsschläfchen in Betracht ziehen. Das ist das Fazit der Forscher aus der aktuellen Studie.
Quellen