Urzeit-Krimi: Woran die Riesenlurche wohl gestorben sind

Ein rätselhafter Fund eröffnet einen Blick in die Vergangenheit der Erde – weit zurück in die Trias. Forscher sind im Einsatz. Sie nutzen moderne Technologien, um die Geheimnisse der Riesenlurche zu entschlüsseln. Der Steinblock – ein wahres Zeitzeugnis – gibt Einblick in dramatische Kämpfe um Wasser und das Überleben von Lebewesen. Digitale Daten bündeln ein globales Wissen, das die Forschung revolutioniert.

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Urzeit-Krimi: Woran die Riesenlurche wohl gestorben sind

5. März 2026 von   Kategorie: Unterhaltung
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Knochenfund wirft Fragen auf


Im Jahr 2021 wurde im Steinbruch Rauhenebrach im Landkreis Haßberge ein Arbeiter auf seltsame Knochenfragmente aufmerksam. Es stellte sich heraus – dies war kein Zufallsfund. Mehrere Fossilien der Riesenlurche lagen dicht beieinander – ein verwunschener Friedhof urzeitlicher Kreaturen. Die Entdeckung musste ungeplantes Verwunderung auslösen. Roland Eichhorn stellt fest – der ursprüngliche Todesort war nicht der Steinbruch. Zwischen den Zähnen der Tiere steckte grünlicher Tonstein – der Hinweis auf einen anderen Fundort. Der örtliche Untergrund ist gelblich und sandig. Dieser Umstand deutet darauf hin, dass die Tiere woanders starben.



Zwei aufregende Arten fleischfressender Amphibien


Unter den gefundenen Fossilien finden sich zwei beeindruckende Arten: Cyclotosaurus und Metoposaurus. Diese gewaltigen Amphibien lebten in der Triaszeit vor Millionen von Jahren. Vielleicht war Cyclotosaurus ein geschickter Schwimmer, ausgestattete mit nach vorne gerichteten Augen. Metoposaurus hingegen – ein Lauerjäger. Er vergrub sich im Schlamm. Sein Blick war gen Himmel gerichtet. Diese beiden Überlebensstrategien ermöglichten ein Nebeneinander – ohne direkte Konkurrenz. Unklar bleibt, wie viele weitere Exemplare noch im Gestein verborgen sind.



Faszinierende Technik – der Riesentomograph und die Fossilien


Im Entwicklungszentrum Röntgentechnik des Fraunhofer-Instituts in Fürth erfolgt der nächste Schritt. Der massive Gesteinsblock wird auf eine Drehscheibe gehoben. Ein Hochenergie-Computertomograf betrachtet ihn in Schichten und durchleuchtet ihn detailliert. Mit einer Energie von bis zu neun Megaelektronenvolt ist dieses Gerät 20 Mal effektiver als herkömmliche Röntgensysteme. Typischerweise werden damit Autos untersucht. Nun brodelt die Technik in die Erdgeschichte. Die digitalen Daten bleiben unberührt und können global verbreitet werden. Das Ergebnis – erstaunliche 3D-Bilder. Ein gut erhaltenes Unterkieferstück von 71 Zentimetern Länge gehört wahrscheinlich zum Cyclotosaurus. Unmittelbar daneben liegen die Überreste eines Metoposaurus. Bisher wurden mindestens zehn Individuen identifiziert – möglicherweise sind es mehr.



Riesenlurche – Opfer des Klimawandels?


Die Funde werfen ein Licht auf dramatische Ereignisse der Erdgeschichte. Vor 230 Millionen Jahren war das Erdmittelalter von extremen Klimaschwankungen geprägt. Hitzeperioden und Dürren wechselten sich ab – das Klima war unberechenbar. Der Massensterben im Tümpel von Rauhenebrach könnte ein lokales Zeugnis dieser globalen Veränderungen repräsentieren. Eine neue Hypothese legt nahe – in der extremen Dürre haben sich diese amphibischen Topjäger in einem schlammigen Tümpel versammelt, auf der Jagd nach verfügbaren Beutetieren. Als das Wasser schließlich verdampfte, erlitten sie einen qualvollen Tod, gefangen im lehmigen Untergrund. Mit dem nächsten Regen wurden ihre Überreste abtransportiert und später an anderer Stelle begraben.



Ausstellung in Hof: Entdeckungen und digitale Einblicke


Die Forscher betrachten den Fall als nicht vollständig gelöst. Im Mittelpunkt steht die Dürre als wahrscheinlichstes Szenario in einem tödlichen Tümpel. Hochauflösende 3D-Scans und die gesammelten Knochenfunde tragen zur Klärung des Geschehens bei. Das Landesamt für Umwelt veranstaltet eine Ausstellung in Hof. Besucher können die Funde im Foyer des Landesamtes in der Hans-Högn-Straße bis zum 29. Mai entdecken. Der Eintritt ist frei – eine Gelegenheit für alle, die urzeitlichen Geheimnisse zu erleben.