Einrichtung: Die App ist keine Pflicht, doch Netgear drängt darauf
Das Display des M7 besitzt keine Touch-Funktion – das Gerät ist breiter und dicker als ein Smartphone, trotzdem aber niedriger. Ein einzelner Tastendruck genügt für den Start. Zunächst zeigt es M7, dann 5G WiFi 7 und schließlich Hello. Der Einrichtungsmodus ist aktiv und ein QR-Code fordert zur Verwendung der Netgear-App auf. Gleichzeitig präsentiert der M7 einen temporären WLAN-Namen und das dazugehörige Passwort. Es gibt zwar eine Weboberfläche unter 192.168.10.1, jedoch kommuniziert Netgear das nicht eindeutig – die App soll angespornt werden. Die Einrichtung erfolgt klassisch über die App oder das Webinterface. Voraussetzung ist ein Netgear-Konto. Nach ersten Eindrücken erscheint die App unfertig – Übersetzungen variieren zwischen Englisch und Deutsch. Der Zugang zu fortgeschrittenen Funktionen erfordert oft den Umweg über das Webinterface, anstatt dass direkte Einstellungen in der App angeboten werden. Nach einer SSID-Änderung tritt ein konkretes Problem auf – die Zuordnung zum Router geht verloren. Neu einzurichten wird zur Pflicht.
WLAN: WiFi 7 glänzt, Werkseinstellungen sind konservativ
Im Auslieferungszustand bietet der M7 zunächst nur ein 5-GHz-Signal. 2,4 GHz ist nicht aktiv. Die Kanalbreite beträgt 80 MHz, wobei 40 MHz als Option zur Einstellung offensteht. Eine 160 MHz Kanalbandbreite ist nicht vorgesehen. Zusätzlich gibt es eine Sendeleistungsoption – die Standardeinstellung schont den Akku, allerdings leidet die Reichweite darunter. Im Praxisbetrieb zeigte sich: Befindet sich der Hotspot im Rucksack, sinkt der Empfang nach ein bis zwei Metern. Die Verbindung bleibt nutzbar, doch der M7 zeigt sich empfindlicher als angenommen – besonders bei niedriger Sendeleistung. Wird 2.4 GHz aktiviert, trägt der Router identischen WLAN-Namen und Passwort wie bei 5 GHz. Die voreingestellte Verschlüsselung ist WPA2/WPA3; Alternativen sind ausschließlich WPA2 oder WPA3-Profile. Änderungen an den WLAN-Parametern quittiert der M7 mit dem Hinweis, dass das WLAN neu startet. Clients werden dabei für kurze Zeit getrennt.
Mobilfunk: Update-Politik und ein stiller Datenfresser
Im Webinterface finden sich umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten für Mobilfunkoptionen. Roaming ist standardmäßig deaktiviert. Verschiedene Netzmodi sind wählbar, darunter LTE/5G NSA sowie reine LTE- oder SA-Formate. Im Testmodus war der Router im LTE+5G-NSA-Modus aktiv, da die verwendete SIM nichts anderes zuließ. Weniger erfreulich war die Handhabung von Updates: Kurz nach der ersten Inbetriebnahme meldete der M7 ein Firmware-Update. Dieses soll standardmäßig automatisch nach 24 Stunden installiert werden. Alternativ kann per langem Tastendruck sofort installiert werden. Eine zusätzliche Bestätigung war nicht notwendig. Der Download fand zuvor im Hintergrund über Mobilfunk statt – ohne vorherige Hinweise oder Größenangabe. Unbemerkt wurden etwa 200 MB übertragen. In Fällen knapper Datenpakete ist dies ärgerlich und intransparent.
eSIM in der Praxis: Kauf, Aktivierung und Netzwahl
Netgear bewirbt eine eSIM-Abdeckung in mehr als 140 Ländern und ermöglicht den Kauf von Datenpaketen direkt in der App. Im Test lässt sich neben einer physischen SIM eine Liste mit bis zu sieben eSIM-Profilen verwalten. Der Kaufprozess bietet Google Pay oder Kreditkarte an. Nach dem Checkout erhält man sofort eine Bestätigungsmail von Netgear. Die Installation des Profils dauert realistisch etwa fünf Minuten. Das Paket für Europa funktioniert auch in Deutschland, und das inkludiert die Türkei. In der EU relativiert sich der Nutzen, weil EU-Roaming bei vielen Vertragsmodellen ohnehin gilt. Praktisch bleibt der eSIM-Service vor allem in Ländern, wo EU-Roaming nicht funktioniert. Es bleibt unklar, wer der eigentliche eSIM-Vertragspartner ist. Besonders wichtig ist dies bei Diensten, die Geo-Blocking nutzen. Eine IP-Analyse deutet auf Sparks.Travel als Anbieter hin. Der APN lautet plus – darauf deutet etwas in Richtung Polen. Für Asien, Amerika oder Australien könnte Netgear andere Partner ausgewählt haben. Positiv bleibt, dass in Deutschland manuell neben Vodafone auch Telekom und O2 auswählbar sind; die Geschwindigkeit bei Downloads war robust – mehrere Hundert Mbit/s waren möglich.
Die Kosten der eSIM
Die Nutzungskosten der eSIM richten sich nach Datenvolumen und Region. Es gibt Pakete in 140 Ländern. Diese umfassen 3 GB Datennutzung für 7 Tage sowie 5, 10 und 20 GB für jeweils 30 Tage. In den USA betragen die Kosten 9, 12, 20 und 35 Euro; in Asien sind es 10, 16, 29 oder 56 Euro. In Afrika liegen die Preise zwischen 21 und 97 Euro, in der Karibik zwischen 17 und 103 Euro. Es klingt hoch, kann jedoch weniger sein als die üblichen Roaming-Kosten eines deutschen Handys.
Akku, Bootzeit und Powerbank
Laut Datenblatt ist ein 3.850-mAh-Akku im Gerät verbaut – Netgear gibt an „bis zu 10 Stunden“. Im Test schien die Laufzeit bei normaler Nutzung zwischen 6 und 8 Stunden zu liegen. Die Leistung variiert erheblich, abhängig von Empfang, Datenlast und WLAN-Sendeleistung. Die Bootzeit im Kaltstart beträgt ungefähr 1:30 Minuten. Interessant ist der Ruhemodus – dieser schaltet automatisiert das WLAN ab. Eine zusätzliche Funktion ist die Powerbank-Option: Der M7 kann ein Smartphone über USB-C aufladen. Während des Tests lud der Hotspot ein Smartphone im Schnelllademodus und blieb im Internet stabil. Zudem zeigt die Funktion WiFi Offloading – der M7 nutzt öffentliche WLAN-Hotspots als Internet-Eingang und verteilt das Signal weiter. Dies hilft, doppelte Kosten bei Hotel- oder Messeaufenthalten zu vermeiden.
Fazit
Der Nighthawk M7 präsentiert sich als modernes Paket: WiFi 7 und 5G sind klare Stärken, die Fähigkeit, bis zu 32 Geräte zu verbinden, bietet weitere Vorteile. Überzeugend bleibt vor allem die Funktionalität ohne App – das Webinterface ermöglicht eine zügige Administration. Dennoch bleibt die App funktional und sprachlich unfertig; sie hat Probleme bei grundlegenden Funktionen wie der SSID-Änderung. Das Update-System lädt Firmware im Hintergrund über Mobilfunk, dabei fehlen Hinweise zur Größe oder zum Beginn des Updates. Nutzer mit begrenztem Datenvolumen werden dies vermutlich nicht schätzen. Die eSIM-Funktionalität ist stark: Ländergruppen-Pakete können vorab erworben, später aktiviert und grenzübergreifend genutzt werden. In Deutschland sind zusätzlich manuelle Netzzuweisungen mit Telekom und O2 möglich. Die Transparenz bei den eSIM-Anbietern bleibt schwach, und die Preismodelle in Europa sind eher mäßig attraktiv. Dennoch bleibt der M7 ein leistungsfähiger Hotspot – noch hat die App jedoch das Premium-Niveau nicht erreicht. Für eine UVP von 599 Euro kann mehr erwartet werden.