Was (Haus-)Tierbesitzer über das Bornavirus wissen sollten

Immer wieder stehen Tierhalter vor der Herausforderung, sich über das Bornavirus zu informieren. Berichte aus Bayern und der plötzliche Tod eines Pferdes zeigen, wie schnell die Gefahr auftritt. Dieser Artikel bietet wichtige Informationen zur Verbreitung des Virus. Vor allem die betroffenen Tierarten und sinnvolle Schutzmaßnahmen werden beleuchtet. Klare Fakten sind für Menschen und Tiere unerlässlich.

Schlagworte:

Was (Haus-)Tierbesitzer über das Bornavirus wissen sollten

von   Kategorie: Ratgeber & Wissen
Symbolbild Eine Katze spielt mit einer zuvor gefangenen Maus Feldspitzmäuse sind das bisher ein.jpeg

Besonderheiten für Katzenbesitzer



Katzenbesitzer sollten gewisse Dinge im Hinterkopf behalten. Laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sind Spitzmäuse das einzige derzeit bekannte natürliche Reservoir des Bornavirus BoDV-1. Interessant – die Spitzmaus selbst erkrankt nicht. Sie scheidet aber das Virus aus. Bei Menschen sind Erkrankungen selten. Wie die Übertragung von Katzentiere auf Menschen aussieht, ist bisher nicht geklärt. Die Umweltresistenz des Bornavirus ist begrenzt. Katzen gelten als sehr reinliche Tiere. Theoretisch bleibt die Infektiosität maximal einige Stunden bestehen.

  • Tote oder verletzte Mäuse nur mit Handschuhen anfassen
  • In einer verschlossenen Tüte entsorgen
  • Hände gründlich waschen nach dem Umgang
  • Katzen auf Mäusereste nach dem Jagen kontrollieren
  • Bei Unsicherheiten einige Stunden nicht streicheln
  • Katzentoilette mit Schutzausrüstung reinigen
  • Anschließend Hände wieder gründlich waschen
  • Nach dem Streicheln vor dem Essen Hände waschen
  • Bei auffälligem Verhalten oder neurologischen Symptomen muss zum Tierarzt gegangen werden

Regionale Schwerpunkte: Bayern und Teile Ostdeutschlands


Eine Studie des Friedrich-Loeffler-Instituts zum Thema Bornavirus zeigt die Verbreitung von BoDV-1. Insbesondere in Bayern und in Teilen Ostdeutschlands ist die Lage prekär. Fachleute schätzen eine hohe Dunkelziffer unter den in Spitzmäusen lebenden Viren. Diese Dunkelziffer könnte alarmierende Dimensionen annehmen.

Karte der mutmaßlichen Verbreitung des Bornavirus BoDV-1


Die Frage ist relevant: Was ist mit Hunden und anderen Haustieren? Theoretisch sind auch Hunde anfällig für das Virus. Nachweise wurden auch bei Pferden, Schafen, Alpakas, Igeln und Bibern registriert. Eine Übertragung vom Tier auf den Menschen bleibt extrem unwahrscheinlich.

Umgang mit Spitzmäusen in der Umgebung


Laut dem LGL reicht es nicht aus, Spitzmäuse im eigenen Umfeld lediglich zu beobachten. Nahrungsquellen sind auszumachen und zu beseitigen. Gefährliche Nahrungsquellen finden sich in Insekten, die in Komposthaufen leben, oder in Abfällen. Auch im Außenbereich ausgelegtes Tierfutter zieht Spitzmäuse an. Bemerkenswert – nicht alle Spitzmäuse tragen das Bornavirus. Bei dem Wunsch nach kleinen Haustieren, die Mäuse sind, muss auf andere Arten ausgewichen werden.

Bunt- und Eichhörnchen im Fokus


Zusätzlich zu BoDV-1 existiert das Bunthörnchen-Bornavirus VSBV-1. Bei Bunt- und Schönhörnchen sowie einigen exotischen Arten wurde dieses Virus nachgewiesen. In seltenen Fällen kam es zu Übertragungen auf Züchter oder Tierpfleger, die zu schweren, oft tödlich verlaufenden Gehirnentzündungen führten. Diese Vorfälle sind jedoch extrem rar. In Deutschland wurde das Virus bei Hörnchenhaltungen zuletzt 2019 dokumentiert. In wildlebenden Eichhörnchen wurde das Virus bisher nicht festgestellt.

Ein praktischer Hinweis


Der tragische Fall des Pferdes Diallo, eines Sportpferdes von Jessica von Bredow-Werndl, zeigt die Dringlichkeit des Themas Bornavirus. Das Pferd starb vergangene Woche plötzlich – ein Verdacht auf Bornavirus steht im Raum. Dennoch bleibt die Frage des Schutzes weiterhin unbeantwortet. Präventive Maßnahmen sind jedoch durchaus empfehlenswert.