Klont KI unsere Stimmen – für noch perfidere Schockanrufe?

Die Bedrohung durch KI-Stimmklonung wächst. Betrüger setzen diese Technologie zunehmend ein. Unerwartete Anrufe können mit perfiden Geschichten beginnen. Ein kurzer Moment genügt, um eine Stimme in Sekunden zu kopieren. Besonders betroffen: Die betrügerische Nutzung des Enkeltricks, der auf Nähe und Vertrauen abzielt – oft zu Lasten der Opfer.

Klont KI unsere Stimmen – für noch perfidere Schockanrufe?

von   Kategorie: IT & Sicherheit
Telefonbetrüger bringen Menschen in Deutschland jedes Jahr um viel Geld.jpeg

KI-Stimmen: Klonen ist einfach


Stimmenklonen – einfacher als es vordergründig erscheint. Laut einem Bericht von Bitdefender ist es erschreckend simpel. Eine kurze Hörprobe reicht für das Klonen der Stimme aus. Die KI erfasst Klangfarbe und Intonation in Rekordzeit. Auch McAfee hat ähnliche Beobachtungen gemacht. Ihre Analysen belegen, dass es mit bloß 85 Prozent der Stimme aus einer kleinen Aufnahme möglich ist, eine täuschend echte Kopie zu erstellen. Dabei könnten nicht nur Telefonanrufe als Grundlage dienen. Soziale Medien und Podcast-Aufnahmen könnten ebenfalls als Quellen herangezogen werden.

Einzelfälle bekannt


Obgleich die Vorfälle bisher als Einzelfälle auftreten, gibt es zahlreiche Berichte aus den USA. Deutschland sieht sich jedoch auch ähnlichen Problemen gegenüber. Die Bundesnetzagentur registriert, jedoch sind Anzeigen und Beschwerden derzeit noch selten. Experten der Behörde rechnen jedoch mit einem Anstieg dieser Fälle in naher Zukunft. Bislang sind der Agentur vorrangig Beispiele von Anrufen bekannt, die vermeintliche Vorgesetzte impersonieren. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Verbraucherschutz in Bezug auf Rufnummernmissbrauch und strafrechtliche Fälle. Dennoch sind hilfreiche Hinweise zur Häufigkeit von KI-Missbrauch bei Telefonanrufen von wichtiger Bedeutung.

Enkeltrick-Abwehr hilft


Skepsis ist gefragt. Unerwartete Anrufe sollten mit einem gesunden Misstrauen betrachtet werden. Im besten Fall sollte keine Antwort erfolgen. Bei einem verpassten Anruf ist es ratsam, nicht zurückzurufen und die Nummer zu blockieren. Die Bundesnetzagentur empfiehlt einen vorsichtigen Umgang mit persönlichen Daten und Telefonnummern. Wichtig ist, diese Informationen nur gezielt an vertrauenswürdige Vertragspartner und Unternehmen weiterzugeben.

Darüber hinaus gibt es bewährte Strategien zur Vermeidung des Enkeltricks. Innerhalb der Familie kann man ein Notfallwort vereinbaren. Dieses Codewort stellt sicher, dass der Anrufer tatsächlich der Verwandte oder Freund ist. Zudem sollte immer Misstrauen bestehen, sobald das Gespräch Geld, Wertsachen oder ähnliche Themen anspricht. Häufig ist Stimmenklau lediglich ein Grund unter vielen für einen stummen Anruf. Möglicherweise versucht der Anrufer nur herauszufinden, ob die Nummer aktiv ist – um sie später teurer weiterverkaufen zu können.

Quellen