HBO Max im Startjahr Deutschland: Ein Blick hinter die Kulissen des Streaming-Angebots

HBO Max hat seinen Start in Deutschland gefeiert, und das mit einem herausfordernden Markt von Streaming-Diensten wie Apple TV, Disney Plus, Netflix, Paramount Plus, Prime Video, RTL Plus und Sky. Der Anbieter ist in einem umkämpften Umfeld angetreten. Warner Bros bringt zahlreiche starke Marken mit. Doch der Neuanfang wartet mit einem subtilen Schwung. Wir haben uns am Launch-Tag mit HBO Max beschäftigt – sowohl auf dem LG Smart TV als auch auf dem Magenta TV One. Im Fokus standen die Registrierung, die Benutzererfahrung und die vorhandenen Inhalte. Unsere Zusammenfassung aus den Eindrücken offenbart sowohl die Stärken als auch die Schwächen, die das Angebot mit sich bringt.

HBO Max im Startjahr Deutschland: Ein Blick hinter die Kulissen des Streaming-Angebots

von   Kategorie: Unterhaltung
HBO Max im Test Lohnt sich das Abo zum Start in Deutschland.jpg

Bezahlmethoden und Preisanpassungen: Ein kleines Chaos der Auswahl


Das Angebot an Zahlungsmethoden ist zunächst eingeschränkt. Zur Verfügung stehen Klarna, PayPal und Kreditkarten.Methoden wie Lastschrift oder Überweisung fehlen. Ob es eine Verbesserung in dieser Hinsicht geben wird, bleibt abzuwarten. Der erste Login verlief jedoch problemlos auf den zusätzlichen Geräten. Besonders erfreulich war die mühelose Anmeldung nach der Installation über den Google Play Store auf MagentaTV One.



Es werden derzeit drei monatliche Abonnements angeboten, und ein zusätzliches Sportpaket ist verfügbar. Doch eine Preiserhöhung ist bereits angekündigt.



  • Basisversion mit Werbung: Full HD, zwei parallele Streams, 5,99 Euro pro Monat bis Ende 2026 und danach 6,99 Euro ab 1. Januar 2027.
  • Standardversion ohne Werbung: Full HD, zwei parallele Streams, bis zu 30 Downloads, 11,99 Euro pro Monat bis Ende 2026 und danach 12,99 Euro ab 1. Januar 2027.
  • Premiumversion: 4K UHD, bis zu vier parallele Streams, Dolby Atmos (sofern verfügbar), bis zu 100 Downloads, 16,99 Euro pro Monat bis Ende 2026 und danach 17,99 Euro ab 1. Januar 2027.
  • Sport als Zusatzoption: 3,00 Euro pro Monat, mit Werbung.

Ein signifikantes Manko ist das Fehlen eines vergünstigten Jahresabonnements. Das Geschäftsmodell zielt eindeutig auf eine monatsweise Bindung ab und könnte somit den Wechsel zu anderen Plattformen erleichtern.



Inhalte und Erwartungen: Ein Workout für die Serienfreunde


HBO Max setzt auf zwei Hauptpfeiler: beliebte HBO-Serien und den Warner-Katalog. In der initialen Aufstellung finden sich große Namen wie Game of Thrones, Die Sopranos und Friends. Neuere Hits sind ebenfalls vertreten, darunter White Lotus, Succession und The Last of Us. Zu den weiteren Begehrlichkeiten zählen House of the Dragon und Euphoria. Ein Großteil dieser Serien läuft weiterhin auf Sky WOW und wird dort auch zukünftig verfügbar sein.



Im Filmbereich bietet Warner eine starke Auswahl. So findet man unter anderem Harry Potter, Phantastische Tierwesen, DC-Filme, sowie moderne Blockbuster wie The Batman, Dune und Barbie. Klassiker wie Casablanca sind ebenfalls Teil des Portfolios. Zusätzlich sind lokale Produktionen in Planung, so wird ein Prequel zu 4 Blocks erwartet, dessen Release im Herbst angedacht ist. Am 20. Februar wird zudem die erste deutsche HBO-Produktion, Bangsters, starten.



Benutzeroberfläche am TV: Ein Schaufenster mit Mängeln


Die Benutzeroberfläche der HBO Max App auf LG und Android TV ist nahezu identisch. Sie präsentiert eine Startseite, die als Schaufenster dient – eine Suche für Serien und Filme ist vorhanden, ebenso wie Kategorien wie Crime, Drama oder Comedy. Sport ist hier als separater Bereich integriert – erfordert aber ein zusätzliches Abo.



Dennoch fallen Mängel sofort ins Auge. Die App bietet keine umfassenden globalen Wiedergabeeinstellungen für Bild und Ton und fungiert hauptsächlich als Navigationshilfe durch die Inhalte. Die Suchfunktion bleibt auf eine Onscreen-Tastatur beschränkt. Fehler, dass die Sprachsuche nicht zum Start integriert wurde, machen das Suchen etwas mühsam.



Bildqualität und Klang: Premium muss stabil bleiben


Im Premium-Tarif getestet, liefert HBO Max UHD-Inhalte gut, inklusive Dolby Vision für die passenden Titel. Der Stream startete in der Regel innerhalb von drei bis vier Sekunden und zeigte kein Bildruckeln. Das lag offenbar nicht an der Bandbreite, sondern am Vorpuffern. Stabilität und Qualität blieben auch bei UHD-Inhalten durchweg positiv.



Dolby Atmos war oft als verfügbar gekennzeichnet, doch in der Praxis musste festgestellt werden, dass die deutsche Version häufig nur in 5.1 vorlag. Eine Möglichkeit zur Filterung oder gezielten Suche nach deutschsprachigen Atmos-Inhalten fehlte bedauerlicherweise. Das enttäuscht!



Die Anzahl der Werbeunterbrechungen bei der Basisversion mit Werbung fiel eher moderat aus. Während einer zweistündigen Blockbuster-Vorführung, so Heise, gab es lediglich eine Werbeunterbrechung von einer Minute. Vor den Serienfolgen wurden 30 Sekunden Werbung geschaltet, häufig blieb es bei nur einer kurzen Unterbrechung. Dies im Vergleich zu anderen Anbietern als angenehm empfunden.



Profile und Jugendschutz: Vorbildlich geregelt


Die Möglichkeit, mehrere Profile anzulegen, wurde positiv wahrgenommen. Ein bereits vorhandenes Kinderprofil erleichtert die Anwendung für jüngere Nutzer erheblich. Die Alterskontrolle lässt sich nach FSK-Grenzen beschränken, etwa FSK 6 oder FSK 10. Eine PIN-Nummer, die aus vier Ziffern besteht, sorgt dafür, dass Kinder nicht einfach zu den Inhalten für Erwachsene wechseln können. Zudem ist eine Sperrfunktion in den Profilen integriert – sehr verantwortungsbewusst.



Merkliste und Weiterschauen: Nützliche Tools oder zeitaufwendig?


Die Features „Meine Liste“ und ein Bewertungssystem sind zweckmäßig. Du kannst Titel markieren und bewerten. Begonnene Inhalte erscheinen in einer Weiterschauen-Leiste. Das Löschen dieser Inhalte erweist sich jedoch als komplex. Um zu entfernen, muss der Nutzer länger die OK-Taste halten und die Option entfernen auswählen. In den mobilen Apps ist dieser Prozess merklich einfacher. Dennoch erweist sich das Grundprinzip als insgesamt benutzerfreundlicher als bei vielen Mitbewerbern.



Test-Fazit nach dem Starttag: Der Gesamteindruck ist gemischt


HBO Max startete technisch solide. Installation, Anmeldung und Streaming liefen stabil. Der Premium-Tarif bietet zuverlässig UHD-Inhalte inklusive Dolby Vision. Allerdings gibt es einige Versäumnisse, die den Alltag erschweren. Diese beinhalten eingeschränkte Zahlungsmethoden, das Fehlen einer Sprachsuche, fehlende generelle Audio-Standardeinstellungen und die umständliche Handhabung der Weiterschauen-Liste. Die Kommunikation zu Dolby Atmos ist irreführend – denn Atmos bedeutet nicht automatisch, dass die Inhalte auch deutschsprachig verfügbar sind. Trotzdem stehen Blu-ray-Tonspuren im Allgemeinen zur Verfügung.



Letztlich hängt der Erfolg von HBO Max entscheidend ab von den Inhalten, die geboten werden. Die Kooperation mit Sky hat dem Dienst definitiv einen Namen gegeben. Jetzt ist es jedoch notwendig, frische Inhalte und ausgeprägte Alleinstellungsmerkmale zu präsentieren. Ohne das vorhandene Jahresabo könnte ein Wechsel zu Alternativen für viele Nutzer einfacher werden.