Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Eine Notwendigkeit
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland – diese machen rund 40 Prozent aller Sterbefälle aus. Ja, viele dieser Erkrankungen könnten durch einfache Maßnahmen vermieden werden.
Rauchen, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel spielen eine gewaltige Rolle. Diese Risikofaktoren sind unverkennbar. Genetische Prädispositionen können ebenfalls einen entscheidenden Einfluss haben – dazu zählen auch erhöhte LDL-Cholesterinwerte und Lipoprotein(a). Erstaunlicherweise zeigen auch junge Erwachsene bereits signifikante Risiken auf. Sogar sportliche und schlanke Menschen ohne Symptome sind davon betroffen.
Die Forschung zur Prävention macht deutlich, wie wichtig frühzeitige Diagnosen sind. Menschen, die sich ihrer Risikofaktoren bewusst sind, haben die Möglichkeit, ihren Lebensstil oder die Therapie sinnvoll zu verändern. Ohne Vorerkrankungen können individuelle Risikoeinschätzungen über Herzinfarkt oder Schlaganfall innerhalb des nächsten Jahrzehnts getroffen werden. Der Herz-Kreislauf-Erkrankungs-Risiko-Test bietet wertvolle Informationen. Je einfacher die Information zugänglich ist, desto gezielter können Lebensstiländerungen in Gang gesetzt werden.
Individuelle Reaktionen auf Lebensmittel: Einblick in Blutzucker und Stoffwechsel
Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Blutzucker hat hohe Bedeutung für die Prävention von Krankheiten. Hohe Blutzuckerspitzen zählen zu den bekannten Risikofaktoren. Menschen reagieren jedoch sehr unterschiedlich auf identische Mahlzeiten. Dies ist von zentraler Wichtigkeit. Brote oder Reis verursachen bei manchen lediglich geringe Schwankungen – andere erleben massive Anstiege.
Eiweiß- und fettreiche Nahrungen können je nach Stoffwechseltyp stabilere Blutzuckerwerte fördern. Es geht nicht nur darum, welches Lebensmittel konsumiert wird – es ist vor allem der individuelle Stoffwechsel, der eine entscheidende Rolle spielt. Dr. Katharina Lechner, die am Helmholtz Zentrum München tätig ist, weist im Podcast Science TeaTime auf die Individualität der Ernährung hin.
Schlaf und Bewegung: Die Basis der Prävention
Schlaf und Bewegung haben an Bedeutung gewonnen – die Forschung ist darauf aufmerksam geworden. Chronischer Schlafmangel führt – das ist belegt – bereits nach wenigen Wochen zu Gewichtszunahme und einer Ansammlung von Bauchfett. Selbst junge Erwachsene sind betroffen. Dieses zusätzliche Fett ist ein Risikofaktor für Entzündungen sowie Stoffwechselerkrankungen. Dr. Lechner warnt: Schlafmangel macht Maßnahmen wie gesunde Ernährung und Sport oft unerheblich.
Personalisierte Gesundheitsberatung: Ein neuer Weg zur Krankheitsprävention
Aktuell läuft am Helmholtz Zentrum München eine Studie zur persönlichen Gesundheitsberatung. Dabei werden 3.000 Teilnehmende eingehend untersucht. Das Verhältnis von Muskel- und Fettmasse, Muskelkraft, Blutwerte sowie Lebensstilfaktoren werden erfasst. Unter den Teilnehmenden erhält ein Teil ergänzende ärztliche Beratung.
Ein Jahr lang erfolgt die digitale Begleitung durch Coaching-Apps. Das Hauptziel dieser Studie ist zu prüfen, ob personalisierte Rückmeldungen und digitale Unterstützung messbare Verbesserungen mit sich bringen. Erste Ergebnisse sind für 2027 angedacht. Die Forschung belegt, dass regelmäßiger Schlaf, Bewegung und eine Ernährung, die zu einem individuellen Stoffwechsel passt, zentrale Aspekte für Gesundheit darstellen. Personalisierte Prävention könnte dazu beitragen, chronische Erkrankungen signifikant zu reduzieren – vorausgesetzt der Ansatz beginnt früh genug.