Massive Bedrohung durch den Klimawandel für Insekten in den Tropen

Eine umfassende internationale Studie hat die Auswirkungen des Klimawandels auf die Hitzetoleranz von über 2.300 Insektenarten im Amazonasgebiet von Peru und in Kenia untersucht. Diese Forschung liefert besorgniserregende Erkenntnisse. Verändernde Temperaturen in verschiedenen Höhenlagen wurden genau beobachtet. Dies reicht vom Tiefland bis zu den Höhen der Anden. Stress-Signale sind bereits heute erkennbar. Die warnenden Ergebnisse treiben die Forscher zu besorgniserregenden Prognosen über den drohenden Artenverlust. Sowohl tropische als auch gemäßigte Zonen sind betroffen.

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Massive Bedrohung durch den Klimawandel für Insekten in den Tropen

von   Kategorie: Wissenschaft
Symbolbild Hohe Temperaturen setzen Insekten in den Tropen unter Hitzedruck Der Klimawandel bed.jpeg

Insekten im Zustand der Lähmung


Die Erkenntnisse der Studie sind alarmierend. Hitzeperioden bringen extreme Temperaturen mit sich, die kritisch für die Temperaturregulierung von Insekten sind. Kim Lea Holzmann, eine Tierökologin der Universität Würzburg, erläutert: Insekten können nicht mehr aktiv sein. Einige geraten in einen Zustand der Bewegungsunfähigkeit – eine Art Hitze-Koma. In den Analysen wurden den jetzigen Beobachtungen Klimaprognosen gegenübergestellt. Selbst im besten Fall – Szenario SSP1-2.6 – tauchen in den Tieflagen des Amazonas Oberflächentemperaturen auf, die problematisch werden. Die globale Erwärmung um zwei Grad zeigt bereits heute ihre merklichen Auswirkungen. Angesichts pessimistischer Szenarien wie SSP3-7.0 und SSP5-8.5. Das bedeutet viele Arten werden aussterben. Ein drastischer Rückgang der Insektenvielfalt steht bevor.

Perspektiven und Klimamodelle


Insekten sind nicht in der Lage, ihren Körper zu kühlen. Die Fähigkeit zur Temperaturregulierung ist extrem begrenzt. Diese Organismen passen sich rapide ihrer Umgebung an, was ihre Überlebenschancen bedroht. Selbst moderate Temperatursteigerungen werden signifikante Effekte nach sich ziehen. In den Tieflagen der Amazonasregion könnten unter SSP1-2.6 etwa 15 Prozent der Temperaturen für Insekten kritisch werden. Pessimistische Szenarien wie SSP3-7.0 und SSP5-8.5 zeigen, dass bis zu 50 Prozent der Insektenpopulationen vom Aussterben bedroht sind. Der Verlust an Biodiversität wäre enorm. Besonders betroffen sind Fliegen im Vergleich zu Heuschrecken, so die Aussagen des Tierökologen Marcell Peters aus Bremen. Dungkäfer spielen eine zentrale Rolle in der Umwandlung von organischem Material in Nährstoffe. Fliegen sind essenzielle Bestäuber. Das Fehlen dieser Tiere gefährdet das gesamte Ökosystem der Region.

Schwierigkeiten bei der Flucht in kühlere Aufenthaltsorte


Einige Insekten können in höhere Lagen ausweichen oder in schattige Baumhöhlen Zuflucht suchen. Aber mit der steigenden Erwärmung werden nicht nur die Oberflächentemperaturen problematisch, sondern auch die Lufttemperatur steigt an. Oft verschwinden Fluchtmöglichkeiten für Insekten. Ein besonders deutlicher Hinweis kommt aus dem Amazonasgebiet: Rückzugsräume werden zunehmend kleiner. Die Bedingungen in der Atmosphäre gestalten sich immer feindlicher für Insekten.

Klimawandel bedroht auch europäische Insekten


In Europa ist die Entwicklung ähnlich. Steigende Temperaturen in den Sommermonaten führen auch hier zu veränderten Hitzetoleranzen, die über längere Zeiträume messen. Die Landnutzung intensiviert sich. Viele ehemals schattige Gebiete verwandeln sich in offene Monokulturen. In dieser neuen Umgebung gibt es stark reduzierte Rückzugsorte für Insekten. Die Bedenken steigen. Die Mechanismen zur Abwehr von Hitze funktionieren auch in diesen Regionen nicht mehr zuverlässig.

Wichtige Aussagen der Studie


Die Forscher betonen die entscheidende Rolle, die Insekten in der Nahrungskette spielen. Sie erbringen wichtige ökologische Dienstleistungen. Ohne diese könnte kein Ökosystem funktionieren. Die Ergebnisse belegen, dass Hitze nicht isoliert behandelt werden kann. Sie beeinflusst das Zusammenspiel von Arten, Lebensräumen und Nahrungsnetzen. Ein Rückgang der Insektenpopulationen führt zu einer Krise des Tropenökosystems. Die Studie verdeutlicht eindringlich die Dynamik an Hitzetoleranzen. Der volkswirtschaftliche und ökologische Preis einer kontinuierlichen Erwärmung ist hoch.

Schlussfolgerung und Handlungsbedarf


Diese Ergebnisse erfordern neue Schutz- und Anpassungsstrategien. Schutzmaßnahmen für schattige Flächen, Erhalt von Rückzugsorten in höheren Lagen und eine gemäßigte regionale Landnutzung sind dringend notwendig. Gleichzeitig bedarf es internationaler Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen. Nur durch solche Maßnahmen kann der Zusammenbruch der Insektenpopulationen in tropischen Regionen verhindert werden. Das Gleichgewicht der Ökosysteme ist in Gefahr.