Yoram Eyal erklärte in einem Interview mit Refractor: „Wir begannen mit Grundlagenforschung, identifizierten den Weg, der bittere Verbindungen in Zitrusfrüchten erzeugt – mit der Genom-Editierung haben wir dies in die landwirtschaftliche Praxis überführt. Neue Sorten mit verändertem Geschmack sind das Ziel.“ Ein weites Feld öffnet sich hier – Grapefruits und zukünftig zahlreiche Zitrusarten könnten in einem neuen Markt glänzen.
Die Vielfalt unserer Geschmacksrezeptoren
Wusstest du, dass unsere Bitterkeitsrezeptoren auf der Zunge viel vielfältiger sind als die anderen Geschmacksrezeptoren? Tatsächlich glauben die Wissenschaftler, dass sie uns helfen, viele giftige Verbindungen in Lebensmitteln zu erkennen. Doch – und das ist wichtig! – wir haben nur eine begrenzte Anzahl dieser Rezeptoren. „Hierbei wird es zu Off-Targets kommen,“ erklärt Eyal. Viele nahrhafte Verbindungen sind zwar unbedenklich und gesund, doch unser Überlebensmechanismus erkennt sie als bitter.
Eltern, die ihren Kindern bitteres Essen wie Grapefruit anbieten, haben oft selbst eine Vorliebe dafür entwickelt. Wiederholte Exposition führt zu einer positiven Assoziation. Kinder hingegen sind meist empfindlicher gegenüber Bitterkeit – das kann sie von gesunden Lebensmitteln abhalten! Ein echter Nachteil, denn sie verpassen allerlei nützliche Nährstoffe.
Verbraucherwünsche und technische Herausforderungen
Geoffrey Thomson – ein Plant Genome Engineer an der Yale University – wurde in die Diskussion eingezogen. Er äußerte sich zur Entfernung der Bitterkeit von Zitrusfrüchten wie Grapefruit. Ein echtes Plus für viele Verbraucher von Zitrussaft! Doch die Eliminierung eines spezifischen Merkmals aus einem Baum ist erheblich komplizierter als bei Nutzpflanzen, so Eyal.
Vorherige Studien haben ein Gen namens 1,2RhaT identifiziert, das für die Bitterkeit von Bedeutung ist. In der neuen Studie, die in The Plant Journal veröffentlicht wurde, wurden kleine Mutationen in dieses spezielle Gen eingeführt. Dieses winzige Detail führte dazu, dass die Pflanze aufhörte, das Protein zu biosynthetisieren, und somit die bitteren Chemikalien effektiv abolierte.
Ergebnisse und Ausblick auf die Zukunft
Analysen der Blätter der modifizierten Pflanze zeigten – kaum zu glauben – keine nachweisbaren bitteren Verbindungen wie Naringin, Neohesperidin oder Poncirin. Aber Vorsicht! – Die Metaboliten wurden nur in den Blättern gefunden, das Team erwartet jedoch ähnliche Ergebnisse auch für die Früchte.
Thompson warnte jedoch, dass die Arbeit noch vorläufig ist, denn Zitrusbäume benötigen eine lange Juvenilperiode. „Es wird wichtig sein, abzuwarten, wie die metabolische Zusammensetzung der Früchte (sowohl Fruchtfleisch als auch Saft) betroffen ist,“ stellte der Wissenschaftler fest.
Zwar freuen sich die Forscher über die Ergebnisse, doch der Einfluss der genetischen Modifikation auf den Nährwert der Früchte und die Widerstandsfähigkeit der Bäume bleibt unklar. Eyal hat auch ein weiteres Ziel – er möchte „wilde Pflanzen mit domestizierten Zitrusfrüchten kreuzen, um höhere Kältetoleranz zu entwickeln“.
Fazit
Die Forschung umbitte die Grapefruit könnte weitaus mehr als nur den bitteren Geschmack beeinflussen. Sie könnte Heilmittel in Form von nahrhaften, schmackhaften Zitrusfrüchten hervorbringen. Bleib also gespannt, was die Zukunft für uns bereithält!