Eisplatten auf Lkw-Dächern: Sind sie wirklich so gefährlich? – Regeln und effektive Lösungen für Fahrer

Eisplatten auf den Dächern von Lastkraftwagen stellen ein ernstes Problem dar. Wenn sich Wasser nachts staut und gefriert, entsteht eine hohe Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Dies führt zu potentiellen Schäden – nicht nur am Fahrzeug selbst, sondern auch an anderen Fahrzeugen auf der Straße. In diesem Artikel geht es darum, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen für Fahrerinnen und Fahrer bestehen und welche praktikablen Lösungen helfen können, gefährliche Situationen zu vermeiden.

Eisplatten auf Lkw-Dächern: Sind sie wirklich so gefährlich? – Regeln und effektive Lösungen für Fahrer

von   Kategorie: Ratgeber & Wissen
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Rechtliche Grundlagen aus der StVO: Die Verantwortung der Fahrer


Der Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung stellt klar – Fahrzeuge müssen eisfrei sein. Hierbei sind Lkw, Busse und Pkw gleichermaßen betroffen. Besonders bei großen Fahrzeugen kann es herausfordernd sein, Eis und Schnee zu entfernen – aufgrund der Höhe und der Zugänglichkeit. Die Berufsgenossenschaft Verkehr hat die Unternehmen in der Pflicht, notwendige Werkzeuge wie Leiter, Schneeschieber und Besen bereitzustellen. Aber wie gelingt der Zugang zum Dach? Verschiedene Anleitungen geben Antworten. Eine jüngste Meldung berichtete von einem Eisbrocken, der die Windschutzscheibe eines entgegenkommenden Kleintransporters in Kasendorf durchschlug. Unterdessen schilderten Nutzer von BR24 ihre Erlebnisse – ein User berichtete von morgendlichem Freiklopfen seines Lkw.

Erhöhung der Infrastruktur: Nachfrage nach Enteisungsgerüsten


Martin Bulheller, Sprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr, betont die Notwendigkeit von Enteisungsgerüsten. Diese Gerüste könnten an Autobahnparkplätzen Leben retten. Zahlreiche Speditionen haben bereits solche Einrichtungen aufgestellt, um den Fahrern zu helfen. Gespräche mit der Autobahn GmbH laufen – Ziel ist eine flächendeckende Abdeckung mit diesen Hilfsmitteln. Allerdings stehen Haftungsfragen dem entgegen.

Technische Innovationen: Dachheizung und Luftschläuche als Lösungsmittel


Neben den Enteisungsgerüsten gibt es auch technische Entwicklungen im Lkw-Bereich. Dachheizungen und auf dem Dach installierte Luftbalge gehören dazu. Letztere funktionieren, indem ein Schlauch unter der Plane hindurchführt und an die Luftanlage des Fahrzeugs angeschlossen wird. Das Aufblasen des Schlauches bewirkt eine Wölbung der Plane. Das Wasser wird durch die Neigung abgeleitet, bevor es gefrieren kann. Leider ist die Verbreitung solcher Systeme unklar. In Statistiken tauchen sie häufig nicht auf. Ungünstige Höhenverhältnisse machen die Nutzung kompliziert. Die vollständige Ausnutzung der Fläche ist oft nicht möglich.

Zudem geben Experten wie Dekra und ADAC zusätzliche Hilfestellungen. Bei leeren Anhängern kann der Fahrer von innen mit einem Besen die Plane wölben. Eine Anpassung der Luftfederung kann auch eine subtile Schräglage schaffen – das Spiel mit physikalischen Gesetzen wirkt Wunder.

Konsequenzen: Strafen bei nichteisfreiem Zustand


Neben dem Dach müssen auch andere Fahrzeugteile von Eis befreit werden – wie Motorhaube, Heck, Kennzeichen, Lichter und Blinker. Das Missachten dieser Vorschriften zieht Strafen mit sich. Laut ADAC müssen Fahrer mit einem Verwarnungsgeld von 25 Euro rechnen, wenn das Fahrzeug nicht eisfrei ist. Kommt es zu einem Unfall, sind bis zu 120 Euro Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg die möglichen Folgen. Verletzen andere Personen, kann dies sogar zu einer Haftstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung führen.

Praktische Tipps: So gelingt die Eisentfernung


  • Mit einem Besen kann man bei leeren Anhängern intern die Plane anheben.
  • Die Luftfederung des Aufliegers erlaubt eine leichte Schräglage nach dem Abstellen des Fahrzeugs.
  • Speziell konstruierte Leitern und rutschfeste Standpodeste sind eine sinnvolle Investition.